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Möllemann hat Geld wie Heu angenommen


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gut-buy:

Möllemann hat Geld wie Heu angenommen

 
22.10.02 11:12
Mölli hat von Arabern für Waffenlieferungen über Strohmänner
Millionen kassiert . Zumindest wurde das gestern bei Report
so gesagt .  
Der hat gewaltig viel Dreck am Stecken und wir werden uns wundern
( oder auch nicht ) was noch alles zum Vorschein kommt.
Da geht eine Bombe hoch.
Antworten
estrich:

Hat er auch viel Heu angenommen?

 
22.10.02 11:13
MfG

© Eastrich


                                                     Skandalös! - Völlig okay! - Möllemann hat Geld wie Heu angenommen 825158
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Hiob:

Au weia. Wir werden ihn vermissen.

 
22.10.02 11:18
Denn er hatte Unterhaltungswert, der Möllemann - und zwar seit Jahrzehnten. Dafür haben die FDPler wahrlich keinen Ersatz. Westerwelle ist doch jetzt schon reichlich abgenutzt und angezählt. Ich hoffe, daß der Skandal wenigstens noch ein Weilchen dauert und uns die eine oder andere interessante Einsicht oder, besser noch, ein Feuerwerk von Bösartigkeit unter den lieben Parteifreunden beschert. Da ist doch sicher noch die eoine oder andere Rechnung offen, die man bei einem solch schönen Anlaß gleich mitbedienen könnte.

In gespannter Erwartung
HIOB
Antworten
Reila:

gut-buy,

 
22.10.02 11:30
wenn er nicht gegen das Kriegswaffenkontroll- oder andere Gesetze verstoßen und die Provisionen immer hübsch versteuert hat, ist das in Ordnung. Habe Report nicht gesehen. Interessant aber, wie konzertierte Aktionen so laufen, wenn man jemanden loswerden will. Eigentlich fehlt nur noch die Aussage einer Jugendfreundin, daß er sie seinerzeit im Sandkasten vergewaltigt hat.

R.  
Antworten
estrich:

Ist das wahr?

 
22.10.02 11:33
Unfassbar, Möllemann sollte sich sofort freiwillig stellen!

MfG

© Eastrich


                                              Stay Cool, Things Happen - Shocking! - Möllemann hat Geld wie Heu angenommen 825189
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neo andersson:

was mir nicht in die birne will:

 
22.10.02 11:38

warum richtet die fdp mölli in aller öffentlichkeit derartig hin?

gut, er hat sich selbst in's aus mänövriert und sich schon echt zum deppen gemacht. aber warum die den nicht still und heimlich kassiert haben, sondern mit allem pipapo verhauen, will mir nicht einleuchten. diese ganze droherei, dass sie ihn nun verklagen wollen und auch das sie ihn wegen der spenden belangen, könnte nach hinten losgehen.

was passiert eigentlich, wenn mölli einen rappel bekommt, und mal reinen tisch macht. der ist so lange dabei, dass der sicher eine ganze menge politiker/fdpler mit in den abgrund reissen könnte. warum risikieren die eine deratige auseinandersetzung?

schade übrigends, hiob, dass du in hamburg nicht dabei warst. hast echt was verpasst.

in diesem sinne  
Antworten
vega2000:

Das Politiker Geld annehmen ist völlig normal

 
22.10.02 11:41
Die meisten sitzen nicht nur im Bundestag, sondern im Aufsichtsrat von irgendwelchen Unternehmen. Frag mal Rexrodt, -der ist Weltmeister in Sachen Nebenjobs, -hat so ca. 13 Mandate.
Das Möllemann mit den Saudis rummacht ist schon seit den 80ern bekannt. Die Informationen, die zur Zeit verbreitet werden, dienen nur dazu ihn politisch endgültig zu "töten".
Möllemann hat Geld wie Heu angenommen 825209
Antworten
Reila:

neo a., ganz einfach: Die sind dämlich.

 
22.10.02 11:45
Die wollen sich von jemandem befreien, der ständig ihre Positionen in der Partei bedroht. Statt das leise zu regeln, zerschemeißen sie ihr eigenes Porzellan. Da hätte man von Kohl oder Schröder lernen können. Die Jungs haben einfach keine Führungsqualitäten und würden vermutlich in jedem Bewerbungstest fürs Management rausfliegen.

R.
Antworten
ecki:

@vega2000: Zähl mal die Aufsichtsratsposten der

 
22.10.02 11:45
Grünen Bundestagsabgeordneten auf. Die meisten habe ja nicht nur einen, sondern gar mehrere.

Wenn dir keine einfallen, dann schreib halt, dass bei gewissen Parteien teilweise bezahlte Lobbyiisten in der Fraktion sitzen.

Grüße
ecki  
Antworten
Levke:

Genau vega

 
22.10.02 11:45
Wer die Webseiten der Deutsch-Arabischen Gesellschaft anklickt, deren Präsident Jürgen Möllemann ist, erfährt interessante, ja erstaunliche Details. So wird ihm erklärt, dass Israel die "landhungrige Krake" des Nahen Ostens sei; dass es den Menschenrechten diene, einen Vertreter des irakischen Baath-Regimes höflich zu behandeln; und dass die Amerikaner den Golfkrieg im Grunde verloren hätten. "Die Regierung Hussein ist fester im Sattel denn je. Sogar deren Nachfolge ist schon geregelt", meldet ein Führungsmitglied der Deutsch-Arabischen Gesellschaft mit kaum verhohlener Freude. "Ob das nun gefällt oder nicht, diese Tatsachen sind hinzunehmen."

Die Webseiten von Jürgen Möllemanns Freunden leuchten pistaziengrün, weil grün die Farbe des Islam ist. Hier soll in drei Erzählschritten dargestellt werden, vor welchem geschichtlichen Hintergrund sie leuchten.

Erstens. Die Araber haben spät angefangen, sich als Nation zu empfinden. Dabei wurde die Vorstellung, die arabische Intellektuelle sich vom Nationalstaat machten, nicht von westlichen Vorbildern geprägt. Der Westen, das waren die Kolonialmächte, also die Feinde: die Franzosen und Briten. Außerdem wurde die westliche Idee von der Nation als "täglichem Plebiszit" (Ernest Renan) eher als verwirrend empfunden. Viel näher lag ein anderes Modell: Deutschland. Auch dieses Volk hatte lange keine staatliche Identität besessen, war in verschiedene Fürstentümer zersplittert gewesen und nur durch etwas Undefinierbares, Nebulöses namens "Kultur" zusammengehalten worden. Und jetzt, in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhundert, holten diese Deutschen mächtig auf. Sie entwickelten ein durch den Begriff "Rasse" geschärftes Nationalempfinden!

