Vielleicht nächste Woche, vielleicht im Januar
Bush oder Gore - Hängepartie ums Weiße Haus
Vielleicht dauert es noch bis nächste Woche, im schlimmsten Fall sogar bis Januar: Die Entscheidung darüber, wer Präsident der Vereinigten Staaten wird, lässt auf sich warten. Wenn nicht noch einer der beiden Kandidaten freiwillig verzichtet, bieten sich folgende Szenarien an:
Warten auf die Briefwähler
Die Wahl entscheidet sich, sobald in Florida ein Endergebnis vorliegt. Laut der Staatsministerin des Bundesstaates, Katherine Harris, soll dies frühestens am nächsten Freitag geschehen. Denn selbst nach der zweiten Auszählung scheint der Abstand zwischen dem Republikaner George W. Bush und dem Demokraten Al Gore so knapp, dass die Stimmen der im Ausland lebenden Bürger abgewartet werden müssen. Die Frist zur Auswertung der Briefwahl läuft am 17. November aus.
Kommen die Richter ans Wort?
Gewinnt Bush in Florida, dann dürfte Gore auf den Rechtsweg setzen, um seinen Anspruch auf die Präsidentschaft zu wahren. Die Demokraten unterstützen die Klagen von Bürgern gegen missverständliche Stimmzettel im Wahlbezirk Palm Beach. Die Republikaner dürften in diesem Fall ihrerseits Einspruch gegen Ergebnisse aus anderen Stimmbezirken in einigen Bundesstaaten einlegen. "Die Sache könnte über einen Monat dauern", meint der Historiker Allan Lichtman aus Washington.
Die Anfechtung der Wahl im Bezirk Palm Beach ist eine Reise ins Ungewisse: Kein Fall ist bekannt, in dem Ergebnisse, von denen der Sieg bei der US-Präsidentschaftswahl abhing, vor Gericht in Zweifel gezogen wurden. Die Richter in Florida, die sich mit dem Fall befassen müssen, haben einen großen Ermessensspielraum. Laut den Statuten des Bundesstaates können Kandidaten, Wähler oder Steuerzahler die Ergebnisse eines Urnengangs aus den unterschiedlichsten Gründen anfechten, zum Beispiel wegen "Empfangs einer Anzahl von illegalen Stimmen oder der Annullierung einer Anzahl von legalen Stimmen, die den Ausgang der Wahl ändern oder in Frage stellen würden". Ganz allgemein ist Anlass für eine Klage gegeben, "wenn sie beweist, dass eine andere Person als der erfolgreiche Kandidat für das fragliche Amt nominiert oder gewählt wurde".
Neuer Urnengang bedarf eines "Erdbebens"
Welche Konsequenzen die Richter ziehen dürfen, ist nicht ausdrücklich festgelegt. Theoretisch könnten sie einen neuen Urnengang anordnen oder das Wahlergebnis korrigieren, meint Richard McFarlain, Justitiar der Florida State University, der früher für die republikanische Partei arbeitete. "Aber sie werden dies nicht leichtfertig tun." Es bedürfe eines "Erdbebens" in Form von massivem Wahlbetrug oder Korruption, um ein Wahlergebnis umzustoßen. Zuletzt geschah dies 1997, als ein Richter in Miami die Bürgermeisterwahl annullierte.
Verfassungsmänner sollen am 20. Januar zusammentreten
Ist das Ergebnis am 18. Dezember noch offen, dann können die 538 Wahlmänner aus den 50 Bundesstaaten und dem Hauptstadtbezirk District of Columbia womöglich nicht zusammentreten, um stellvertretend für die Bürger den nächsten Präsidenten zu wählen. Bei einem Patt entscheidet das Repräsentantenhaus, das in seiner neuen Zusammensetzung offiziell erst Anfang Januar zusammenkommt. Zur Mittagsstunde am 20. Januar scheidet der bisherige Präsident Bill Clinton aus dem Amt.
