Eigentlich liebt der Bundesratsdirektor die Arbeit im Verborgenen
Nach Eklat steht Georg-Berndt Oschatz nun im Rampenlicht
Berlin, 26. März (AFP) - Georg-Berndt Oschatz liebt die Arbeit im Verborgenen. Doch seit dem Eklat bei der Abstimmung über das Zuwanderungsgesetz vergangenen Freitag steht der Direktor des Bundesrates im Rampenlicht. In seinem Urlaubsdomizil im holländischen Den Helder verfolgen Kamerateams den 64-Jährigen, wenn er in betont legerer Kleidung am Strand spazieren geht. "Furchtbar, furchtbar», klagt seine Frau Christa über den Riesenwirbel. "Und dann kommen doch nur wenige Bilder» am Abend in den Nachrichten.
Oschatz hat, wie er selbst sagt, die Verwaltung "als Handwerk gelernt». Nach seinem Jurastudium in Hamburg machte er aber auch politisch Karriere in der CDU. Vom Hannoveraner Stadtratsmitglied arbeitete er sich über den Oberbürgermeisterposten in Wiesbaden bis zum niedersächsischen Kultusminister hoch. In der reinen Politik aber habe er gemerkt, dass es keinen Spaß mache, täglich verrissen zu werden, erzählt seine Frau. Deshalb sei er heilfroh gewesen über die Berufung zum Direktor des Bundesrates.
Dort tritt Oschatz nur selten öffentlich in Erscheinung. Er ist eine Art Statthalter des Bundesratspräsidenten, unterstützt diesen bei der Führung seiner Amtsgeschäfte. Er bereitet die Sitzungen des Bundesrats vor, erstellt die vorläufige Tagesordnung, teilt dem Präsidenten die Ergebnisse des Vermittlungsausschusses mit und erfüllt zahlreiche weitere Verwaltungsaufgaben. Insofern ist er der Leiter einer "Behörde», sagt Bundesrats-Pressesprecher Michael Wisser.
Nicht nur im Dienst, auch privat gibt sich Oschatz eher dezent. Während seine Familie nach dem Umzug des Bundesrats in Bonn blieb, nahm sich der in Zwickau geborene Oschatz eine kleine Wohnung in Berlin-Mitte in der Nähe der früheren Mauer. Seine Nachbarn schätzen, dass sich der Vater von drei Kindern, der ab und zu seinen Dackel ausführt, bescheiden gibt.
Ehefrau Christa versichert, ihr Mann habe seine Arbeit im Bundesrat immer mit Beamtenfleiß verrichtet. Niemals habe er seinen Chef kritisiert, und auch den derzeitigen Bundesratspräsidenten Klaus Wowereit (SPD) schätze er. Nur eines lässt sich Oschatz offenbar nicht bieten: dass er falsch zitiert wird. Auf das von ihm erstellte Gutachten zur Wertung der Stimmen Brandenburgs berief sich Wowereit, ließ jedoch bei der Abstimmung nach Ansicht von Oschatz den entscheidenden Halbsatz weg.
Der Rechtswissenschaftler meldete sich aus Holland, wollte den guten Ruf, den er sich während seiner 15 Jahre als Direktor des Bundesrates erarbeitet hatte, kurz vor seiner Pensionierung Ende April nicht aufs Spiel setzen. Mit Parteipolitik habe dies nichts zu tun, meint Wisser. "Er hat sich immer möglichst rausgehalten aus der Politik und versucht, so objektiv und neutral wie möglich seine Geschäfte auszuführen.»
Nach zwei Tagen Medienrummel scheint Oschatz nun wieder Ruhe zu brauchen. Am Telefon schickt er seine Frau vor, um die ständigen Anfragen von Journalisten zu beantworten. Er geht derweil am Strand spazieren und genießt die Ruhe.
Nach Eklat steht Georg-Berndt Oschatz nun im Rampenlicht
Berlin, 26. März (AFP) - Georg-Berndt Oschatz liebt die Arbeit im Verborgenen. Doch seit dem Eklat bei der Abstimmung über das Zuwanderungsgesetz vergangenen Freitag steht der Direktor des Bundesrates im Rampenlicht. In seinem Urlaubsdomizil im holländischen Den Helder verfolgen Kamerateams den 64-Jährigen, wenn er in betont legerer Kleidung am Strand spazieren geht. "Furchtbar, furchtbar», klagt seine Frau Christa über den Riesenwirbel. "Und dann kommen doch nur wenige Bilder» am Abend in den Nachrichten.
Oschatz hat, wie er selbst sagt, die Verwaltung "als Handwerk gelernt». Nach seinem Jurastudium in Hamburg machte er aber auch politisch Karriere in der CDU. Vom Hannoveraner Stadtratsmitglied arbeitete er sich über den Oberbürgermeisterposten in Wiesbaden bis zum niedersächsischen Kultusminister hoch. In der reinen Politik aber habe er gemerkt, dass es keinen Spaß mache, täglich verrissen zu werden, erzählt seine Frau. Deshalb sei er heilfroh gewesen über die Berufung zum Direktor des Bundesrates.
Dort tritt Oschatz nur selten öffentlich in Erscheinung. Er ist eine Art Statthalter des Bundesratspräsidenten, unterstützt diesen bei der Führung seiner Amtsgeschäfte. Er bereitet die Sitzungen des Bundesrats vor, erstellt die vorläufige Tagesordnung, teilt dem Präsidenten die Ergebnisse des Vermittlungsausschusses mit und erfüllt zahlreiche weitere Verwaltungsaufgaben. Insofern ist er der Leiter einer "Behörde», sagt Bundesrats-Pressesprecher Michael Wisser.
Nicht nur im Dienst, auch privat gibt sich Oschatz eher dezent. Während seine Familie nach dem Umzug des Bundesrats in Bonn blieb, nahm sich der in Zwickau geborene Oschatz eine kleine Wohnung in Berlin-Mitte in der Nähe der früheren Mauer. Seine Nachbarn schätzen, dass sich der Vater von drei Kindern, der ab und zu seinen Dackel ausführt, bescheiden gibt.
Ehefrau Christa versichert, ihr Mann habe seine Arbeit im Bundesrat immer mit Beamtenfleiß verrichtet. Niemals habe er seinen Chef kritisiert, und auch den derzeitigen Bundesratspräsidenten Klaus Wowereit (SPD) schätze er. Nur eines lässt sich Oschatz offenbar nicht bieten: dass er falsch zitiert wird. Auf das von ihm erstellte Gutachten zur Wertung der Stimmen Brandenburgs berief sich Wowereit, ließ jedoch bei der Abstimmung nach Ansicht von Oschatz den entscheidenden Halbsatz weg.
Der Rechtswissenschaftler meldete sich aus Holland, wollte den guten Ruf, den er sich während seiner 15 Jahre als Direktor des Bundesrates erarbeitet hatte, kurz vor seiner Pensionierung Ende April nicht aufs Spiel setzen. Mit Parteipolitik habe dies nichts zu tun, meint Wisser. "Er hat sich immer möglichst rausgehalten aus der Politik und versucht, so objektiv und neutral wie möglich seine Geschäfte auszuführen.»
Nach zwei Tagen Medienrummel scheint Oschatz nun wieder Ruhe zu brauchen. Am Telefon schickt er seine Frau vor, um die ständigen Anfragen von Journalisten zu beantworten. Er geht derweil am Strand spazieren und genießt die Ruhe.