"Wir waren Rassisten, wir bewunderten den Nationalsozialismus, lasen seine Bücher und die Quellen seiner Ideen, insbesondere Nietzsche ... Wir dachten als Erste daran, ,Mein Kampf´ zu übersetzen. Wer in dieser Zeit in Damaskus lebte, kann die Neigung des arabischen Volkes zum Nazismus verstehen, denn er war die Macht, die Vorkämpfer der arabischen Sache sein konnte, und wer besiegt ist, liebt von Natur den Siegreichen." Dies schrieb Sami al-Jundi, der zu den Führern der Baath-Partei gehörte. Später spaltete diese Partei sich in einen syrischen und einen irakischen Flügel; sie sind bis heute in beiden Ländern an der Macht. In der Zeit des Kalten Krieges, als die Sowjetunion die arabischen Diktaturen unterstützte, wurde der nationalsozialistische Untergrund der Baath-Ideologie flüchtig mit roter Marxismus-Leninismus-Farbe übertüncht. Nach 1989 trat er wieder in sattem Braun hervor.

Zweitens. Die Liebe der arabischen Nationalisten zu den Nazis blieb zunächst unerwidert. Je schärfer aber der Konflikt des Großdeutschen Reiches mit den Briten wurde, desto interessanter wurden die potenziellen Verbündeten im Nahen Osten. Am Ende entdeckten die Nazis doch noch ihr Herz für den Multikulturalismus. Sie unterstützten Hadsch Amin al-Husaini, den "Großmufti von Jerusalem", mit Geld und Waffen; er zettelte von 1936 bis 1939 Pogrome und Massaker gegen die zionistischen Siedler im britischen Mandatsgebiet Palästina an. 1941 war er an einer prodeutschen Erhebung in Bagdad beteiligt, die Hunderte Juden das Leben kostete - erst nach drei Tagen wurde sie von britischen Truppen niedergeschlagen. Danach floh der Mufti ins Großdeutsche Reich. Dort freundete er sich mit Heinrich Himmler an und sorgte durch persönliche Intervention dafür, dass 100 000 Juden, denen eigentlich die Ausreise gestattet werden sollte, doch noch in die Gaskammern deportiert wurden. Der Neffe jenes frommen Mannes, ein gewisser Abd al-Rahman Abd al-Rauf Arafat al-Kudwa as-Husaini, hat unter seinem nome de guerre Jassir Arafat auf der Bühne der Weltpolitik reüssiert.

Drittens. Eigentlich hat der Islam keine antisemitische Tradition. Juden waren in der moslemischen Welt Bürger zweiter Klasse mit eingeschränkten, aber verbrieften Rechten; sie galten nicht als gefährlich, sondern als verächtlich. Vor allem sagte man ihnen Feigheit nach. Seit den dreißiger Jahren aber begann das antisemitische Gift aus Europa in den islamischen Blutkreislauf zu träufeln. Nach der Gründung des Staates Israel wurde der Hass gleich literweise importiert. Denn mit einem Mal standen die angeblichen Feiglinge den Moslems als Soldaten einer siegreichen Armee gegenüber. Dafür konnte es freilich nur eine Erklärung geben: die jüdische Weltverschwörung. So wurden die "Protokolle der Weisen von Zion", jene berühmte antisemitische Fälschung, öfter auf arabisch aufgelegt als in jeder anderen Sprache, das Deutsche eingeschlossen.

"Die Juden sind immer dieselben, jederzeit und überall. Erst im Dunkeln leben sie auf. Sie ersinnen ihre bösen Taten im Geheimen ... Der Prophet hat uns über die richtige Art, sie zu behandeln, aufgeklärt, und es ist ihm am Ende gelungen, die Verschwörungen zu zerschlagen, die sie geplant hatten. Heute müssen wir diesem Weg folgen und Palästina vom Schmutz reinigen." So hieß es in einem ägyptischen Lehrbuch der sechziger Jahre. Etwa zur selben Zeit erklärte ein damals noch unbekannter irakischer Armeeoffizier namens Saddam Hussein seinem entsetzten deutschen Gast, Hitlers "Mein Kampf" sei "das wichtigste in unserem Jahrhundert geschriebene Buch", und die Deutschen hätten einen kapitalen Fehler begangen, als sie die Juden nicht total ausrotteten.

"Es geht um einen nationalen deutschen Krieg", heißt es auf der pistaziengrün leuchtenden Webseite der Deutsch-Arabischen Gesellschaft, deren Präsident Jürgen W. Möllemann ist. "Die Herren Michel Friedmann und Paul Spiegel sowie Springer & Co. schwingen die Totschlagkeule, den Generalvorwuf des Antisemitismus." Unterdessen geht in der banalen Wirklichkeit ein ganz anderer Krieg weiter: die Mörder-Intifadah gegen Israel. Finanziert wird sie unter anderem von europäischen Steuergeldern (eigentlich müsste unter jedem Pressefoto, das einen Selbstmordanschlag von Arafats al-Aksa-Brigaden zeigt, der Vermerk "sponsored by the EU" stehen). Unter dem Schutz dieser allgemeinen Kumpanei pflegt Möllemann die spezifische deutsch-arabische Freundschaft der dreißiger Jahre weiter. Gleichwohl bleibt er ein anerkannter Politiker. Ist daran etwas erstaunlich?



Antworten
vega2000:

ecki: Die Lobbyisten sitzen in jeder Partei !!

 
22.10.02 11:47
Es gibt da keine Ausnahme:-(
Möllemann hat Geld wie Heu angenommen 825224
Antworten
Happy End:

Spitze des Eisbergs?

 
22.10.02 11:47
Möllemann hat Geld wie Heu angenommen 825225

Antworten
ecki:

Lobby ja, z.B. sind Teile der

 
22.10.02 11:50
Grünen Fraktion bei BUND, Amnesty oder Greenpeace aktiv.

Aber du sagtest die meisten sitzen (fett bezahlt) in (zumeist mehreren) Aufstichtsräten rum. Könntest du schon richtigstellen, da das schwachsinn ist.

Oder Zähl doch einfach ein paar Grüne Aufsichtsräte und Bundestagsabgeordnete auf.

