Commerzbank, BayernLB & Co. mit im Boot
Österreichs Ostrisiko sorgte zuletzt für Debatten.Die Wirtschaftskrise in Zentral- und Osteuropa (CEE) ist offensichtlich doch nicht das "exklusive" Problem der österreichischen Bankenlandschaft.
Die Turbulenzen könnten auch in den Bilanzen deutscher Institute deutliche Spuren hinterlassen. Zumindest wächst derzeit die Sorge vor den eigenen Risiken, wie ein Bericht des "Handelsblatts" (Dienstag-Ausgabe) zeigt. Grund dafür mag sein, dass mit der angelaufenen Berichtssaison demnächst der einen oder anderen deutschen Bank mit Osteuropa-Ableger die Stunde der Wahrheit schlägt.
Warnung vor Pleite Österreichs
Das Thema Ostrisiko hatte zuletzt für böses Blut gesorgt: Zwar bestreitet kaum jemand, dass das starke CEE-Engagement, wie das "Handelsblatt" schreibt, "vor allem für die österreichischen Banken ein Riesenproblem" ist.
Wirtschaftsnobelpreisträger und "New York Times"-Kolumnist Paul Krugman warnte in diesem Zusammenhang zuletzt vor einem möglichen österreichischen Staatsbankrott, ähnlich wie die "Financial Times Deutschland" bereits Anfang März. In beiden Fällen folgten empörte Reaktionen.
Deutschland gleich nach Österreich
Fakt ist, dass laut Daten der österreichischen Finanzmarktaufsicht (FMA) österreichische Kreditinstitute 2008 den Großteil (19,5 Prozent) des Gesamt-Exposures (Kredite von insgesamt über 1,2 Billionen Euro) der in Osteuropa engagierten EU-Banken hielten, dicht gefolgt von deutschen (15,8) und italienischen (15,6 Prozent) Banken.
Nervosität steigt
Das steigende Risiko von Kreditausfällen lässt nun auch bei Letzteren offenbar die Alarmglocken schrillen. Die deutsche Commerzbank etwa ist laut "Handelsblatt" mit 27 Mrd. Euro im CEE-Raum engagiert, hauptsächlich über ihre Tochter BRE Bank, das drittgrößte Kreditinstitut Polens und eine 60-Prozent-Beteiligung der ukrainischen Bank Forum.
Teure Risikovorsorge
Laut "Handelsblatt" musste die Frankfurter Bank ihre Risikovorsorge wegen gesunkener Bonitäten der Kreditnehmer mittlerweile verdreifachen - auf den Betrag von 190 Mio. Euro. Das Neugeschäft liege praktisch auf Eis.
Die Bank Austria, die ebenfalls stark in der Region vertretene Tochter der italienischen UniCredit, kostet ihre Kreditvorsorge in diesem Jahr bereits gut eine Mrd. Euro.
In Osteuropa engagiert ist auch die BayernLB-Tochter Hypo Group Alpe Adria.
RI: "Normalbedingungen frühestens 2011"
Wenn, dann dürften in den "härtesten Zeiten", die der Chef des österreichischen CEE-Marktführers Raiffeisen International Holding (RI), Herbert Stepic, "womöglich" noch kommen sieht, alle Banken mit Ostablegern ähnlich zum Handkuss kommen.
Stepic stellt sich gegenüber dem "Handelsblatt" darauf ein, dass die Zahl der Kreditausfälle noch deutlich steigen wird: "Dieser letzte Teil der Krise hat erst Ende 2008 begonnen und wird sich weiterhin verstärken." Der RI-Vorstandschef glaubt auch nicht an eine Erholung im nächsten Jahr. "Normalbedingungen werden frühestens 2011 herrschen."
http://www.orf.at/090421-37481/index.html
Österreichs Ostrisiko sorgte zuletzt für Debatten.Die Wirtschaftskrise in Zentral- und Osteuropa (CEE) ist offensichtlich doch nicht das "exklusive" Problem der österreichischen Bankenlandschaft.
Die Turbulenzen könnten auch in den Bilanzen deutscher Institute deutliche Spuren hinterlassen. Zumindest wächst derzeit die Sorge vor den eigenen Risiken, wie ein Bericht des "Handelsblatts" (Dienstag-Ausgabe) zeigt. Grund dafür mag sein, dass mit der angelaufenen Berichtssaison demnächst der einen oder anderen deutschen Bank mit Osteuropa-Ableger die Stunde der Wahrheit schlägt.
Warnung vor Pleite Österreichs
Das Thema Ostrisiko hatte zuletzt für böses Blut gesorgt: Zwar bestreitet kaum jemand, dass das starke CEE-Engagement, wie das "Handelsblatt" schreibt, "vor allem für die österreichischen Banken ein Riesenproblem" ist.
Wirtschaftsnobelpreisträger und "New York Times"-Kolumnist Paul Krugman warnte in diesem Zusammenhang zuletzt vor einem möglichen österreichischen Staatsbankrott, ähnlich wie die "Financial Times Deutschland" bereits Anfang März. In beiden Fällen folgten empörte Reaktionen.
Deutschland gleich nach Österreich
Fakt ist, dass laut Daten der österreichischen Finanzmarktaufsicht (FMA) österreichische Kreditinstitute 2008 den Großteil (19,5 Prozent) des Gesamt-Exposures (Kredite von insgesamt über 1,2 Billionen Euro) der in Osteuropa engagierten EU-Banken hielten, dicht gefolgt von deutschen (15,8) und italienischen (15,6 Prozent) Banken.
Nervosität steigt
Das steigende Risiko von Kreditausfällen lässt nun auch bei Letzteren offenbar die Alarmglocken schrillen. Die deutsche Commerzbank etwa ist laut "Handelsblatt" mit 27 Mrd. Euro im CEE-Raum engagiert, hauptsächlich über ihre Tochter BRE Bank, das drittgrößte Kreditinstitut Polens und eine 60-Prozent-Beteiligung der ukrainischen Bank Forum.
Teure Risikovorsorge
Laut "Handelsblatt" musste die Frankfurter Bank ihre Risikovorsorge wegen gesunkener Bonitäten der Kreditnehmer mittlerweile verdreifachen - auf den Betrag von 190 Mio. Euro. Das Neugeschäft liege praktisch auf Eis.
Die Bank Austria, die ebenfalls stark in der Region vertretene Tochter der italienischen UniCredit, kostet ihre Kreditvorsorge in diesem Jahr bereits gut eine Mrd. Euro.
In Osteuropa engagiert ist auch die BayernLB-Tochter Hypo Group Alpe Adria.
RI: "Normalbedingungen frühestens 2011"
Wenn, dann dürften in den "härtesten Zeiten", die der Chef des österreichischen CEE-Marktführers Raiffeisen International Holding (RI), Herbert Stepic, "womöglich" noch kommen sieht, alle Banken mit Ostablegern ähnlich zum Handkuss kommen.
Stepic stellt sich gegenüber dem "Handelsblatt" darauf ein, dass die Zahl der Kreditausfälle noch deutlich steigen wird: "Dieser letzte Teil der Krise hat erst Ende 2008 begonnen und wird sich weiterhin verstärken." Der RI-Vorstandschef glaubt auch nicht an eine Erholung im nächsten Jahr. "Normalbedingungen werden frühestens 2011 herrschen."
http://www.orf.at/090421-37481/index.html