Nasdaq 100 Bärenfalle, Bullenfalle? Rebound?


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ecki:

Pro-Forma 2001erKGV von 43 im S+P.

 
30.01.02 15:04
WOLFRATSHAUSEN (GoingPublic.de) - Die Lücke zwischen veröffentlichten (Pro forma-)Gewinnen und denen nach offizieller US-GAAP-Lesart war nie größer als im letzten Jahr. Es scheint, als habe dieses Phänomen an gefährlicher Eigendynamik gewonnen.

In den letzten beiden Jahren gingen US-Unternehmen mehr und mehr dazu über, bei Investoren Vergebung für Management-Mißstände einzufordern. Dies geschieht, indem Abschreibungen auf exzessive Lagerbestände oder auch Kosten im Zusammenhang mit - größtenteils sozial unverträglichem - Stellenabbau als von einmaliger Natur anzusehen erbeten werden. Unter Ausklammerung derartiger angeblich einmaliger und nicht wiederkehrender Posten erleben Pro forma-Erträge eine beklagenswerte Blüte.

Wenn Mißmanagement als "einmalige Sonderabschreibung" abgehakt werden darf, werden Unternehmen dazu ermutigt, die gleichen Fehler wieder und wieder zu begehen, da Strafen durch die Investorengemeinde nicht befürchtet werden müssen.

Jetzt könnte man einwenden, dass die Malaise der Konjunktur für sowohl das eine wie für das andere verantwortlich ist. Das stimmt nur zum Teil, denn während der letzten US-Rezessionen - 1991 und zuvor 1982 - haben die Unternehmen noch (halbwegs) korrekt nach US-GAAP bilanziert. 1982 stimmten die US-GAAP-Gewinne der Unternehmen und diejenigen, die Standard & Poor`s auswies, noch völlig überein. 1991 lag diese Übereinstimmung nur noch bei 82 %. Im letzten Jahr fiel die Übereinstimmung auf erschreckende 58 %! Und so stieg das KGV (nach US-GAAP) der S&P-Unternehmen von 8 im Jahre 1982 auf unglaubliche 43 im Jahr 2001.

Daraus läßt sich ganz deutlich die Begleiterscheinung (oder etwa das Fundament?) des längsten Bullenmarktes des letzten Jahrhunderts ablesen: Der Zwang - von wem auch immer oktroyiert -, immer noch bessere Ergebnisse auszuweisen, immer noch eins draufzulegen, um Investoren bei Laune zu halten. Ein Händler kommentierte die Studie mit den Worten: "Unterschätzen Sie nie die Möglichkeiten der Wall Street [gemeint ist hier der Verbund aus Brokern, Unternehmen, etc.], Anleger zu Investitionen zu befleißigen!" Niemand respektiere die strengen US-GAAP-Rechnungslegungsvorschriften, weil es tatsächlich in niemandes Interesse ist, dies zu tun. Der Bullenmarkt muss, wie auch immer, am Laufen gehalten werden.

Nach dem Enron-Debakel und weiteren aktuellen Ungereimtheiten, etwa bei Cendant , Tyco u.a., erscheinen die Accounting-Prinzipien der US-Gesellschaften allerdings in einem ganz neuen Licht. Nicht zufällig brach die Wall Street gestern deutlich ein, und ebensowenig zufällig sagte gestern Nacht US-Präsident Bush in seiner Rede an die Nation derartigen Gepflogenheiten publicitywirksam den Kampf an. Wenn es - wie zu erwarten ist (s.o.) - beim guten Vorsatz bleibt, sind in den nächsten Jahren weitere Implosionen à la Enron zu befürchten.  
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ecki:

Noch eine Trickservariante:

 
30.01.02 19:33
NEW YORK (dpa-AFX) - Der Vorstandsvorsitzende des Mischkonzerns Tyco International Dennis Kozlowski und der Firmen-Finanzvorstand Mark Swartz haben im vergangenen Geschäftsjahr nach einem Pressebericht inoffiziell eigene Unternehmensaktien verkauft. Das berichtete die "New York Times" am Mittwoch unter Berufung auf Unterlagen der US-Börsenaufsicht vom November. Offiziell hatten die beiden Manager immer beteuert, keine Anteile verkauft zu haben.

Koszlowski und Swartz hätten unübliche Wege beschritten und ihre Anteile nicht auf dem freien Markt, sondern an die Firma selbst verkauft. Sie seien daher nicht verpflichtet gewesen, das Geschäft binnen zehn Tagen publik zu machen. Der Tyco-Chef soll Aktien im Wert von 70 Millionen Dollar, der Finanzvorstand rund 35 Millionen Dollar in Anteilsscheinen verkauft haben. Beide Vorstände sollen ihre Aktien zu einer Zeit getauscht haben, als der Kurs deutlich über dem heutigen Niveau von rund 29 Dollar lag, und erhielten zudem neue Aktienoptionen. Am Vortag war der Kurs der Tyco-Aktie um rund 20 Prozent gefallen. Zuvor war bekannt geworden, dass das Unternehmen im vergangenen Jahr 10 Millionen US-Dollar an einen nicht dem Unternehmen zugehörigen Manager gezahlt hatte, der bei einer Akquisition geholfen hatte. Tyco war schon mehrmals wegen angeblicher Bilanzierungstricks in die Schlagzeilen geraten./FX/tv/jkr  
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