US-Aktienmarkt bietet 2013 besonders hohes Aufwärtspotenzial14:16 17.12.12
FRANKFURT (dpa-AFX) - Die europäischen und US-amerikanischen Aktienbörsen dürften 2013 der Schweizer Privatbank Pictet & Cie zufolge weiter zulegen. "Der Konjunkturzyklus und die Unternehmensgewinne treiben die Finanzmärkte an", sagte Alfred Roelli, Sprecher für Finanzanalyse bei der Bank, am Montag in Frankfurt. Die Geldpolitik hingegen trete als Risikofaktor in den Hintergrund.
Besonders optimistisch gestimmt ist der Experte für den US-Aktienmarkt: "Im internationalen Vergleich ist das Wirtschaftswachstum in den USA nicht schlecht." Zudem bleibe die Verschuldung der Privathaushalte zwar hoch, gehe aber sowohl in absoluten als auch in relativen Zahlen zurück. Darüber hinaus kämen positive Impulse aus dem amerikanischen Immobilienmarkt: "Es gibt einen gewaltigen Nachholbedarf nach Häusern, da die Zahl der Haushaltsneubildungen in den letzten fünf Jahren auf ein Rekordtief gefallen ist und in Zukunft wieder anziehen dürfte." Dadurch steige ferner die Nachfrage nach Einrichtungsgegenständen für die neuen Wohnungen.
Auch bestünden gute Chancen, dass es den US-Politikern gelingt, die so genannte "Fiskalklippe" zu umschiffen. Die Zwangsmaßnahme sieht automatische Steuererhöhungen und Budgetkürzungen im Umfang von 600 Milliarden Dollar (458 Milliarden Euro) vor, sollten Regierung und Opposition ihren Streit nicht bis Jahresende beilegen. Experten befürchten, dass die USA in dem Fall in eine Rezession stürzen könnten. "Eine amerikanische Steuerreform ist nicht unmöglich", sagte Roelli. Es gebe durchaus Ansätze für ein gemeinsames Vorgehen von Demokarten und Republikanern. So könnten zum Beispiel Steurschlupflöcher auf einen bestimmten Betrag pro Steuerzahler begrenzt werden. Oberste Priorität habe daher die Rückführung von Abzügen, Ausnahmen und Gutschriften.
Die Wirtschaft in Europa hingegen dürfte 2013 nur gering wachsen. Der Kontinent stehe vor einer konjunkturellen Zerreißprobe, da die Einkaufsmanagerindizes sowohl für Europa insgesamt als auch für die Schwergewichte Deutschland und Frankreich unter dem Wert von 50 notierten. Dies deute auf eine tendenzielle Abschwächung der Wirtschaft hin. Andererseits seien die Anpassungsprozesse in der Eurozone in vollem Gang. Positiv sei zum Beispiel, dass die Lohnstückkosten überwiegend zurückgingen und in den Peripherieländern - mit Ausnahme Griechenlands - die Ausfuhren stiegen. Positive Leistungsbilanzsalden würden es den Ländern Italien, Spanien und Portugal ermöglichen, ihre Schulden zurückzuzahlen./la/ag
Quelle: dpa-AFX