"Ausländer sind so groß. Wir können zwar Judo und Kendo, aber gegen Hooligans sind Netze vielleicht effektiver."
Japan ist prinzipiell ein friedliches Land, das nun der Herausforderung gegenüber steht, eine Fußball-WM (jedenfalls eine halbe) auszutragen. Aber Japaner wären keine Japaner, würde sie sich nicht ein cooles High-Tech-Gadget ausdenken, welches das Problem löst.
Sapporo im Norden Japans ist stolz darauf, dass seine Kriminalitätsrate noch deutlich niedriger ist als die ohnehin vernachlässigbaren Werte Japans ohnehin sind. Zwar hat der Wintersportort bekanntlich schon mal eine größere Sportveranstaltung beherbergt, aber offensichtlich ist man sich in Sapporo durchaus der Tatsache bewusst, dass gestandene Fußballfans aus anderem Holz geschnitzt sind als Leute, die sich Eiskunstlauf anschauen.
Von insgesamt drei Spielen wird Sapporo heimgesucht. Italien-Ekuador mag ja noch angehen, aber Deutschland-Saudi Arabien ist da schon kritischer. Richtig rund zugehen könnte es schließlich bei England-Argentinien. Da sind alte Rechnungen offen. Nein - nicht der Falklandkrieg. Okay, der kostete zwar gut 900 Menschen das Leben (hauptsächlich Argentiniern), aber der war ja schon 1982, und einer echter Freund des Sports interessiert sich nicht für das garstige Lied der Politik. Nein, da gibt es viel jüngere, noch nicht verheilte Wunden: Bei der WM 1998 warfen die Argentinier die armen Engländer schon in der zweiten Runde raus.
Geprägt durch den Konsum fernöstlicher Prügelfilme, existiert in vielen unserer Köpfe der Stereotyp des japanischen Bushido-Managers, der sich die Krawatte lockert, durch die Lüfte auf das Dach von Hochhäusern schwebt und dort allein Dutzende von Böslingen ausknockt. Was im Okzident nur den Marvelsuperhelden vorbehalten ist, scheint ganz Asien zu beherrschen.
Weit gefehlt! Anlässlich der WM erfahren wir die bittere Wahrheit:
Ausländer sind so groß. Wir können zwar Judo und Kendo, aber gegen Hooligans sind Netze vielleicht effektiver.
So Kazuyuki Oi von der zuständigen Polizei. Wer hätte das gedacht? Wie enttäuschend - kommt der zierliche Japaner mit seinen Fäusten nicht mehr hoch, dann versagen alle Eastern-Zauberkräfte. Warum die Polizei nicht einfach längere Kendo-Stöcke verwendet, bleibt allerdings ein Rätsel. Wollen wir hoffen, dass es sich wenigstens um Gummi-Kendo-Stöcke handelt.
Da Sapporos Polizei offensichtlich doch nicht über Spidermans Kräfte verfügt und ebenso gleichsam wie buchstäblich auf dem Boden bleibt, will man sich wenigstens eine andere Superheldeneigenschaft abgucken: Die Japaner werden ein Gewehr einsetzen, das Netze verschießt. Diese sollen sich während des Flugs entfalten und damit sehr große, böse Ausländer schachmatt setzen.
Gerne würden wir hier jetzt ein Bild dieses coolen Dings zeigen, oder wenigstens ein paar technische Daten bringen. Aber außer der Tatsache, dass die Netze fünf Quadratmeter haben, gibt's nicht mehr Informationen. Hat die Sapporoer Polizei Angst vor Super-Hero-Defence-Armour, die böse Fußball-Genies aus England und Deutschland in vereinter Anstrengung noch rechtzeitig entwickeln, um sich die große Randale-Party nicht vermiesen zu lassen? Oder gilt die Angst eher fernöstlicher Produktpiraterie?
Da man höchstwahrscheinlich gewalttätige Fußballspiele im Gegensatz zu potentiell gewalttätigen Demonstrationen nicht kurzerhand verbieten kann, werden wir die japanischen Mesh Guns in der ersten Juni-Woche im Einsatz erleben. Bis dahin werden wir uns in Geduld üben müssen.