Grüße
ecki  
Antworten
neo andersson:

dämlichkeit leider die letzte logische erklärung

 
22.10.02 11:51

reila. aber das man die auch noch in aller öffentlichkeit präsentieren muss tut weh. ich frage mich echt, was in den nächsten jahren mit denen passieren wird. ist eigentlich schade drum, ich habe den haufen mal echt gemocht. zumindest vom program her. aber so wie ich das sehe, zeichnet sich ein qualvolles ende ab, wenn die nicht bald ein kanichen aus dem hut zaubern.

und da die cdu/csu ja auch häufig dumm genug ist, wahlkamof direkt gegen ihren einzigen verbleibenden koalitionspartner zu betreiben, bleibt denen ja fast nur noch der traum von der absoluten mehrheit, wenn die mal regieren wollen.....

in diesem sinne
Antworten
vega2000:

@Levke: Da fehlt noch etwas

 
22.10.02 11:51
Die deutsche Exportindustrie (Waffen) lebt nicht schlecht von Unternehmungen, wie die des Herrn Möllemann
Möllemann hat Geld wie Heu angenommen 825238
Antworten
Levke:

Sicher vega

 
22.10.02 11:55
hier passt ein Zahnrad in das Andere...die Industrie...die guten
Beziehungen zum Kapital der arabischen Welt....das alles gepaart
mit  Antijüdischen Parolen......
für Herrn Möllemann sind diese 840.000 Euro für die Flugblattaktion
nur Peanuts bei solchen Supportern.
Antworten
altmeister:

levke

 
22.10.02 11:58
antijüdische parolen?

es waren parolen gegen 2 personen die zufällig juden waren!!!!!
solange dir der unterschied nicht klar wird hat es keinen sinn mit dir darüber zu diskutieren.


mfg altmeister
Antworten
Levke:

ganz schön naiv Altmeister oder wirklich

 
22.10.02 12:08
verblendet....geh' doch mal auf die Seite

www.d-a-g.de/


Noch Fragen ?
Antworten
Reila:

Treibjagd auf Möllemann - und alls spielen mit:

 
22.10.02 12:12
Interessant, wie sich das Bild Möllemanns in der Öffentlichkeit geandelt hat. Dabei geht es nur um ein Machtspiel. Informativ dazu der Brief eines FDP-Landtagsabgeordneten (hier nur Auszüge)
-----------------------
09.10.2002
Brief von Joachim Schultz-Tornau MdL

Liebe Parteifreundinnen und Parteifreunde,

in den letzten Tagen bin ich häufiger von Freunden in und außerhalb der FDP gefragt worden: wie kannst ausgerechnet Du, der doch wahrlich nicht nur gute Erfahrungen mit Jürgen Möllemann gemacht hat, sich so entschieden auf seine Seite stellen ? Böte die jetzige Situation nicht die Möglichkeit, ein paar Rechnungen zu begleichen, die noch offen stehen ?

Dies war für mich jenseits einfacher Schlagworte ein Anstoß, die für mich tragenden Argumente auszuformulieren: deutlich, in persönlicher Färbung und ausführlich. Vor allem für letzteres bitte ich um Nachsicht. Aber hängt nicht von der Entscheidung am 7. Oktober außerordentliches für unsere liberale Partei in Nordrhein-Westfalen ab und sollten wir uns deshalb nicht die Mühe machen, lieber etwas zuviel als zuwenig Zeit für die Entscheidungsfindung aufzuwenden ? Ich jedenfalls habe die herzliche Bitte an alle Leser dieser Zeilen: Legen Sie sich bitte in ähnlicher Weise Rechenschaft über die Gründe ab, die Sie zu diesem oder jenem Urteil führen. Wenn Sie vor solchem Hintergrund am Ende zu einem anderen Ergebnis kommen als ich, so habe ich davor Respekt so wie auch ich für meine Überzeugung Respekt erwarte.
Die Argumente, mit denen Jürgen Möllemann politisch vernichtet werden soll, verletzen mein Empfinden für Gerechtigkeit, sie sind eine Beleidigung für das logische Denken und sie sind eine Zumutung für mein Verständnis von innerparteilicher Demokratie.

Jürgen Möllemann hätte den Flyer unter keinen Umständen an Guido Westerwelle als nordrhein-westfälischem Spitzenkandidaten vorbei in Umlauf setzen dürfen. Dies war ein klarer Vertrauensbruch und gab Anlass zum Zorn. Dennoch hat sich Guido Westerwelle zunächst klug und beherrscht verhalten mit seiner Aussage: Den Flyer zu diesem Zeitpunkt zu bringen, sei unvernünftig, aber er enthalte sachlich nichts, was nicht bekannte Position von Jürgen Möllemann sei. Diese Wertung war im übrigen nicht nur klug im Interesse eines erfolgreichen Wahlkampfs, ich halte sie auch nach wie vor für sachlich angemessen.

Die Dinge gerieten erst dadurch aus dem Ruder, dass eine Hardlinerfraktion in der Berliner Führungsspitze der FDP den Zeitpunkt vier Tage vor der Wahl offenbar glänzend geeignet hielt für eine Generalabrechnung mit Jürgen Möllemann. Was folgte, war der reine Hexensabbat, in dem einer den anderen überbot in der Verurteilung Möllemanns auf offenem Markt und vor staunendem Wählerpublikum - Exzesstäter war dabei vor allem Walter Döring, der baden-württembergische Landesvorsitzende. Wäre ein Fremdling von einem fernen Planeten ohne Vorkenntnisse nach Deutschland gekommen und hätte das Verhalten der FDP-Führungsspitze in den letzten Tagen vor der Wahl beobachtet, er hätte auf die Idee kommen müssen, Hauptwahlkampfziel der FDP sei die Bekämpfung eines gewissen Herrn Möllemann. Ein solch beispielloser Streit, dieses völlig verantwortungslose Hochheizen auf Biegen und Brechen, dies hat allerdings dann der FDP geschadet. Eine Partei, die sich in der letzten Phase eines Wahlkampfes selbst zerlegt, kann nun wirklich nicht damit rechnen, unentschiedene Wähler für sich zu gewinnen. War somit Jürgen Möllemann mit seiner Aktion illoyal gegen Westerwelle, so waren die Verantwortlichen für die völlig überzogenen Reaktionen auf den Flyer illoyal gegenüber allen Wahlkämpfern in der FDP. Für alle diejenigen in der Führungsspitze, die für diese wahnwitzige Eskalation verantwortlich waren, gilt deshalb das berühmte Wort von Gustav Heinemann: "Wer mit dem Finger einer Hand auf einen anderen zeigt, der sollte sich daran erinnern, dass drei Finger der gleichen Hand auf ihn selbst zurückweisen".

