....abgegeben.
Die Dänischen Staatsbahnen (DSB) werden am 01.09.2026 den Zugverkehr der Gesellschaft GoCollective, die in Mittel- und Westjütland sowie auf der Svendborgbahn rund 25 % des dänischen Schienennetzes bedient, übernehmen.
Das dänische Ministerium für Stadt, Land und Verkehr hat vor dem Hintergrund einer bei Zahlungsrückständen von 100 Mio. DKK (13,4 Mio. EUR) drohenden Insolvenz und damit einhergehender Einstellung des Zugverkehrs mit DSB einen Zusatzvertrag über die Übernahme geschlossen. Bereits im September 2025 hatte der ehemalige Verkehrsminister Thomas Danielsen angekündigt, dass der Vertrag über den Zugverkehr aufgrund von notorischen Verspätungen und Totalausfällen gekündigt werden sollte. Der damalige Koalitionspartner versuchte, dies zu verhindern. Nach dem Regierungswechsel hat die neue Ministerin Signe Munk die Kündigung umgesetzt. Der deutsche Kapitalfonds Mutares hatte 2023 das damals unter Arriva Danmark firmierende ÖPNV-Unternehmen, das auch einen umfangreichen Busverkehr betreibt, von der Deutschen Bahn AG gekauft und dabei auch 43 Alstom Coradia Lint und acht Siemens Desiro übernommen. Nach der teilweisen Liberalisierung des dänischen Eisenbahnmarkts war Arriva 2003 dort eingestiegen. Im Laufe der letzten Jahre ist die Unzufriedenheit mit dem Unternehmen ständig gewachsen. Dabei hat es in der Außendarstellung zeitweise eine schlechte Figur gemacht und beispielsweise im Dezember einen Bonus von 161.000 DKK (21.500 EUR) für gute Werte bei der Pünktlichkeit kommuniziert und gleichzeitig „vergessen“, eine Konventionalstrafe in Höhe von 300.000 DKK (40.100 DKK) für die Verfehlung wichtiger Vertragsziele zu erwähnen. GoCollective betreibt u.a. in Kopenhagen eine große Busflotte sowie die Wasserbusse (Hafenbus) in der dänischen Hauptstadt. (hz)