Ja, im Bereich des Wasserstoff-Anlagenbaus (speziell bei der Herstellung von Elektrolyseuren) herrscht aktuell eine massive globale Überkapazität.
Während politische Ziele und der Ausbau von Fabriken weltweit rasant vorangetrieben wurden, hinkt die tatsächliche Nachfrage nach diesen Anlagen extrem hinterher. Die Industrie leidet unter einem ausgeprägten Nachfrage- und Umsetzungsstau.
Marktanalysen (u. a. von Strategy& / PwC) zeigen, dass die globalen Fabrikkapazitäten für Elektrolyseure das aktuelle Marktvolumen um ein Vielfaches übersteigen.
China: Die Produktionskapazität übersteigt die tatsächliche Nachfrage im Inland um das 8-Fache (ca. 25 GW Produktionskapazität stehen nur rund 3 GW Nachfrage gegenüber)..
Europa: Die Fabriken könnten jährlich rund 8 bis 8,5 GW an Elektrolyseleistung fertigen. Demgegenüber steht jedoch eine reale jährliche Nachfrage bzw. ein Zubau von deutlich unter 2 GW. Weniger als 10 % der für 2030 angekündigten europäischen Wasserstoffprojekte haben bisher eine finale Investitionsentscheidung (FID) erreicht.
USA: Auch hier übersteigt das Angebot die Inlandsnachfrage um das Zehnfache (5 GW Kapazität vs. ca. 0,4 GW reale Nachfrage).
Fehlende finale Investitionsentscheidungen (FIDs): Projektierer zögern den Kauf von Großanlagen heraus, weil rechtsverbindliche Abnahmeverträge für den grünen Wasserstoff fehlen.
Wirtschaftlichkeit: Grüner Wasserstoff ist im Vergleich zu fossilen Alternativen oft noch viel zu teuer. Großabnehmer in Schlüsselindustrien (wie ArcelorMittal im Stahlbereich) haben angekündigte Milliardenprojekte vorerst gestoppt oder verschoben, da der Betrieb unter den aktuellen Rahmenbedingungen unwirtschaftlich ist.
Preiskampf: Europäische und US-amerikanische Anlagenbauer stehen zudem unter enormem Druck durch extrem günstige chinesische Konkurrenz (v.a. bei alkalischen Elektrolyseuren).
Die Überkapazitäten führen zu spürbaren Verwerfungen in der Branche.
Insolvenzen und Konsolidierung: Projektentwickler wie HH2E mussten bereits Insolvenz anmelden, da Investoren absprangen. Westliche Hersteller verzeichnen erhebliche Verluste an Börsen- und Anteilswert.
Strategische Neuausrichtung: Viele Hersteller wie Nel ASA, Thyssenkrupp Nucera oder Plug Power fahren Sparprogramme (Fit for Growth), verschieben geplante Werkserweiterungen oder konzentrieren sich auf Fusionen und Partnerschaften, um zu überleben, bis die regulatorischen Förderungen (wie die deutschen CO₂-Differenzverträge oder der EU-Wasserstoffbank-Rahmen) greifen.
www.strategyand.pwc.com/de/en/industries/...lyzer-market.html
fuelcellsworks.com/2026/08/13/...-hydrogen-projects-reach-fid
www.idtechex.com/en/research-report/...ectrolyzer-market/1164
#
Die beiden Schwergewichte des deutschen Wasserstoff-Anlagenbaus, Thyssenkrupp Nucera und Siemens Energy, reagieren sehr unterschiedlich, aber strategisch konsequent auf die aktuelle Marktkrise und die weltweiten Überkapazitäten. Beide Unternehmen haben verstanden, dass der erste große Hype vorbei ist und nun eine harte Marktbereinigung stattfindet.
Thyssenkrupp Nucera: Die "Reißleine" bei Neuinvestitionen & Fokus auf das Kerngeschäft
Thyssenkrupp Nucera spürt das zögerliche Verhalten der Investoren deutlich im Green-Hydrogen-Segment. Zwar explodierten zwischenzeitlich die Auftragseingänge, das operative Ergebnis (EBIT) geriet jedoch durch hohe Vorleistungen und Projektverschiebungen tief in die roten Zahlen. Das Unternehmen reagiert mit einem strikten Sparkurs und einem strategischen Umsteuern.
Stopp der SOEC-Großserienfertigung: Um Kosten zu senken, zog das Unternehmen die Reißleine und stoppte die Pläne zum Aufbau einer eigenen Massenproduktion für Hochtemperatur-Elektrolysezellen (SOEC). Der geplante Standort in Arnstadt verlor dadurch seine Fabrikchance. Ab dem Geschäftsjahr 2026/27 verspricht sich Nucera dadurch Einsparungen von bis zu 10 Millionen Euro beim EBIT und 20 Millionen Euro beim Cashflow.
Fokus auf Großprojekte mit sicherem Fundament: Statt auf Masse setzt Nucera nun selektiv auf Projekte, bei denen Abnahmeverträge und Finanzierungen absolut gesichert sind (wie das Prestigeprojekt Neom in Saudi-Arabien).
Das Chlor-Alkali-Sicherheitsnetz: Ein großer Vorteil von Nucera ist das etablierte, hochprofitable Geschäft mit Chlor-Alkali-Anlagen. Dieses traditionelle Industriegeschäft fängt die finanziellen Verluste und die Schwankungen im volatilen Wasserstoffbereich derzeit zu einem großen Teil auf.
Siemens Energy: Risikominimierung & Synergien mit der Stromnetz-Sparte.
Siemens Energy geht die Krise mit einer vorsichtigen, industriell verzahnten Strategie an. Da der Konzern in der Vergangenheit schmerzhafte Verluste im Windkraftgeschäft (Siemens Gamesa) wegstecken musste, ist das Management bei Wasserstoff-Überkapazitäten extrem risikoavers.
Kooperationen statt Alleingänge: Siemens Energy setzt stark auf strategische Partnerschaften (unter anderem mit dem französischen Gase-Konzern Air Liquide), um die Produktionsrisiken und die Auslastung der Fabriken zu teilen.
Keine Überinvestitionen in Überkapazitäten: Anders als einige reine Wasserstoff-Player (Pure Player), die riesige Fabriken ins Blaue hinein gebaut haben, skaliert Siemens Energy die eigene Fertigung von PEM-Elektrolyseuren streng synchron zur realen Marktnachfrage.
Profiteur der Stromnetz-Wende: Die Flaute bei reinen Wasserstoffprojekten kann Siemens Energy hervorragend kompensieren, da die weltweite Nachfrage nach Stromnetztechnologie (Transformatoren, Konverter für Offshore-Windkraft) parallel extrem boomt. Wasserstoff wird als langfristiges Puzzleteil gesehen, während das Geld heute im Stromnetz-Umbau verdient wird.
investors.thyssenkrupp-nucera.com/de
de.marketscreener.com/boerse-nachrichten/...-ce7859dbdc8df52d
www.finanznachrichten.de/...list-meldet-rekorddynamik-617.htm
#
So sieht die Realität nun mal aus.
Ihr fic.. eine Leiche.
Wieso sollten die großen Player mit Nel zusammenarbeiten ?
Ein Konkurrent der sich von selber erledigt.
Nel lebt noch ca. 18 Monate ohne eine KE.
Der Ausbau wird auch nicht weiter gehen, mangels Kapital und Aufträge.
Und ihr haltet einen Kurs von 19 bis 20 Cent noch für gerechtfertigt ???