Inhaltlich kann ich die Aufregung um den Flyer überhaupt nicht nachvollziehen: Ich habe es in Gelsenkirchen selbst erlebt, wie Jürgen Möllemann Ariel Sharon und Michel Friedman deutlich pointierter als im Flyer angriff, und dies unter lautem Beifall eines Publikums, dem nicht einmal von bösartigsten Beobachtern nachgesagt werden kann, ihm seien irgendwelche braunen Dumpfbacken beigemischt gewesen. Ich habe im übrigen in der gleichen Veranstaltung erlebt, wie Guido Westerwelle diese scharfe Kritik an Sharon und Friedman ohne wenn und aber gegen den Vorwurf des Antisemitismus in Schutz nahm und mit dem Gütesiegel des legitimen adelte.
Wie will man eigentlich am rechten Rand fischen, wenn gleich am Anfang im Flyer das unbedingte Existenzrecht Israels postuliert wird ? Mich macht es bitter und zornig, wenn aus den eigenen Reihen sich mancher zum Kronzeugen derer missbrauchen lässt, denen auch die schäbigste Diffamierung der Liberalen und insbesondere Jürgen Möllemanns nicht zu schade ist. Wenn ich vor etwas Respekt habe, dann vor der israelischen Demokratie, die mitten in der härtesten Auseinandersetzung nach außen nicht in eine Wagenburgmentalität verfällt, sondern in der unbeanstandet die oppositionelle Friedensbewegung die Politik Sharons mit Worten geißelt, die jeden, der die gleiche Wortwahl in Deutschland verwenden würde, unweigerlich als Antisemiten und "braunen Randsiedler" abstempeln würde. Wenn wir etwas von Israel lernen können, dann ist es der unglaublich hoch angesiedelte Stellenwert der Meinungsfreiheit. Der wirkliche - nicht der unterstellte - Antisemitismus ist vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte widerwärtig, aber ein eifernder Philosemitismus, der in schlechtester McCarthy-Manier in jeder unmissverständlichen Kritik an dem brutalen Vorgehen der Regierung Sharon braunes und antisemitisches wittert, schadet unserer politischen Kultur.

Es beleidigt den Sinn für Logik, Jürgen Möllemann für das schlechte Ergebnis der FDP verantwortlich machen zu wollen. Wenn man sich aus dem Reich des Spekulativen in den Bereich der nüchternen Zahlen begibt, dann haben wir bei den härtesten Möllemann-Kritikern in Baden-Württemberg und Bayern ein gerade im Vergleich zu Nordrhein-Westfalen desaströses Ergebnis. Für Walter Döring ist es übrigens die zweite Wahlniederlage in kürzester Zeit. Man muss sich bildhaft vor Augen führen, dass Baden Württemberg bis auf ein Zehntel das Ergebnis der Ruhr erreicht hat und das Wahlergebnis in Stuttgart dem in Bottrop gleich kommt - blamabel für Stuttgart, wahrlich nicht für Bottrop. Bayern schließlich hat mit 4,5 % das schlechteste Bundestagswahlergebnis in seiner ganzen Geschichte eingefahren. In Wahrheit gilt im Blick auf frühere Wahlen: in der Relation zu NRW hätte das Baden-Württemberg-Ergebnis satt zweistellig sein und das in Bayern bei ca. 7 % liegen müssen. Wäre die FDP in Bayern und Baden-Württemberg im Gegensatz zu NRW nicht so miserabel aufgestellt gewesen, hätte es für die Ablösung von Rot-Grün in Berlin und dann in der Folge wohl auch in Düsseldorf bequem gereicht.

Unsinnig ist auch die Debatte, wer für das im Vergleich zum Bund vorzügliche Ergebnis in NRW verantwortlich ist. Wer den Wahlkampf nicht im Schlafwagen verbracht hat, der weiß, dass es zwei prägende Gestalten waren, die für die FDP bestimmend waren, nämlich Guido Westerwelle und Jürgen Möllemann. Beide Persönlichkeiten waren in der Lage, zusammen wichtige Wählergruppen anzusprechen, die eine der beiden allein nur sehr bedingt hätte erreichen können.

Das für die schwierigen Verhältnisse an der Ruhr herausragende Ergebnis dort geht allerdings zu wesentlichen Teilen auf das Konto Jürgen Möllemanns, der der FDP an der Ruhr das lange vorhandene Herrenreiter-Image genommen hat und sie somit auch für Arbeitnehmer wählbar machte. Nun hat der Vorsitzende des Bezirksverbandes Köln MdB Werner Hoyer, der Hauptprotagonist der Kandidatur Pinkwarts, in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung deutlich gemacht, er wünsche sich die FDP wieder als kleine feine Partei und beklagt, dass die FDP zwar in Arbeitnehmerbezirken Stimmen gewonnen, aber in den Villenvierteln Stimmen verloren habe. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass uns Werner Hoyer zum zweiten Mal das Thema "Partei der Besserverdienenden" auf den Hals schicken würde. Ich jedenfalls will keinen Zweifel lassen: Ich will unter keinen Umständen eine FDP, die ihre Wähler nach dem Geldbeutel sortiert.