Japan ist prinzipiell ein friedliches Land, das nun der Herausforderung gegenüber steht, eine Fußball-WM (jedenfalls eine halbe) auszutragen. Aber Japaner wären keine Japaner, würde sie sich nicht ein cooles High-Tech-Gadget ausdenken, welches das Problem löst.
Sapporo im Norden Japans ist stolz darauf, dass seine Kriminalitätsrate noch deutlich niedriger ist als die ohnehin vernachlässigbaren Werte Japans ohnehin sind. Zwar hat der Wintersportort bekanntlich schon mal eine größere Sportveranstaltung beherbergt, aber offensichtlich ist man sich in Sapporo durchaus der Tatsache bewusst, dass gestandene Fußballfans aus anderem Holz geschnitzt sind als Leute, die sich Eiskunstlauf anschauen.
Von insgesamt drei Spielen wird Sapporo heimgesucht. Italien-Ekuador mag ja noch angehen, aber Deutschland-Saudi Arabien ist da schon kritischer. Richtig rund zugehen könnte es schließlich bei England-Argentinien. Da sind alte Rechnungen offen. Nein - nicht der Falklandkrieg. Okay, der kostete zwar gut 900 Menschen das Leben (hauptsächlich Argentiniern), aber der war ja schon 1982, und einer echter Freund des Sports interessiert sich nicht für das garstige Lied der Politik. Nein, da gibt es viel jüngere, noch nicht verheilte Wunden: Bei der WM 1998 warfen die Argentinier die armen Engländer schon in der zweiten Runde raus.
Geprägt durch den Konsum fernöstlicher Prügelfilme, existiert in vielen unserer Köpfe der Stereotyp des japanischen Bushido-Managers, der sich die Krawatte lockert, durch die Lüfte auf das Dach von Hochhäusern schwebt und dort allein Dutzende von Böslingen ausknockt. Was im Okzident nur den Marvelsuperhelden vorbehalten ist, scheint ganz Asien zu beherrschen.
Weit gefehlt! Anlässlich der WM erfahren wir die bittere Wahrheit:
Ausländer sind so groß. Wir können zwar Judo und Kendo, aber gegen Hooligans sind Netze vielleicht effektiver.
So Kazuyuki Oi von der zuständigen Polizei. Wer hätte das gedacht? Wie enttäuschend - kommt der zierliche Japaner mit seinen Fäusten nicht mehr hoch, dann versagen alle Eastern-Zauberkräfte. Warum die Polizei nicht einfach längere Kendo-Stöcke verwendet, bleibt allerdings ein Rätsel. Wollen wir hoffen, dass es sich wenigstens um Gummi-Kendo-Stöcke handelt.
Da Sapporos Polizei offensichtlich doch nicht über Spidermans Kräfte verfügt und ebenso gleichsam wie buchstäblich auf dem Boden bleibt, will man sich wenigstens eine andere Superheldeneigenschaft abgucken: Die Japaner werden ein Gewehr einsetzen, das Netze verschießt. Diese sollen sich während des Flugs entfalten und damit sehr große, böse Ausländer schachmatt setzen.
Gerne würden wir hier jetzt ein Bild dieses coolen Dings zeigen, oder wenigstens ein paar technische Daten bringen. Aber außer der Tatsache, dass die Netze fünf Quadratmeter haben, gibt's nicht mehr Informationen. Hat die Sapporoer Polizei Angst vor Super-Hero-Defence-Armour, die böse Fußball-Genies aus England und Deutschland in vereinter Anstrengung noch rechtzeitig entwickeln, um sich die große Randale-Party nicht vermiesen zu lassen? Oder gilt die Angst eher fernöstlicher Produktpiraterie?
Da man höchstwahrscheinlich gewalttätige Fußballspiele im Gegensatz zu potentiell gewalttätigen Demonstrationen nicht kurzerhand verbieten kann, werden wir die japanischen Mesh Guns in der ersten Juni-Woche im Einsatz erleben. Bis dahin werden wir uns in Geduld üben müssen.