MorphoSys bleibt eine Wette auf die Zukunft

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MorphoSys bleibt eine Wette auf die Zukunft das Zentrum der Mach

MorphoSys bleibt eine Wette auf die Zukunft

 
#1
Für alle die noch genug cash haben und nach diesem fulminanten crash einige anregungen für die zeit danach brauchen, hier ein bericht eines vwd-korrespondenten.

Gruß dZdM

Frankfurt (GLBN) - "Das kann eigentlich nur noch besser werden", prognostizierten Börsianer Ende vergangenen Jahres für den Neuen Markt 2001. Nach dem Kursverfall seit Frühjahr 2000 sahen viele das Ende der Abwärtsbewegung erreicht und hofften auf steigende Kurse zu Beginn dieses Jahres. Doch gleich am ersten Handelstag zeigte die Börse wieder einmal auf eindrucksvolle Weise ihre Unberechenbarkeit. Kaum war der Handel am Dienstag eröffnet, rauschten die Kurse nach unten, nachdem das einstige Vorzeigeunternehmen Intershop die Anleger mit einer Umsatz- und Ertragswarnung beglückt hatte.

Doch selbst an einem solch trüben Tag gibt es noch Lichtblicke. Mit MorphoSys meldet ausgerechnet ein eher umstrittenes Unternehmen am Neuen Markt eine erfreuliche Neuigkeit: Nach zahlreichen Kooperationen mit Konzernen aus der Pharmabranche konnte nun auch ein großes US-Biotechnologieunternehmen als Kunde gewonnen werden. Mit Biogen wurde eine Kooperationsvereinbarung bekannt gegeben.

Der Börsianer reagierte erfreut und schickte Morphosys trotz des miserablen Gesamtmarktes erst einmal um elf Prozent auf 139 Euro nach oben. Auch die Experten reagierten mit Zustimmung. "Mit Biogen wurde ein wichtiger Partner in den USA gewonnen", so Analyst Thomas Schiessle von Delbrück Asset Management.


MorphoSys profitiert von neuen Ansätzen in der Medikamentenentwicklung

Mit der Biogen-Kooperation hat MorphoSys erneut die Bedeutung der eigenen Technologie unterstreichen. Mit der so genannten HuCAL (Human Combinatorial Antibody Library)-Bibliothek gilt das Martinsrieder Unternehmen als führend auf dem Gebiet der Antikörper. Grob gesagt handelt es sich bei der Technologie um ein Verzeichnis von synthetischen menschlichen Antikörpern, die von zentraler Bedeutung bei der Entwicklung neuer, innovativer Wirkstoffe in der Medizin ist. Die Medikamentenentwicklung wird in den kommenden Jahren ganz unter dem Vorzeichen des biologischen Paradigmenwechsels stehen. Wurden bisher fast ausschließlich die Symptome von Krankheiten behandelt, werden in Zukunft immer stärker die eigentlichen Ursachen beziehungsweise Auslöser in den Mittelpunkt der Krankheitsbekämpfung rücken. Bei diesem biologischen Ansatz wird versucht, das körpereigene Immunsystem nachzuahmen, um Krankheitserreger zu bekämpfen.

Experten rechnen mit einem rasch wachsenden Marktanteil der auf Antikörpern basierenden Therapeutika. So sollen künftig rund 25 Prozent der Medikamente auf Antikörper basieren, was einem Verkaufsvolumen von immerhin drei Milliarden US-Dollar entspräche.


MorphoSys-Ansatz genießt großes Ansehen
Unter Fachleuten gilt die Antikörpertechnologie von MrphoSys als fortschrittlichster und effektivster Ansatz. So ist es bereits nach zwei Wochen möglich, im Reagenzglas die für die Bekämpfung einer Krankheit zuständigen Antikörper zu ermitteln und synthetisch herzustellen. Konkurrenten wie etwa das US-Unternehme Medarex verwenden dagegen gentechnisch veränderte ("transgene") Mäuse zur Produktion der Antikörper. Allerdings benötigt dieses Verfahren drei bis sechs Monate. Zudem besteht die Gefahr von Abstoßreaktionen im menschlichen Körper.

