Artikel aus RP-Online vom 17.09.02 21:13
Unternehmen will 130 Millionen Euro einsparen
Zeitung: MobilCom
will 800 Stellen streichen
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Hamburg (rpo). MobilCom hat einem Zeitungsbericht zufolge einen strikten Sparkurs eingeschlagen. Angeblich will das Unternehmen 130 Millionen Euro einsparen - und dafür 800 Stellen streichen.
Das angeschlagene Mobilfunkunternehmen MobilCom will nach einem Bericht der "Financial Times Deutschland" (FTD/Mittwochausgabe) 130 Millionen Euro Kosten einsparen und dazu 800 Stellen streichen. Einem entsprechenden Konzept von Vorstandschef Thorsten Grenz habe der Aufsichtsrat am Dienstag zugestimmt. Ein Sprecher des Unternehmens wollte zu dem Zeitungsbericht keine Stellung nehmen. Grenz hatte jedoch bereits am Vortag ein Einsparprogramm und den Wegfall von mehreren hundert Stellen angekündigt. Damit solle im Stammgeschäft bis zum nächsten Sommer die Gewinnzone erreicht werden.
Laut FTD hat der Aufsichtsrat zudem beschlossen, mit der Internet- Tochter freenet.de wieder über den Verkauf des Festnetzgeschäfts von MobilCom zu verhandeln. Diese Verhandlungen waren wegen des Streits mit France Télécom auf Eis gelegt worden. Freenet-Chef Eckhard Spoerr hatte bereits sein Interesse an der Festnetz-Sparte bekundet und die Übernahmen von 400 bis 500 Arbeitsplätzen in Aussicht gestellt.
MobilCom baue darauf, dass France Télécom weiterhin den Aufbau des neuen Mobilfunknetzes nach dem UMTS-Standard finanziere, heißt es in dem Bericht. Der Aufsichtsrat habe zugestimmt, dass MobilCom am UMTS- Geschäft festhalte.
MobilCom-Großaktionär France Télécom, dessen bislang verweigerte Zahlungen entscheidend für die Zukunft des norddeutschen Unternehmens sind, äußerte sich auch zwei Tage nach der Zusage des Hilfspakets von bis zu 400 Millionen Euro zunächst nicht. Der Rückzieher der Franzosen hatte MobilCom in eine bedrohliche Lage gebracht. MobilCom und Bundesregierung bestehen auf den Verpflichtungen von France Télécom.
Indirekt bekräftigte die französische Industrieministerin Nicole Fontaine den Rückzug von France Télécom. Die Entscheidung, die Partnerschaft mit MobilCom aufzukündigen, sei "unglücklicherweise nicht zu umgehen" gewesen, sagte sie in Paris. "Das ist eine Unternehmensentscheidung, keine der Regierung", betonte sie weiter. France Télécom ist mehrheitlich im Staatsbesitz.
Unterdessen nahm der Streit zwischen den Parteien im Bundestag wegen der Vorgänge um MobilCom an Schärfe zu. Die Unionsfraktion beantragte zu diesem Thema für diesen Donnerstag eine Sondersitzung des Haushaltsausschusses. SPD und Grüne wollen diesen Antrag aber zurückweisen.
Der angeschlagene Mobilfunk-Anbieter MobilCom kann auf die ersten 50 Millionen Euro der zugesagten Finanzhilfen zugreifen. Das Geld sei noch nicht abgerufen, dies werde aber in diesen Tagen erfolgen, sagte ein Sprecher der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in Frankfurt. Der Hilfsplan hat einen Umfang von 400 Millionen Euro. Die EU- Kommission bekräftigte ihre Absicht, die Zulässigkeit der Hilfen zu prüfen.
Dem Kurs der MobilCom-Aktie ging nach dem spektakulären Anstieg vom Montag vorerst die Puste aus. Das Papier des Mobilfunkanbieters schloss 9,51 Prozent im Minus bei 2,95 Euro.
