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Das Management ist extrem optimistisch und hat die mittelfristigen Ziele massiv angehoben:
25 % jährliches Wachstum: Sowohl beim Konzernumsatz als auch beim Holding-Gewinn soll es bis 2030 jedes Jahr um durchschnittlich 25 % nach oben gehen.
Globaler Fokus: Das Wachstum soll vor allem durch die Expansion in den USA und Asien getrieben werden. Das bedeutet: Die Transaktionswelle fängt gerade erst an.
Prognose 2026: Für das laufende Jahr erwartet Mutares einen Holding-Gewinn von 165 Mio. € bis 200 Mio. €. Das ist ein gewaltiger Sprung von den jetzigen 130 Mio. €.
Bisher ging der Markt davon aus, dass Mutares die teure 23/27er Anleihe einfach nur durch eine neue, günstigere Anleihe ersetzt ("Refinanzierung").
Die neue Ansage: Mutares will die Schuldenlast der Holding aktiv verringern. Das Ziel von 250 bis 300 Mio. € Gesamtschulden bedeutet, dass man die Liquidität aus den jüngsten Exits (Relobus, inTime, Peugeot etc.) nutzt, um Schulden zu tilgen, anstatt sie nur umzuschichten.
Der Quartals-Plan: Ab Q2 2026 pro Quartal mindestens 25 Mio. € zurückzukaufen, ist ein extrem starkes Signal. Es zeigt, dass Mutares mit einem konstanten und sehr hohen Cashflow aus weiteren Exits im Jahr 2026 rechnet.
Dass Mutares die Gläubiger um Zustimmung bittet und dafür eine "Prämie" zahlt, deutet darauf hin, dass sie die Bedingungen der Anleihe flexibler gestalten wollen, um diese Rückkäufe einfacher oder in größerem Stil durchführen zu können.
Die 1,50 % "Lockvogel-Prämie": Mutares ist bereit, Geld in die Hand zu nehmen (ca. 3,75 Mio. € bei 250 Mio. € Volumen), um die Zustimmung bis zum 5. April 2026 zu sichern. Das zeigt, wie eilig und wichtig ihnen dieser Schuldenabbau ist.
Mutares hat offenbar gegen Regeln bezüglich „Restricted Payments“ oder spezifische Verschuldungskennzahlen verstoßen. In den Bedingungen der 2023/2027er Anleihe ist genau festgelegt, wie viel Geld Mutares für Dividenden oder neue Zukäufe ausgeben darf, abhängig davon, wie hoch der Cash-Bestand und der Gewinn sind.
Durch die extrem hohe Schlagzahl (viele Zukäufe wie SABIC und die geplante hohe Dividende) wurden diese Grenzen – vermutlich unbeabsichtigt – überschritten. Man spricht hier von einem „Technical Default“.
Das war 2024 schon einmal so (siehe Geschäftsbericht).
Dass Mutares proaktiv an die Gläubiger herantritt und eine Zustimmungsgebühr (Consent Fee) von 1,50 % anbietet, ist eine klassische Flucht nach vorn.
Damit sichert sich Mutares die Zustimmung fast garantiert. Welcher Anleihegläubiger sagt nein zu einer Extrazahlung von 1,5 % für eine rein technische Regelanpassung, während das Unternehmen gleichzeitig Rekordgewinne verkündet?
Sobald die Gläubiger bis zum 5. April zustimmen, ist das Thema rechtlich „geheilt“. Der Weg für die 2,00 € Dividende ist damit frei. Ohne diese Anpassung hätten die Gläubiger die Dividende theoretisch blockieren können.
Die Regelverletzung ist ein „Wachstumsschmerz“. Mutares ist schlicht schneller gewachsen, als das alte Vertragswerk der Anleihe erlaubt hat. Durch das Angebot der 1,5 % Gebühr wird dieser Fehler teuer, aber effektiv korrigiert.
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| 14 | 6.460 | Mutares stocksolide - hebt aber trotzdem ab! | Impressor | Bonnhoefer_ML | 15:22 | |
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| 41 | Mutares bringt Bares. | schibam | chrischek | 05.08.24 11:23 | ||
| Kico wird im Herbst geschlossen, ist das | sailing | 25.06.24 18:46 |