Analysten rechnen damit, dass MorphoSys ab 2002 die Gewinnzone erreichen wird. Die Chancen dafür stehen gut, betrachtet man das Geschäftsmodell einmal genauer. Die Umsätze von MorphoSys werden nämlich aus verschiedenen Quellen generiert. Zum einen zahlen die Kooeprationspartner Gebühren für die Nutzung der Bibliothek, zum anderen wird an Forschungs- und Enwicklungsaufträgen verdient. Wichtigste Einnahmequelle sind jedoch die Lizenzgebühren, die bei Entwicklung von Wirkstoffen auf Basis der HuCAL-Technologie fällig werden. Sollten bedeutende Medikamente aus den Kooperationen hervorgehen, winken MorphoSys kräftige Umsatzsteigerungen. In Anbetracht der zahlereichen Kooperationen sollte dies durchaus möglich sein.


Bei Analysten herrscht weiterhin Uneinigkeit über die Aussichten
Trotz der hochinteressanten Unternehmensstory sind die Experten der Banken sich keineswegs einig über die Aussichten der Aktie. Stein des Anstoßes ist die Frage, inwieweit MorphoSys verstärkt in die Entwicklung eigener Medikamente einsteigen muss. Christiane Dienhart von der HypoVereinsbank hält diesen Schritt für überaus wichtig. Bei der reinen Entwicklung von Antikörper seien immer mehr Unternehmen engagiert, so dass diese Sparte an Attraktivität verliere. In der Medikamentenentwicklung ist MorphoSys noch nicht sehr weit vorangeschritten und kann lediglich auf ein gemeinsames Projekt mit der ebenfalls am Neuen Markt notierten GPC Biotech verweisen, wobei dieses Vorhaben aber noch in einer recht frühen Phase ist. Dienhart schätzt MorphoSys daher als "Underperformer" ein.

Ganz anders sieht Schiessle den Fall. "Es ist nicht die Aufgabe von MorphoSys, Medikamente herzustellen", so der Analyst. Als unabhängiger Provider anderer Unternehmen sei MorphoSys sehr gut aufgestellt und habe nicht die finanziellen Risiken der Medikamentenentwickler, die immer damit rechnen müssen, dass ihre hohen Aufwendungen für die Produktentwicklung umsonst erfolgt sind, wenn aus der Forschung kein erfolgreiches Präparat hervorgeht. Zudem sei das Gebiet der Antikörperforschung groß genug für verschiedene Anbieter, so dass die Konkurrenz kein allzu großes Problem darstelle. Schiessle rät daher zum " Übergewichten" von MorphoSys und nennt einen fairen Wert von 270 Euro, was immerhin eine Verdoppelung des jetzigen Kurses bedeuten würde.


MorphoSys bleibt letztlich eine Wette auf die Zukunft
Die Aktie von MorphoSys bleibt letztlich ein aussichtsreiches, aber riskantes Investement. Wenn die Kooperationspartner, darunter immerhin so bedeutende Konzerne wie DuPont und Bayer, bei ihren Forschungen auf Basis von HuCAL Erfolg haben, dürften die Einnahmen reichlich sprudeln und neue Aufträge an das Unternehmen gehen. Bei Rückschlägen könnte die Aktie dagegen unter Druck kommen. In dem hochkomplexen Gebiet der Biotechnologie muss zudem damit gerechnet werden, dass andere, noch effizientere Verfahren künftig entwickelt werden. In Anbetracht dieser Gefahren sollte sich der Anleger bewußt sein, dass er mit MorphoSys ein hochspekualtives Papier erwirbt, das nichts für schwache Nerven ist. Kursbewegungen zwischen 30 und 400 Euro innerhalb der vergangenen zwölf Monate spiegeln die eklatante Uneinigkeit über das Unternehmens wieder, über dessen Bedeutung erst die kommenden Jahre Aufschluss geben können.

von Michael Fuchs, vwd-Börsenkorrespondent

vwd/rb




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