Quelle: www.rp-online.de/news/wirtschaft/2002-0917/...com_stellen.html
Unternehmen will 130 Millionen Euro einsparen
Zeitung: MobilCom
will 800 Stellen streichen
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Hamburg (rpo). MobilCom hat einem Zeitungsbericht zufolge einen strikten Sparkurs eingeschlagen. Angeblich will das Unternehmen 130 Millionen Euro einsparen - und dafür 800 Stellen streichen.
Das angeschlagene Mobilfunkunternehmen MobilCom will nach einem Bericht der "Financial Times Deutschland" (FTD/Mittwochausgabe) 130 Millionen Euro Kosten einsparen und dazu 800 Stellen streichen. Einem entsprechenden Konzept von Vorstandschef Thorsten Grenz habe der Aufsichtsrat am Dienstag zugestimmt. Ein Sprecher des Unternehmens wollte zu dem Zeitungsbericht keine Stellung nehmen. Grenz hatte jedoch bereits am Vortag ein Einsparprogramm und den Wegfall von mehreren hundert Stellen angekündigt. Damit solle im Stammgeschäft bis zum nächsten Sommer die Gewinnzone erreicht werden.
Laut FTD hat der Aufsichtsrat zudem beschlossen, mit der Internet- Tochter freenet.de wieder über den Verkauf des Festnetzgeschäfts von MobilCom zu verhandeln. Diese Verhandlungen waren wegen des Streits mit France Télécom auf Eis gelegt worden. Freenet-Chef Eckhard Spoerr hatte bereits sein Interesse an der Festnetz-Sparte bekundet und die Übernahmen von 400 bis 500 Arbeitsplätzen in Aussicht gestellt.
MobilCom baue darauf, dass France Télécom weiterhin den Aufbau des neuen Mobilfunknetzes nach dem UMTS-Standard finanziere, heißt es in dem Bericht. Der Aufsichtsrat habe zugestimmt, dass MobilCom am UMTS- Geschäft festhalte.
MobilCom-Großaktionär France Télécom, dessen bislang verweigerte Zahlungen entscheidend für die Zukunft des norddeutschen Unternehmens sind, äußerte sich auch zwei Tage nach der Zusage des Hilfspakets von bis zu 400 Millionen Euro zunächst nicht. Der Rückzieher der Franzosen hatte MobilCom in eine bedrohliche Lage gebracht. MobilCom und Bundesregierung bestehen auf den Verpflichtungen von France Télécom.
Indirekt bekräftigte die französische Industrieministerin Nicole Fontaine den Rückzug von France Télécom. Die Entscheidung, die Partnerschaft mit MobilCom aufzukündigen, sei "unglücklicherweise nicht zu umgehen" gewesen, sagte sie in Paris. "Das ist eine Unternehmensentscheidung, keine der Regierung", betonte sie weiter. France Télécom ist mehrheitlich im Staatsbesitz.
Unterdessen nahm der Streit zwischen den Parteien im Bundestag wegen der Vorgänge um MobilCom an Schärfe zu. Die Unionsfraktion beantragte zu diesem Thema für diesen Donnerstag eine Sondersitzung des Haushaltsausschusses. SPD und Grüne wollen diesen Antrag aber zurückweisen.
Der angeschlagene Mobilfunk-Anbieter MobilCom kann auf die ersten 50 Millionen Euro der zugesagten Finanzhilfen zugreifen. Das Geld sei noch nicht abgerufen, dies werde aber in diesen Tagen erfolgen, sagte ein Sprecher der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in Frankfurt. Der Hilfsplan hat einen Umfang von 400 Millionen Euro. Die EU- Kommission bekräftigte ihre Absicht, die Zulässigkeit der Hilfen zu prüfen.
Dem Kurs der MobilCom-Aktie ging nach dem spektakulären Anstieg vom Montag vorerst die Puste aus. Das Papier des Mobilfunkanbieters schloss 9,51 Prozent im Minus bei 2,95 Euro.
Quelle: www.rp-online.de/news/wirtschaft/2002-0917/...com_stellen.html