Napster im Sturzflug: Nutzer laufen zur Konkurrenz über
Napster ist immer noch das bekannteste Angebot zum Austausch von Musikstücken im Internet; aber die User wenden sich zunehmend alternativen Anbietern von Filesharing-Diensten zu. Zu diesem Ergebnis kommt eine Erhebung des Forschungs- und Beratungsunternehmens MediaTransfer Netresearch & Consulting unter 1.000 Internetnutzern in Deutschland.
Der kostenlose Austausch von Musikstücken über das Internet erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit. Über die Hälfte der Internetnutzer (55%) hat bereits über eines der Peer-to-peer-Netzwerke im World Wide Web mp3-Files ausgetauscht. Bei der Bekanntheit führt Napster mit 94% noch unangefochten vor anderen Anbietern wie Gnutella (61%), Napigator (29%), Morpheus (26%) oder Aimster (24%).
Doch ein genauerer Blick auf die Ergebnisse verrät: Die Onliner wenden sich seit einigen Wochen vermehrt anderen Filesharing-Diensten zu. Nur 21% der User, die Napster verwenden, haben den Client innerhalb des letzten Monats genutzt. Ähnlich niedrige Werte (32%) finden sich beim Napster-Nachfolger Gnutella. Bei den Nutzern von Morpheus und WinMX liegt diese Quote mit 81% bzw. 67% deutlich höher.
Außerdem geben Dreiviertel der befragten Internetnutzer an, zukünftig nicht mehr an Napster interessiert zu sein, wenn die Nutzung kostenpflichtig wird. Nur 26% dagegen sind bereit, für die Nutzung ein geringes Entgelt zu bezahlen. Überhaupt fühlen sich die Onliner nicht besonders eng an einzelne Anbieter gebunden: 75% geben an, sich unverzüglich einem anderen Anbieter zuzuwenden, wenn der genutzte Dienst gebührenpflichtig würde.
Gnutella verliert Nutzer wegen Überlastung
Bleibt die Frage, welcher der Napster-Nachfolger sich bei den Onlinern durchsetzen wird. Geht es nach der Bekanntheit, so müsste Gnutella das Rennen machen. Dieses Programm wird jedoch, ebenso wie Napigator, von den Usern zunehmend abgelehnt, da durch den hohen Andrang der Anteil der Suchanfragen den Anteil des Fileaustausches am Netztraffic oftmals übersteigt, der Dateiaustausch somit zu einem Geduldsspiel wird. Shooting-Stars der Peer-to-peer Software sind Programme wie Morpheus, WinMX oder E-Donkey 2000, die nicht nur durch eine hohe Benutzerfreundlichkeit und zuverlässigen Dateientausch die User in ihren Bann ziehen, sondern auch über den Austausch von Musikstücken hinaus den Download von Videos und damit einen deutlichen Zusatznutzen bieten.
Der Filesharing-Dienst Napster wurde 1998 gegründet und hat sich unter Internetnutzern rasch zur beliebtesten Austauschbörse für Musikstücke im Netz entwickelt. Die Napster-Software ermöglicht den kostenlosen Download von Musikstücken im mp3-Format von den Rechnern anderen User im World Wide Web. Seit Monaten kämpft Napster jedoch gegen die Klagen zahlreicher Plattenfirmen, die dem Gratisangebot systematische Urheberrechtsverletzungen vorwerfen und vor Gericht eine Verschlüsselungspflicht durchgesetzt haben. Der gerichtlichen Anordnung, alle urheberrechtlich geschützten Songs ab März 2001 zu blocken, konnte Napster bislang nicht 100%ig nachkommen. Dies führte vor wenigen Tagen zur vollständigen Abschaltung des Download-Angebotes auf Anordnung einer US-Bundesrichterin. (as)
[Tue, 17.07.2001] - © 2001 de.internet.com
Napster ist immer noch das bekannteste Angebot zum Austausch von Musikstücken im Internet; aber die User wenden sich zunehmend alternativen Anbietern von Filesharing-Diensten zu. Zu diesem Ergebnis kommt eine Erhebung des Forschungs- und Beratungsunternehmens MediaTransfer Netresearch & Consulting unter 1.000 Internetnutzern in Deutschland.
Der kostenlose Austausch von Musikstücken über das Internet erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit. Über die Hälfte der Internetnutzer (55%) hat bereits über eines der Peer-to-peer-Netzwerke im World Wide Web mp3-Files ausgetauscht. Bei der Bekanntheit führt Napster mit 94% noch unangefochten vor anderen Anbietern wie Gnutella (61%), Napigator (29%), Morpheus (26%) oder Aimster (24%).
Doch ein genauerer Blick auf die Ergebnisse verrät: Die Onliner wenden sich seit einigen Wochen vermehrt anderen Filesharing-Diensten zu. Nur 21% der User, die Napster verwenden, haben den Client innerhalb des letzten Monats genutzt. Ähnlich niedrige Werte (32%) finden sich beim Napster-Nachfolger Gnutella. Bei den Nutzern von Morpheus und WinMX liegt diese Quote mit 81% bzw. 67% deutlich höher.
Außerdem geben Dreiviertel der befragten Internetnutzer an, zukünftig nicht mehr an Napster interessiert zu sein, wenn die Nutzung kostenpflichtig wird. Nur 26% dagegen sind bereit, für die Nutzung ein geringes Entgelt zu bezahlen. Überhaupt fühlen sich die Onliner nicht besonders eng an einzelne Anbieter gebunden: 75% geben an, sich unverzüglich einem anderen Anbieter zuzuwenden, wenn der genutzte Dienst gebührenpflichtig würde.
Gnutella verliert Nutzer wegen Überlastung
Bleibt die Frage, welcher der Napster-Nachfolger sich bei den Onlinern durchsetzen wird. Geht es nach der Bekanntheit, so müsste Gnutella das Rennen machen. Dieses Programm wird jedoch, ebenso wie Napigator, von den Usern zunehmend abgelehnt, da durch den hohen Andrang der Anteil der Suchanfragen den Anteil des Fileaustausches am Netztraffic oftmals übersteigt, der Dateiaustausch somit zu einem Geduldsspiel wird. Shooting-Stars der Peer-to-peer Software sind Programme wie Morpheus, WinMX oder E-Donkey 2000, die nicht nur durch eine hohe Benutzerfreundlichkeit und zuverlässigen Dateientausch die User in ihren Bann ziehen, sondern auch über den Austausch von Musikstücken hinaus den Download von Videos und damit einen deutlichen Zusatznutzen bieten.
Der Filesharing-Dienst Napster wurde 1998 gegründet und hat sich unter Internetnutzern rasch zur beliebtesten Austauschbörse für Musikstücke im Netz entwickelt. Die Napster-Software ermöglicht den kostenlosen Download von Musikstücken im mp3-Format von den Rechnern anderen User im World Wide Web. Seit Monaten kämpft Napster jedoch gegen die Klagen zahlreicher Plattenfirmen, die dem Gratisangebot systematische Urheberrechtsverletzungen vorwerfen und vor Gericht eine Verschlüsselungspflicht durchgesetzt haben. Der gerichtlichen Anordnung, alle urheberrechtlich geschützten Songs ab März 2001 zu blocken, konnte Napster bislang nicht 100%ig nachkommen. Dies führte vor wenigen Tagen zur vollständigen Abschaltung des Download-Angebotes auf Anordnung einer US-Bundesrichterin. (as)
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