Bush oder Gore - Hängepartie ums Weiße Haus
Vielleicht dauert es noch bis nächste Woche, im schlimmsten Fall sogar bis Januar: Die Entscheidung darüber, wer Präsident der Vereinigten Staaten wird, lässt auf sich warten. Wenn nicht noch einer der beiden Kandidaten freiwillig verzichtet, bieten sich folgende Szenarien an:
Warten auf die Briefwähler
Die Wahl entscheidet sich, sobald in Florida ein Endergebnis vorliegt. Laut der Staatsministerin des Bundesstaates, Katherine Harris, soll dies frühestens am nächsten Freitag geschehen. Denn selbst nach der zweiten Auszählung scheint der Abstand zwischen dem Republikaner George W. Bush und dem Demokraten Al Gore so knapp, dass die Stimmen der im Ausland lebenden Bürger abgewartet werden müssen. Die Frist zur Auswertung der Briefwahl läuft am 17. November aus.
Kommen die Richter ans Wort?
Gewinnt Bush in Florida, dann dürfte Gore auf den Rechtsweg setzen, um seinen Anspruch auf die Präsidentschaft zu wahren. Die Demokraten unterstützen die Klagen von Bürgern gegen missverständliche Stimmzettel im Wahlbezirk Palm Beach. Die Republikaner dürften in diesem Fall ihrerseits Einspruch gegen Ergebnisse aus anderen Stimmbezirken in einigen Bundesstaaten einlegen. "Die Sache könnte über einen Monat dauern", meint der Historiker Allan Lichtman aus Washington.
Die Anfechtung der Wahl im Bezirk Palm Beach ist eine Reise ins Ungewisse: Kein Fall ist bekannt, in dem Ergebnisse, von denen der Sieg bei der US-Präsidentschaftswahl abhing, vor Gericht in Zweifel gezogen wurden. Die Richter in Florida, die sich mit dem Fall befassen müssen, haben einen großen Ermessensspielraum. Laut den Statuten des Bundesstaates können Kandidaten, Wähler oder Steuerzahler die Ergebnisse eines Urnengangs aus den unterschiedlichsten Gründen anfechten, zum Beispiel wegen "Empfangs einer Anzahl von illegalen Stimmen oder der Annullierung einer Anzahl von legalen Stimmen, die den Ausgang der Wahl ändern oder in Frage stellen würden". Ganz allgemein ist Anlass für eine Klage gegeben, "wenn sie beweist, dass eine andere Person als der erfolgreiche Kandidat für das fragliche Amt nominiert oder gewählt wurde".
Neuer Urnengang bedarf eines "Erdbebens"
Welche Konsequenzen die Richter ziehen dürfen, ist nicht ausdrücklich festgelegt. Theoretisch könnten sie einen neuen Urnengang anordnen oder das Wahlergebnis korrigieren, meint Richard McFarlain, Justitiar der Florida State University, der früher für die republikanische Partei arbeitete. "Aber sie werden dies nicht leichtfertig tun." Es bedürfe eines "Erdbebens" in Form von massivem Wahlbetrug oder Korruption, um ein Wahlergebnis umzustoßen. Zuletzt geschah dies 1997, als ein Richter in Miami die Bürgermeisterwahl annullierte.
Verfassungsmänner sollen am 20. Januar zusammentreten
Ist das Ergebnis am 18. Dezember noch offen, dann können die 538 Wahlmänner aus den 50 Bundesstaaten und dem Hauptstadtbezirk District of Columbia womöglich nicht zusammentreten, um stellvertretend für die Bürger den nächsten Präsidenten zu wählen. Bei einem Patt entscheidet das Repräsentantenhaus, das in seiner neuen Zusammensetzung offiziell erst Anfang Januar zusammenkommt. Zur Mittagsstunde am 20. Januar scheidet der bisherige Präsident Bill Clinton aus dem Amt.