Um der innerparteilichen Demokratie willen wehre ich mich dagegen, dass den Delegierten durch unzulässige Verknüpfungen ihr souveränes Entscheidungsrecht beschnitten werden soll: eine breite Mehrheit in der nordrhein-westfälischen FDP will die Zukunft mit Westerwelle und Möllemann gestalten. Würde Guido Westerwelle die Vertrauensfrage stellen, bekäme er eine herausragende Mehrheit und auch Jürgen Möllemann müsste sich um ein positives Votum, allerdings auf deutlich schmalerer Basis, keine Sorgen machen, ginge es nur um seine Person. Um dies zu verhindern und um Jürgen Möllemann endgültig politisch zu vernichten, werden nunmehr die Delegierten dergestalt unter Pression gestellt, dass ihnen gesagt wird, ein positives Votum für Jürgen Möllemann bedeute zugleich ein Misstrauensvotum für Guido Westerwelle. Gegen diese sachlich falsche Zuspitzung wehre ich mich mit aller Entschiedenheit, weil sie den demokratischen Willensbildungsprozess in der Partei zu verfälschen droht.
Noch bizarrer wird die Situation im Blick auf den Kandidaten für den Landesvorsitz Professor Pinkwart. Hier soll ein Kandidat unter Berufung auf den Bundesvorsitzenden durchgepaukt werden, den die Hälfte der Partei - obwohl seit mehr als sechs Jahren stellvertretender Landesvorsitzender - so gut wie nicht kennt und bei dem die andere Hälfte erhebliche Zweifel hat an der Eignung für dieses Amt. Mir ist in der Geschichte der FDP, aber auch bei keiner anderen demokratischen Partei, ein vergleichbarer Fall bekannt, dass der Vorsitzende eines großen Landesverbandes nicht aufgrund eigener Statur, nicht aufgrund eigener Überzeugungskraft gewählt werden soll, sondern dass dies mit der "Begründung" geschehen soll, andernfalls werde der Bundesvorsitzende beschädigt.

Die Strategen, die Guido Westerwelle einreden, nur die politische Vernichtung Jürgen Möllemanns und nicht ein fairer Interessenausgleich, mache ihn zu einem starken Vorsitzenden, laden schwere Verantwortung auf sich. Sie sind verantwortlich für die Spaltung der nordrhein-westfälischen FDP, sie richten mutwillig einen beispiellosen Scherbenhaufen an, treiben - gleich wie das Ergebnis am 7. Oktober aussieht - viele Parteifreunde in die innere Emigration und sorgen bei einer solch beispiellosen Selbstzerfleischung für ein unsympathisches hässliches Gesicht der FDP nach außen. Wir sind auf dem besten Wege das Projekt 18 abzulösen durch ein Projekt U 5.

...
Antworten
mod:

Levke, thx für 10.Posting, sehr informativ! Quelle o.T.

 
22.10.02 12:15
Antworten
altmeister:

levke

 
22.10.02 12:17
 nicht ich bin verblendet sondern du durch den hass in deinem herzen!
damit auch aus dir ein wissender mensch wird empfehle ich dir das buch

ignatz bubies die wahrheit!



ein nachweißlich wares buch über den aufstieg des unholds da es auch bubis nicht schafteauch nur eine seinr taten  zu leugnen!
auch der ziehsohn von bubies ( friedmann) und scharon haben ein kapitel.
wen du das gelesen hast was nochmal
l unwiederlegt ist obwohl natürlich  versucht .siehst du schnell ein das du dein ganzes leben lang verblendet an das falsche geglaubt hast .


mfg altmeister


Antworten
Levke:

www.welt.de ----mod o.T.

 
22.10.02 12:17
Antworten
mod:

@Altmeister

 
22.10.02 12:33
Könntest Du bitte Deinen obigen Buchhinweis
etwas präzisieren?
Ich kenne das Buch nicht und habe es auch
nicht bei amazon.de gefunden.

Vielen Dank für Deine Bemühungen
m.
Antworten
vega2000:

@ecki Schau dir mal die Liste Hunzinger an

 
22.10.02 12:33
 


Lobbyisten ohne Skrupel - Wie unabhängig sind Politiker?
AUTOREN: Caroline Walter, Steffen Mayer, Andrea Böll und Susanne Haerpfer




Manchmal frage ich mich, wieso wir überhaupt noch ein Parlament brauchen. Wer regiert? Die demokratisch Legitimierten - oder die Lobbyisten?

Da ist das System Hunzinger: Beziehungsmakler stellen Kontakte her: Personen mit Einfluss treffen Politiker, von denen sie einen Gefallen bräuchten. Und umgekehrt. Bei einem feinen Dinner und fern der Öffentlichkeit.

In diesen Salons findet nicht nur small talk statt: hier werden harte Geschäfte eingefädelt und Jobs verteilt.

Andrea Böll, Susanne Härpfer, Steffen Mayer und Caroline Walter zeigen Ihnen, was hinter den Vorhängen geschieht, wenn Lobbyisten die Fäden in die Hand nehmen.

Rudolf Scharping musste von der Bühne abtreten, und auch Cem Özdemir - Beide haben fragwürdige Geschäfte gemacht. Mit ihm - Moritz Hunzinger. Bei dem PR-Berater gingen sie alle ein und aus, er führte Politiker und Unternehmer einander zu. Und für die Politiker lohnte sich der Besuch bei Hunzinger. Oft gab es großzügiges Honorar oder Parteispenden für einen Auftritt.

Jetzt geht man auf Distanz: SPD-Generalsekretär Müntefering über Hunzinger:

Franz Müntefering, SPD-Generalsekretär:
"Solche Leute sollten wir aus der Politik raushalten."

Scheinheilig, findet Moritz Hunzinger:

Moritz Hunzinger:

"Ich habe ihm geschrieben, dass er wissen muss, das wissen wir, dass er das weiß, dass es uns seit 23 Jahren gibt. Er ist uns auch oft begegnet im Dienst, ja, dass Hunderte von SPD-Abgeordneten, Staatssekretäre, Minister, unsere Gäste bei Informationsveranstaltungen der Wirtschaft waren, selber dort prominent in Erscheinung getreten sind."

Dabei ist Hunzinger ein Mann mit Vergangenheit: er hat allerbeste Kontakte zur Rüstungsindustrie, machte PR für den libyschen Diktator Ghaddafi. Und wegen eines unsauberen Aktiendeals musste er eine hohe Geldstrafe zahlen. All das ist seit Jahren bekannt, doch seine Politikerfreunde schien das nicht zu stören.

Hunzingers System: Unternehmen zahlen dem PR-Berater Geld, damit er ihnen Einfluss bei Politikern verschafft. Hunzinger wiederum gibt Geld an die Politiker weiter - zum Beispiel eine Spende an die Partei. So was schafft Dankbarkeit.

Herbert von Arnim, Verfassungsrechtler:
"Da wurde Einfluß für die Wirtschaft geschaffen, ohne dass die Rolle Hunzingers dabei immer ganz deutlich wurde, die wurde verdeckt, weil Hunzinger gleichzeitig sich bei den Politikern lieb Kind gemacht hat."

Hunzinger und Rudolf Scharping. Der Vorwurf: Scharping kassierte für Vorträge hohe Honorare, gab Hunzinger Vollmacht über ein Konto und ließ sich offenbar von ihm teuer einkleiden.

