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Bodenloses Defizit: Die USA werden sich nach Prognosen des Weißen Hauses in den kommenden Jahren noch stärker verschulden als befürchtet. Die Spätfolgen der Rezession werden das Haushaltsloch bis 2019 auf 9,1 Billionen Dollar treiben - ein Nachkriegsrekord.
Washington - Die US-Regierung peilt das größte Haushaltsdefizit der Nachkriegsgeschichte an. Nach jüngsten Prognosen des Weißen Hauses wird die Staatsverschuldung in den kommenden Jahren doch noch einmal stärker steigen als erwartet. Auch die Arbeitslosenquote dürfte sich so bald nicht erholen. Für US-Präsident Barack Obama, dessen ambitionierte Reformpläne auch so schon in der Sackgasse stecken, dürften diese neuen Zahlen einen weiteren politischen Bremsklotz darstellen.
Die Regierungsexperten setzen zwar auf ein Ende der US-Rezession und eine Rückkehr zum Wachstum bis Ende dieses Jahres. Doch die Spätfolgen der Krise würden die US-Staatsfinanzen weiter enorm belasten, sagte Peter Orszag, der Budgetchef des Weißen Hauses, auf einer Schaltkonferenz mit Journalisten. Fürs laufende Fiskaljahr, das am 30. September endet, rechnet die Regierung demzufolge mit einem Rekord-Fehlbetrag von 1,58 Billionen Dollar - 11,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). So hoch war der Anteil der Verschuldung am BIP seit dem Zweiten Weltkrieg noch nie.