FRANKFURT (Dow Jones)--Die seit Wochen erwartete Konsolidierung am deutschen Aktienmarkt ist am Dienstagvormittag eingetreten. Die von Dow Jones befragten Analysten sind sich einig, dass es sich um eine Konsolidierung in einem intakten Aufwärtstrend handelt - mehr bisher nicht. Eine Korrektur deutet sich durch kurze kräftige Ausschläge nach oben an, während der Markt im übergeordneten Bild nach unten tendiere. Momentan finden die "Spikes" allerdings weiterhin nach unten statt, während sich der DAX weiterhin im übergeordneten Aufwärtstrend befindet. Auch liefen die Abschläge am Dienstagvormittag "kontrolliert" ab und hätten keinen Hauch einer Panik in sich getragen.
Deutliche Kursabschläge an den Börsen von Shenzen und in Schanghai haben die Kursabschläge in Deutschland ausgelöst. Allerdings ist noch nicht einzuschätzen, ob der Kursabschlag eine Korrekturbewegung am chinesischen Aktienmarkt eingeleitet hat. Bisher sprechen Marktteilnehmer von Gewinnmitnahmen, nachdem China in der Vorwoche den Beginn des "Jahr des Schweins" gefeiert hat. Genau zu beachten ist sicherlich die Entwicklung des japanische Yens, über den die Hausse an den Emerging Markets zumindest zum Teil finanziert wurde. Sollte der Yen weiter zum Dollar zulegen, dürften Gelder an den Aktien- und Rentenmärkten abgezogen werden, um bestehende Carry-Trades aufzulösen. Bisher zeichnet sich eine solche Entwicklung allerdings nicht ab. Vielmehr neigen die Rentenmärkte in den USA und in Europa zur Stärke.
Für Volker Bien, technischer Analyst bei der HypoVereinsbank steht fest: Ohne eine Verschlechterung der Umfeldkonstellation gibt es keine Verschlechterung der technischen Situation im DAX. Von Goldlöckchen war die ganze Zeit die Rede, so Bien. Nun mische sich zunehmend die ein oder andere graue Strähne darunter, die nicht ohne Aufmerksamkeit bliebe. Hier gelte die besondere Aufmerksamkeit dem Preisanstieg an der Rohstofffront. In Erwartung einer ansteigenden Volatilität treten vor allem die überkauften DAX-Werte in den Blick. Zu den Short-Kandidaten gehören für Bien die Aktie von MAN, Lufthansa wie auch Siemens, auf der Longseite mache dagegen SAP auf Grund der starken Überverkauftheit auf sich aufmerksam.
Der DAX befindet sich für Dirk Oppermann, technischer Analyst bei der DZ Bank, weiterhin in einer robusten Verfassung. Den Kursabschlag am Dienstag wertet er als Gewinnmitnahme, die in einer intakten Aufwärtsbewegung einen positiven Faktor darstellten. Allerdings sei wichtig, dass die Abwärtsbewegung in den kommenden Tagen keine Dynamik herausbilde. Dies sei bisher noch nicht zu erkennen. Die kurzfristigen Unterstützungs-Marken behielten daher ihre Gültigkeit. Ein erstes Unterstützungsniveau liege bei 6.910 Punkte, allerdings könnte sich die Konsolidierung bis in den Bereich bei 6.844 Punkten ausbauen. Auch eine solche Abwärtsbewegung würde Oppermann noch nicht beunruhigen.
Noch am Morgen hatte Oppermann auf die "zeitliche Reife" des aktuellen Trendmarktes verwiesen. Der aktuelle Trendabschnitt bestand seit 53 Handelstagen und wurde damit in den letzten Jahren nur im Januar 2006 mit 54 Tagen überboten. Dabei definiert sich die zeitliche Trendkomponente über den Zeitraum, in dem der DAX sein jeweiliges Zehntagestief nicht unterschritten hat. Mittelfristig habe weiterhin das übergeordnete Kursziel bei 7.185 Punkten seine Gültigkeit nicht verloren. Oppermann verweist zudem auf den Anleihemarkt, der zum Wochenbeginn seine Bodenbildung abgeschlossen habe. Damit wurde nicht nur das Ende des Renditeanstiegs signalisiert, vielmehr habe die Intermarkettechnik eine weiteren Pluspunkt für Dividendenpapiere geliefert.
MARKTUMFRAGE/DAX mit Konsolidierung - Korrektur nicht in Sicht
Auch für Thomas Amend, Marktstratege bei HSBC Trinkaus & Burkhardt, ist dem Bund-Future am Montag mit seinem Sprung über das Februar-Hoch bei 115,68% die Komplettierung des Doppelbodens gelungen. Das rechnerische Kursziel deckt sich für ihn mit der flach verlaufenden 200-Tages-Linie bei aktuell 116,70%. Ein solcher Anstieg gehöre allerdings noch in die Kategorie "Bärenmarkt-Rally". Erst ein Anstieg über diese Marke mache eine Neuinterpretation notwendig.