Ein Verteidigungsminister, der von einem Rüstungslobbyisten bezahlt wird.

Hunzinger und Friedrich Merz, Duzfreunde. Da gab's auch mal private Abendessen. Und wenn es um ein heikles Rüstungsgeschäft ging, Panzer und U-Boote für Taiwan, dann konnte Hunzinger auf seinen Freund Merz bauen. Ein Rüstungsmanager wollte einen Termin bei Kanzler Kohl, kein Problem, sagt Hunzinger, denn

" ... Friedrich Merz, der meine Arbeit freundschaftlich begleitet und fördert, unterstützt dieses Vorhaben wertvoll."

Friedrich Merz wäre gerne Finanzminister unter einem Kanzler Stoiber, da will er sich nur vage an Hunzinger und Rüstungsexporte erinnern.

Friedrich Merz, CDU:
"Ich glaube das Thema Rüstungsexporte hat, wenn überhaupt nur am Rande eine Rolle gespielt, ich müßte es jetzt nachgucken, vielleicht war es das Jahr, wo es auch um diese U-Boot-Geschichte mit Taiwan ging, ich weiß das aber nicht mehr."

Hunzinger und Roland Koch. Alte Freunde. 1998 war Koch noch unbekannt und er wollte so gerne Ministerpräsident in Hessen werden. Schnell hat er ein Buch geschrieben und mit Hunzinger gesprochen. Der verlegt das Buch, und macht für über 175.000 Mark Werbung. Die wurde Herrn Koch dann verboten. Die Opposition erklärt warum:

Gert-Uwe Mende, SPD-Landtagsfraktion Hessen:
"Wir werfen Herrn Koch in diesem Zusammenhang vor, daß er eine illegale Form der Parteienfinanzierung gewählt hat, indem er sich von seinem Duzfreund Hunzinger Werbung in einem riesigen Umfang hat spendieren lassen, die nur ein einziges Ziel hatte, nämlich Roland Koch vor der letzten Landtagswahl bekannt zu machen, der war damals noch ein sehr unbekannter Politiker in Hessen und bundesweit."

Gegenleistung? Na ja, Moritz Hunzinger bekam immerhin von der hessischen Regierung das Bundesverdienstkreuz.

Gert-Uwe Mende, SPD-Landtagsfraktion Hessen:
"Es ist uns vollkommen unklar, wofür Moritz Hunzinger das Bundesverdienstkreuz bekommen hat, und warum die hessische Landesregierung das forciert hat, was wir allerdings wissen ist, dieses Bundesverdienstkreuz wurde in den Reihen der hessischen Landesregierung wochenlang hin und hergeschoben, weil es dann keiner überreichen wollte, weil Herr Hunzinger damals schon sehr negativ in den Schlagzeilen war."

Leistung und Gegenleistung. Doch einen Hunzinger braucht nicht jeder Abgeordnete. Viele lassen sich direkt von Unternehmen und Interessensverbänden einspannen und sogar bezahlen. Kontraste hat einmal nachgeschaut, in wessen Diensten unsere Abgeordneten noch so stehen.

Michael Glos
Er sitzt nicht nur im Bundestag, sondern auch bei drei großen Energiekonzernen im Beirat, Aufsichtsrat oder Vorstand.

Guido Westerwelle
Er sitzt im Beirat der großen Hamburg Mannheimer Versicherung.

Klaus Kinkel
Er steht in den Diensten eines Energiekonzerns, einer Versicherung und eines Bankhauses.

Wolfgang Bosbach
Er sitzt im Aufsichtsrat der Securitas, einer großen privaten Sicherheitsfirma.

Für diese Jobs gibt es Geld und wer zahlt, bekommt Einfluss auf die Politik. Dabei sollen die lieben Politiker doch laut Grundgesetz unabhängig sein. Dafür bekommen sie als Gehalt vom Steuerzahler über 10.000 Euro im Monat.

Hans Herbert von Arnim, Verfassungsrechtler:
"Es gilt als ganz normal und selbstverständlich, dass ein Abgeordneter neben seinem Einkommen, das er vom Steuerzahler bezieht, auch noch Einkommen von an der Gesetzgebung interessierten Unternehmen oder Verbänden bezieht, sich also quasi in die bezahlten Dienste eines Lobbyisten begibt, das gilt als ganz normal, obwohl es eigentlich ein Skandal ist."

Je wichtiger ein Politiker, desto besser für das Unternehmen, das ihn an sich bindet. Die Nordfleisch aus Hamburg, einer der größten Fleischfabrikanten Europas darf sich glücklich schätzen. In ihrem Aufsichtsrat sitzt Harry-Peter Carstensen. Er wurde gerade erst von Stoiber zum künftigen Landwirtschaftsminister gekürt. Schon heute sitzt er im Ausschuss für Verbraucherschutz und Landwirtschaft. Sein Credo: Masse statt Klasse, weniger Kontrollen. Kein Wunder, er muss ja auch noch an seinen zweiten Posten denken, im Aufsichtsrat beim Massenfabrikanten Nordfleisch.

Hans Herbert von Arnim, Verfassungsrechtler:
"Wenn ein Politiker sich in die Dienste eines Interessenten begibt, sich von ihm bezahlen lässt, manchmal sehr hoch, ist das für mich eine Form der Korruption."

Doch bisher muss kein Abgeordneter bekannt geben, wie viel Geld er für seine Nebentätigkeiten bekommt, und welche Posten er sonst noch hat. Die Öffentlichkeit erfährt nur, was der Abgeordnete angeben will.

Der Abgeordnete Ulrich Kelber zeigt, dass es auch anders geht. Im Internet veröffentlicht er freiwillig alle seine Jobs und Einkünfte, samt Steuererklärung.

Ulrich Kelber, SPD, Mitglied des Bundestages:
"Ich mache meine Einkommensverhältnisse öffentlich, weil ich der Meinung bin, daß die Bürgerinnen und Bürger einen Anspruch haben zu wissen, was verdient ein Abgeordneter, verdient er es nur beim deutschen Bundestag, oder gibt es andere Quellen seiner Einkünfte, z.B. andere Arbeitgeber, oder Beraterverträge, damit sich die Bürgerinnen und Bürger ein Bild darüber machen können, wen vertritt er, welche Interessen muss dieser Abgeordnete im Parlament vertreten, und darauf hat jeder aus meiner Sicht einen Anspruch."

