1. Hat Brüssel als Stadt den Staaten auf europäischer Ebene nichts zu bestimmen.
2. was die EU angeht, geht da nichts, wenn die Mitgliedsstaaten, resp. genügend von ihnen nicht wollen.
Bei wichtigen Entscheidungen bedarf es gar Einstimmigkeit unter den Mitgliedsstaaten. Einige wichtige Themen wie bsw. in der Migrationspolitik wurden dabei aber systematisch bsw. von Ungarn über diese Mechaniken sabotiert. Egal wie intensiv man vor dem Entscheid miteinander die Bestimmungen ausgehandelt hatte. Man hätte ja die Migrationsproblematik lösen können, und Orbans Regierung hätte weniger zum Behetzen gehabt.
3. wäre eine EG zwischen bsw. den ehemaligen Erzfeinden Frankreich oder Deutschland niemals zustande gekommen, wenn einer von beiden kompromisslos über den anderen hätte bestimmen können.
4. Wird nicht zuerst entschieden und danach verhandelt, resp. "brav gefolgt", sondern vorher verhandelt und danach entschieden. Die Entscheide sind lediglich massiv öffentlichkeitswirksamer als die vorausgehenden Verhandlungen.
5. Nimmt die parlamentarische Demokratie auf EU-Ebene zusehends Form an.
Die EU ist Stand heute eher vergleichbar zu einer aufgemöbelten Proto-Schweiz in Gross bevor die Schweiz erst als Republik scheiterte und dann als multikultureller Bundesstaat doch ziemlich erfolgreich wurde, trotz ihrer riesigen politischen und gesellschaftlichen Unterschiede, die wir hier von Kanton zu Kanton, teils gar von Tal zu Tal haben.
Bei genauerer Betrachtung findet man in der EU bereits heute viele Ähnlichkeiten zu heutigen Schweiz wieder.
Angefangen vom Haushaltsausgleich von reichen Kantonen in die ärmeren und strukturschwächeren Kantonen über, dass sich Gemeinde und Kantone ihrerseit an das übergeordnete Bundesgesetz zu halten haben und sich auch nicht einfach willkürlich darüber hinwegsetzen dürfen, bis dahin, dass sowohl in der EU wie auch in der Schweiz Bürger-/Volksinitiativen möglich sind. Der EU mit der Kommission zudem seinerzeits ein indirekt gewähltes Gremium vorsteht, wie in der Schweiz dies der Bundesrat tut.
Was Brexit angeht: "Simple physics", um die Konsequenzen pragmatisch und realistisch abschätzen zu können.
Ich persönlich denke, es wird der Bevölkerung innerhalb der EU langfristig mehr helfen, dass mit England ein schwerer, neoliberalistischer Bremsklotz raus ist. Wenn auch vorläufig alle verlieren.
Was hingegen auf die britischen Bürger zukommt, gibt schon länger diverse Anzeichen, wie bsw.:
www.watson.ch/digital/google/...r-kunden-nach-us-recht-lagern
Sorry für OT.