-Von Thomas Leppert, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 29725 221,
thomas.leppert@dowjones.com
DJG/thl/ahg/reh
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Deutliche Kursabschläge an den Börsen von Shenzen und in Schanghai haben die Kursabschläge in Deutschland ausgelöst. Allerdings ist noch nicht einzuschätzen, ob der Kursabschlag eine Korrekturbewegung am chinesischen Aktienmarkt eingeleitet hat. Bisher sprechen Marktteilnehmer von Gewinnmitnahmen, nachdem China in der Vorwoche den Beginn des "Jahr des Schweins" gefeiert hat. Genau zu beachten ist sicherlich die Entwicklung des japanische Yens, über den die Hausse an den Emerging Markets zumindest zum Teil finanziert wurde. Sollte der Yen weiter zum Dollar zulegen, dürften Gelder an den Aktien- und Rentenmärkten abgezogen werden, um bestehende Carry-Trades aufzulösen. Bisher zeichnet sich eine solche Entwicklung allerdings nicht ab. Vielmehr neigen die Rentenmärkte in den USA und in Europa zur Stärke.
Für Volker Bien, technischer Analyst bei der HypoVereinsbank steht fest: Ohne eine Verschlechterung der Umfeldkonstellation gibt es keine Verschlechterung der technischen Situation im DAX. Von Goldlöckchen war die ganze Zeit die Rede, so Bien. Nun mische sich zunehmend die ein oder andere graue Strähne darunter, die nicht ohne Aufmerksamkeit bliebe. Hier gelte die besondere Aufmerksamkeit dem Preisanstieg an der Rohstofffront. In Erwartung einer ansteigenden Volatilität treten vor allem die überkauften DAX-Werte in den Blick. Zu den Short-Kandidaten gehören für Bien die Aktie von MAN, Lufthansa wie auch Siemens, auf der Longseite mache dagegen SAP auf Grund der starken Überverkauftheit auf sich aufmerksam.
Der DAX befindet sich für Dirk Oppermann, technischer Analyst bei der DZ Bank, weiterhin in einer robusten Verfassung. Den Kursabschlag am Dienstag wertet er als Gewinnmitnahme, die in einer intakten Aufwärtsbewegung einen positiven Faktor darstellten. Allerdings sei wichtig, dass die Abwärtsbewegung in den kommenden Tagen keine Dynamik herausbilde. Dies sei bisher noch nicht zu erkennen. Die kurzfristigen Unterstützungs-Marken behielten daher ihre Gültigkeit. Ein erstes Unterstützungsniveau liege bei 6.910 Punkte, allerdings könnte sich die Konsolidierung bis in den Bereich bei 6.844 Punkten ausbauen. Auch eine solche Abwärtsbewegung würde Oppermann noch nicht beunruhigen.
Noch am Morgen hatte Oppermann auf die "zeitliche Reife" des aktuellen Trendmarktes verwiesen. Der aktuelle Trendabschnitt bestand seit 53 Handelstagen und wurde damit in den letzten Jahren nur im Januar 2006 mit 54 Tagen überboten. Dabei definiert sich die zeitliche Trendkomponente über den Zeitraum, in dem der DAX sein jeweiliges Zehntagestief nicht unterschritten hat. Mittelfristig habe weiterhin das übergeordnete Kursziel bei 7.185 Punkten seine Gültigkeit nicht verloren. Oppermann verweist zudem auf den Anleihemarkt, der zum Wochenbeginn seine Bodenbildung abgeschlossen habe. Damit wurde nicht nur das Ende des Renditeanstiegs signalisiert, vielmehr habe die Intermarkettechnik eine weiteren Pluspunkt für Dividendenpapiere geliefert.
MARKTUMFRAGE/DAX mit Konsolidierung - Korrektur nicht in Sicht
Auch für Thomas Amend, Marktstratege bei HSBC Trinkaus & Burkhardt, ist dem Bund-Future am Montag mit seinem Sprung über das Februar-Hoch bei 115,68% die Komplettierung des Doppelbodens gelungen. Das rechnerische Kursziel deckt sich für ihn mit der flach verlaufenden 200-Tages-Linie bei aktuell 116,70%. Ein solcher Anstieg gehöre allerdings noch in die Kategorie "Bärenmarkt-Rally". Erst ein Anstieg über diese Marke mache eine Neuinterpretation notwendig.
-Von Thomas Leppert, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 29725 221,
thomas.leppert@dowjones.com
DJG/thl/ahg/reh
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Grüße
-hippeland-
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