Leider sind viele Abgeordnete gar nicht einsichtig. Sie müssten per Gesetz dazu gezwungen werden, ihre Finanzen und Posten offen zu legen. Darüber wird jetzt heiß gestritten.

Hans Herbert von Arnim, Verfassungsrechtler:
"Das große Problem ist, dass gegen die Korruption von Abgeordneten keine wirksamen Regelungen gibt, und das hat darin seinen Grund, dass solche Gesetze die Abgeordneten selbst machen müssten, sie müssen sich also wie Münchhausen aus dem Sumpf ziehen."

Sonst ziehen weiter Unternehmer und Lobbyisten die Strippen im deutschen Bundestag.


Die Liste: Hunzingers Politiker

Zum Geschäft des Moritz Hunzinger gehört es, Politiker und Wirtschaftsgrößen zusammenzuführen - in der Regel lassen sich die Wirtschaftskapitäne die Vermittlung von hochkarätigen Politikern auch etwas kosten. Seit Jahren veranstaltet Hunzinger deswegen "Politische Salons" und "Parlamentarische Abende".

Spitzenpolitiker wie Joschka Fischer und Rezzo Schlauch, die in diesem Zirkel Vorträge gehalten haben, wurden dafür mit Parteispenden belohnt. Doch die beiden Spitzengrünen sind bei weitem nicht die einzigen Politiker, die Hunzingers Salons und Abende besuchten. MAX präsentiert die Liste von Hunzingers hochkarätigen Gästen (die fettgedruckten Politiker haben bei Hunzinger genauso wie Fischer und Schlauch Vorträge gehalten oder saßen bei Diskussionen auf dem Podium).

Arentz, Hermann-Josef (CDU/ CDA-Bundesvorsitzender (Arbeitnehmerflügel CDU), Schecks kassiert)
Bangemann, Martin (FDP, früherer Bundeswirtschaftsminister, Politischer Salon, Buch, Spende kassiert, Freund Hunzingers)
Batliner, Herbert (Liechtensteiner Treuhänder/ Schwarzgeld CDU/ Zusammenarbeit mit Hunzinger)
Benner, Klaus-Dieter (Ministerialrat Hessen Minsterium Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung/ Politischer Salon)
Bergmann-Pohl, Sabine (CDU, Vortrag Politischer Salon, Spende für Wahlkreis kassiert)
Biedenkopf, Kurt (CDU, Vortrag Politischer Salon)
Blüm, Norbert (CDU, Buch, Duz-Freund Hunzingers)
Bodewig, Kurt (Vortrag Parlamentarischer Abend)
Boenisch, Peter (Kohl-Berater, Parlamentarischer Abend)
Bohl, Friedrich (ehemaliger Kanzleramtschef, Vortrag Politischer Salon, Spende für den Wahlkreis kassiert)
Bürgener, Axel (Generalleutnant, Heeresführungskommando, Politischer Salon)
Bury Hans-Martin (SPD, Staatsminsiter im Kanzleramt, ehem. Aufsichtsratschef Hunzinger, Vortrag Parlamentarischer Abend Vortrag)
Catenhusen, Wolf-Michael (SPD, MdB, Parlamentarischer Abend Vortrag)
Corts, Udo (Frankfurter CDU-Chef, Politischer Salon)
Cunitz, Olaf (Vorstandssprecher Grüne Kreisverband FfM)
Dregger, Alfred (CDU, Politischer Salon Vortrag)
Fischer, Joschka (Grüne, Politischer Salon Vortrag, Spende)
Frisch, Peter (Ex-Verfassungsschutz-Präsident, Aufsichtsrat Hunzinger, Vortrag Politischer Salon)
Genscher, Hans-Dietrich (FDP, Vortrag Politischer Salon)
Gerhardt, Wolfgang (FDP, Liberaler Sommergipfel)
Glos, Michael (CSU-Landesgruppen-Chef, Vortrag Parlamentarischer Abend)
Göring-Eckardt, Katrin (BT-Fraktion Grüne, Vortrag Parlamentarischer Abend)
Großmann, Achim (SPD, MdB, Politischer Salon)
Hauff, Volker (SPD, Buch, Vortrag Politischer Salon)
Hendricks, Barbara (SPD, MdB, Parlamentarischer Abend Vortrag)
Hettinger, Ulrich (CDA, Politischer Salon)
Jakubeit, Barbara (CDU, Politischer Salon)
Kansy, Dietmar (CDU, MdB, Parlamentarischer Abend)
Kießling, Günter (Ex-General)
Kinkel, Klaus (FDP, Vortrag Politischer Salon, Spende, Sommergipfel, Spenden für den Wahlkreis kassiert)
Koch, Roland (CDU Schulfreund Hunzingers, Buch, Vortrag Politischer Salon, Spende für den Wahlkreis kassiert)
Kohl, Helmut (CDU, kennen sich)
Künast, Renate (Grüne, Vortrag Poltischer Salon, Spende)
Maizière, Lothar de (Aufsichtsrat Hunzinger)
Meier, Richard (Ex-Verfassungsschutz-Präsident, Vortrag Politischer Salon)
Merkel, Angela (CDU, kennen sich, telefonieren abundzu)
Merz, Friedrich (CDU, Duz-Freund Hunzingers, Vortrag Parlamentarischer Abend)
Möllemann, Jürgen (FDP, Vortrag Politischer Salon)
Müller, Michael (SPD, Vortrag Parlamentarischer Abend)
Müller, Werner (parteilos, Vortrag Parlamentarischer Abend)
Noack, Harald (SPD, NRW-Finanzsekretär, Aufsichtsrat Hunzinger)
Nouripour, Omid (Landesvorstand Grüne Hessen, Politischer Salon)
Oswald, Eduard (CSU, MdB, Politischer Salon)
Otto, Hans-Joachim (FDP, MdB, Vortrag Parlamentarischer Abend)
Özdemir, Cem (Grüne, Kredit, Vortrag Parlamenatrischer Abend)
Pieper, Cornelia (FDP, Vortrag Parlamentarischer Abend)
Plottnitz, Ruprt von (Grüne, Vortrag Politischer Salon)
Probst, Simone (Grüne MdB, Vortrag Parlamentarischer Abend)
Reinhardt, Klaus (oberster General, persönliche Spende kassiert)
Rexrodt, Günter (FDP, Vortrag Politischer Salon, Spende)
Rößner, Tabea (Grüne, Politischer Salon)
Rühe, Volker (CDU, Vortrag Politischer Salon, Duz-Freund Hunzingers, Spende für den Wahlkreis kassiert)
Schäfer, Helmut (FDP, Vortrag Politischer Salon)
Scharping, Rudolph (SPD, Hunzinger: "einer meiner 30 besten Freunde", Vortrag Politischer Salon, Spende auch für den Wahlkreis kassiert)
Scheel, Christine (Grüne, MdB, Parlamentarischer Abend)
Schipanski, Dagmar (CDU, Vortrag Parlamentarischer Abend)
Schlauch, Rezzo (Grüne, Vortrag Politischer Salon, Spende)
Schönbohm, Jörg (CDU, Parlamentarischer Abend)
Solms, Hermann-Otto (FDP, Sommergipfel, Spende für den Wahlkreis kassiert)
Späth, Lothar (CDU, Vortrag Parlamentarischer Abend)
Steiner, Michael (SPD, Kosovo-Beauftragter, Kanzler-Berater, Zusammenarbeit)
Stoiber, Edmund (CSU, Zusammenarbeit)
Süssmuth, Rita (CDU, Vortrag Politischer Salon)
Thoma, Helmut (Medienberater Wolfgang Clement, Parlamentarischer Abend)
Voigt, Karsten (SPD, Vortrag Politischer Salon)
Waigel, Theodor (CSU, Parlamentarischer Abend, Spende für die Landespartei kassiert)
Weizäcker, Richard von (CDU, Vortrag Parlamentarischer Abend)
Westerwelle, Guido (FDP, Sommergipfel, Vortrag Parlamentarischer Abend, Spende für den Wahlkreis kassiert)
Wissmann, Matthias (CDU, Buch)
Wulff, Christian (CDU, Vortrag Politischer Salon)
Ziel, Alwin (SPD, Vortrag Parlamentarischer Abend)
Max-online
Möllemann hat Geld wie Heu angenommen 825303
Antworten
Levke:

