Linux kommt !


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Mr.Esram:

Linux kommt !

 
09.01.03 16:42
HighTech Investor: Kühlschrank für eine Million Dollar
Silicon Graphics gehört zu den absoluten Top-Adressen in Sachen Computer-Performance. Das hat sich zuletzt allerdings nicht auf die Ergebnisse oder den Kurs ausgewirkt.
 
Schalow Communications

9. Januar 2003

 
 
Silicon Graphics Inc.
WKN 872981
Branche Computer-Hardware
Land USA
Kurs bei Besprechung 1,43 Euro
Datum 09.01.2003





Börsenkennzahlen
Unternehmen Silicon Graphics Inc.
52 Wochen Hoch 5,45 Euro
52 Wochen Tief 0,59 Euro
Marktkapitalisierung 290 Mio. Euro



Erwähnte Unternehmen
Name WKN Kauf Verk. News
Silicon Graphics Inc. 872981    
Intel Corp. 855681    
IBM Corp. 851399    
Hewlett-Packard Co. 851301    


Frankfurt – Der neueste Computer von Silicon Graphics (SGI) namens „Altix 3000“ hat die Größe eines Kühlschranks und kostet bis zu einer Mio. USD. Nicht unbedingt ein Spielzeug zum Surfen oder für Spielchen – selbst modernste 3D-Games mit höchsten Hardwareanforderungen können Altix nicht annähernd fordern. Und dabei ist das Gerät weder sonderlich groß – Supercomputer haben vor wenigen Jahren noch die Größe ganzer Zimmer gehabt und vor zehn oder mehr die von Häusern – noch sonderlich teuer. Die besten Rechner im Programm von SGI kosten bis zu fünf Mio. USD. Die Geräte laufen bei komplexen mathematischen Berechnungen zur Hochform auf, wie sie etwa Wetterprognosen im Forschungsbereich, die Simulation von Crashtests in der Autoindustrie, aerodynamische Berechnungen bei Flugzeugherstellern oder Echtzeit-3D-Arbeiten im Filmbereich verlangen.

Im Altix arbeiten 64 Itanium-CPUs von Intel und Linux als Betriebssystem. Nach Angaben von SGI soll es bis zum Ende des Geschäftsjahres möglich sein, bis zu acht Altix – entsprechend 512 zentralen Recheneinheiten – in einem Cluster zusammen zu fassen. Theoretisch unterstützt die Architektur sogar die Zusammenarbeit von über 2.000 Prozessoren – gigantische Rechenleistung, die aber zukünftig durchaus Einsatz finden wird. Wachstumsfantasie kommt etwa aus dem Militärbereich. Hier arbeiten beispielsweise die F16-Flugsimulatoren der US-Armee mit SGI-Rechnern und der Rüstungskonzern Lockheed Martin hat ein System entwickelt, das mit Hilfe von SGI-Rechnern und Satellitenbildern als Grundlage 3D-Modelle beliebiger Landschaften erstellen kann – in solchen virtuell-realen Umgebungen können beispielsweise Kampfpiloten vor dem Einsatz üben. Sollten solche Techniken auch in Echtzeit möglich werden – was momentan als eine Frage der Zeit erscheint – werden solche Systeme möglicherweise auch über Datenhelme direkt zum Soldaten im Kampf übertragen werden – der könnte dann „um die Ecke sehen“.

Ein weiteres Gebiet, dessen künftige Durchsetzung gigantische Rechenkapazitäten erfordert und als recht sicher anzusehen ist, heißt „Digitales Kino“. Für Herstellung, Transport, Lagerung sowie Entsorgung von Filmkopien werden in den USA etwa 1,5 Mrd. USD jährlich ausgegeben, in Deutschland rund 90 Mio. EUR. Diese und eine Reihe weiterer Kosten könnten gespart werden, wenn die komplette Verwertungskette digitalisiert – also auch der Film selbst mit digitalen Kameras gedreht wird. Ein Trend, der mit ziemlicher Sicherheit kommen wird, denn die Industrie investiert bereits Geld. So ist die Zahl der mit digitalen Projektoren ausgerüsteten Kinos im Jahr 2002 auf 94 weltweit gestiegen, 1999 gab es erst zwei. Filme werden dann nicht nur digital nachbearbeitet, sondern auch von wenigen zentralen Servern direkt per Datenleitung in die Kinos übertragen, später dann auf DVD gepresst oder ins digitale Fernsehen eingespeist – enorme Kostensparungen sind möglich bei gleichzeitiger Qualitätsverbesserung. Und eben starker Ausweitung der Datenmengen.

Seinen wirtschaftlichen Höhepunkt hatte SGI im Jahr 1999, als der Jahresumsatz 3,1 Mrd. USD erreichte, der Reingewinn jedoch hat bereits 1995 seinen Zenith bei 225 Mio. USD überschritten und befindet sich seither im Rückwärtsgang. Seit 2000 werden Verluste geschrieben. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2003 (zum 27. September) setzte SGI 242 Mio. USD um und machte dabei einen Reinverlust von 41 Mio. USD – fast so viel wie im gesamten Jahr 2001 – oder 0,21 USD je Aktie. Trotzdem die Betriebskosten verringert wurden, lag der Betriebsverlust bei 32 Mio. USD, was den eigenen Prognosen entsprach. Vom Umsatz allerdings zeigte sich das Unternehmen selbst enttäuscht. Die ausgewiesene Liquidität lag bei 191 Mio. USD nach 218 Mio. USD am Ende des Geschäftsjahres 2002.

Gründe für das schwache Abschneiden dürften auch im immer wieder verzögerten Auslieferungsbeginn der Altix-Linie liegen, die wiederum durch Probleme Intels mit dem Itanium-Prozessor mitverursacht wurden. Nachdem im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2002 sogar ein Gewinn erzielt wurde, kletterte der Verlust je Aktie seither wieder von 0,05 USD über 0,12 auf die zuletzt erzielten 0,21 USD. Prognosen für das zweite Quartal gibt es nicht, dessen Zahlen werden am 21. Januar vorgelegt. Durch die neue Produktlinie bestehen nun sicherlich Wachstumschancen, zumal bei Konjunkturerholung und sich wieder wachsender Investitionsbereitschaft. Andererseits sind im Segment der Supercomputer auch mächtige Konkurrenten wie etwa IBM und HP tätig. Angesichts der beständig wachsenden Verluste ist SGI also sicherlich nur als spekulative Beimengung für das Depot geeignet.
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