05.11.2002 - 19:58 Uhr
MobilCom/Regierung wartet weiter auf Antwort Schmids
Berlin (vwd) - Die Bundesregierung wartet weiterhin auf ein Einlenken des Großaktionärs der MobilCom AG, Büdelsdorf, Gerhard Schmid, im Streit um die Übergabe seiner Aktien an einen Treuhänder. "Bisher haben wir nichts von Herrn Schmid gehört", sagte ein Sprecher des Bundeswirtschafts- und Arbeitsministeriums am Dienstagabend zu vwd. Auf eine vom Ministerium abgegebene Aufforderung zur Vertragsunterzeichnung bis 18:00 Uhr am Berichtstag habe Schmid noch nicht reagiert. Dies sei "eine Aufforderung und kein ausdrückliches Ultimatum" gewesen, stellte der Sprecher klar.
Die Regierung wolle "bis zur letzten Minute versuchen, ein Sanierungskonzept zustande zu bringen". Voraussetzung hierfür sei aber die bereits zugesagte Unterschrift Schmids. Etwaige Änderungen am Vertragstext wie die Benennung eines anderen Treuhänders als vorgesehen, seien nicht möglich. Auch könne nicht vereinbart werden, dass Schmid innerhalb der zweijährigen Vertragslaufzeit jederzeit frei über seine Aktien verfüge.
Aus mit den Verhandlungen eng befassten Kreisen erfuhr vwd unterdessen dass Regierung und Kreditgeber intern damit rechnen, dass sich das Schicksal von MobilCom innerhalb der nächsten 48 Stunden klären muss. "So lange, wie das Unternehmen noch zahlungsfähig ist, steht das Sanierungskonzept", sagte der Ministeriumssprecher zu vwd. Gerate das Unternehmen aber in die Insolvenz, sei das Konzept hinfällig. "Das Sanierungskonzept ist fertig, es fehlt nur noch die Unterschrift Schmids", hob er hervor. ++