für mod

 
22.10.02 12:36
Ignatz Bubis als moralische Instanz ?

Wiedereinmal wagt es der seit über 30 Jahren in der nationalen Publizistik tätige Peter Dehoust mit seinem Buch “Ignatz Bubis - die Wahrheit” ein bundesrepublikanisches Tabu zu brechen . Denn dieses Werk ist keine Lobeshymne im leidlich bekannten Sinne , sondern eine sehr kritische ,aber sachlich fundierte Auseinandersetzung mit der politisch-moralischen Person Ignatz Bubis .Detailliert und in einer sehr verständlichen Ausdrucksweise schildert der Coburger Autor den wechselvollen Lebenslauf dieser  unablässig in den Medien präsenten Galionsfigur der FDGO .

Von seiner ostjüdischen Herkunft und seiner Jugend im polnischen Ghetto; über seine Schwarzmarktaktivitäten in der Sowjetischen Besatzungszone und seinen Immobilien - Spekulationen Anfang der siebziger Jahre in Frankfurt -Westend  ,weswegen er ,was heute ziemlich kurios anmutet ,massiv vom linkem Spektrum in der Öffentlichkeit angegriffen wurde .Bishin zu seiner Wahl zum Zentralratsvorsitzenden der Juden in Deutschland im Jahre 1992 und der ausführlichen Darstellung seiner Rolle als moralische Instanz bis in unsere allerjüngsten Vergangenheit , wird der Leser mit einer Fülle von Einzelheiten konfrontiert , die der breiten Öffentlichkeit  nicht bekannt sind .Denn obwohl Herr Bubis ständig vor einer neuen Welle des Rassismus warnt und den Deutschen wegen ihrer ach so schrecklichen Vergangenheit beharrlich ins Gewissen redet , zieht es der 600 Millionen DM schwere Immobilienhändler lieber vor in Deutschland  zu bleiben anstatt ins “tolerante und weltoffene” Israel auszuwandern ;und sich sogar von den “anti-semitisch veranlagten” Deutschen (laut Goldhagen) einen aufwendigen Personenschutz angedeihen zu lassen , der ansonsten nur offiziellen Staatsrepräsentanten in herausgehobener Funktion zusteht .

Doch es kommt noch dicker .Nur die wenigsten Mitbürger in diesem Land wissen ,daß der als demokratisches  Vorbild geltende Ignatz Bubis 1952 in Dresden zu 12 Jahren Zuchthaus mit Vermögenseinziehung wegen schwerer Spekulationsverbrechen verurteilt worden ist; ganz zu schweigen von seiner Verstrickung im undurchschaubaren und heute heiß diskutierten Goldhandel mit der Schweiz kurz nach dem Krieg ,wobei zu beachten sein sollte ,daß die Lieferanten bis heute nicht bekannt sind . Diese Geschäfte bildeten die Grundlage zu seinem riesigen Vermögen .Das solche Tatsachen in einer “offenen” und ansonsten ziemlich schwätzlustigen  Gsellschaft nicht erörtert werden ,sollte über unsere übliche Auffassung von Meinungsfreiheit -und pluralität und deren Umsetzung in der heutigen bundesdeutschen Medienlandschaft zu denken geben .Wobei wir jetzt zu einem weiteren Themenkomplex kommen: Ignatz Bubis und die deutsche Rechte .Wie wohl kein anderer Interessenvertreter ermahnt Ignatz Bubis die Deutschen patriotische Regungen im Ansatz zu bekämpfen und die gesetzliche Freiheit für nationale Bürger einzuengen . Mit seiner Sympathie zu einer  selbstherrlichen Abänderung eines bekannten NS-Zitat durch eines jüdischen Gemeindemitgliedes ( “ Wer Nazi ist ,bestimmen wir!”),trägt der Multifunktionär Bubis maßgeblich an der Verfemung einer nonkonformen Minderheit und deren gesellschaftlichen Ausgrenzung bei. Als “Lichtgestalt”(laut SZ) kann Bubis somit abschließend nicht betrachtet werden .Und auch auf die im Buch gestellte Frage ,ob Ignatz Bubis eine wirkliche Qualifizierung zum moralischen Lehrmeister der deutschen Nation besitzt ,kann der Leser eine passende Antwort geben !

Gerade für Jugendliche ,die z.B. die kontroverse Auseinandersetzung um das Faßbinder Stück nicht miterleben konnten ,ist dieses Handbuch sehr zu empfehlen .

Das Buch hat 140 Seiten ,ist reich bebildert und die leserfreundliche Gestaltung runden diesen Silberling ab.


 

 
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