Die Geheimnistuerei um die Vorstandsgehälter muss aufhören
Bescheidenheit war in den vergangenen Jahren nicht gerade die Zier deutscher Konzernchefs. Sie drehten munter mit am großen Rad der Globalisierung, fädelten spektakuläre Fusionen ein und ließen sich für die Großtaten großzügig honorieren. Um mehr als 30 Prozent stiegen die Vorstandsgehälter der im Börsenbarometer Dax notierten großen Aktiengesellschaften in den Boomjahren 1999 und 2000. Die Liga darunter gab sich mit etwas weniger zufrieden, übertraf die Tariferhöhungen aber allemal.
Die Begründung für den tiefen Griff in die Firmenkassen: Wer global agiere, müsse seine Spitzenkräfte auch nach internationalem Standard bezahlen. Dieser wird natürlich von den Amerikanern vorgegeben. Weshalb sollten Global Player wie Rolf-Ernst Breuer von der Deutschen Bank oder DaimlerChrysler-Chef Jürgen Schrempp weniger verdienen als die Topmanager ihrer Neuerwerbungen in den USA oder England? Klingt plausibel. Die weitreichenden Machtbefugnisse amerikanischer Unternehmenschefs möchten sie selbstredend ebenfalls haben. Nur eines wollen sie partout nicht: die in den USA übliche Offenlegung der individuellen Einkommen der Spitzenverdiener. In Deutschland werden die Vorstandsgehälter nur für das Gremium insgesamt veröffentlicht.
Gerhard Cromme, der Aufsichtsratschef von ThyssenKrupp, will die individuellen Einkommen der Topmanager jetzt offen legen. Das ist nur konsequent. Der Gesetzgeber sollte die Vorlage aufgreifen und in die laufende Renovierung des Regelwerks zur Unternehmenskontrolle (Corporate Governance) aufnehmen. Als Ausrede für die bislang mangelnde Transparenz nutzen die Chefs hierzulande gern den "deutschen Neidkomplex". Selbst wenn es den gäbe, darum geht es nicht. Die Aktionäre als Eigentümer haben ein Anrecht, zu wissen, was ihre leitenden Angestellten einstecken. Und wer die Leistung bringt, braucht sich für ein entsprechendes Salär nicht zu schämen. Doch da wird es bei vielen eng. Legt man nämlich die Kurve der Gehaltsentwicklung der Breuers oder Schrempps über die der Entwicklung von Gewinn und Börsenwert ihrer Unternehmen, müssten ganze Vorstandsetagen rote Köpfe bekommen.
Bescheidenheit war in den vergangenen Jahren nicht gerade die Zier deutscher Konzernchefs. Sie drehten munter mit am großen Rad der Globalisierung, fädelten spektakuläre Fusionen ein und ließen sich für die Großtaten großzügig honorieren. Um mehr als 30 Prozent stiegen die Vorstandsgehälter der im Börsenbarometer Dax notierten großen Aktiengesellschaften in den Boomjahren 1999 und 2000. Die Liga darunter gab sich mit etwas weniger zufrieden, übertraf die Tariferhöhungen aber allemal.
Die Begründung für den tiefen Griff in die Firmenkassen: Wer global agiere, müsse seine Spitzenkräfte auch nach internationalem Standard bezahlen. Dieser wird natürlich von den Amerikanern vorgegeben. Weshalb sollten Global Player wie Rolf-Ernst Breuer von der Deutschen Bank oder DaimlerChrysler-Chef Jürgen Schrempp weniger verdienen als die Topmanager ihrer Neuerwerbungen in den USA oder England? Klingt plausibel. Die weitreichenden Machtbefugnisse amerikanischer Unternehmenschefs möchten sie selbstredend ebenfalls haben. Nur eines wollen sie partout nicht: die in den USA übliche Offenlegung der individuellen Einkommen der Spitzenverdiener. In Deutschland werden die Vorstandsgehälter nur für das Gremium insgesamt veröffentlicht.
Gerhard Cromme, der Aufsichtsratschef von ThyssenKrupp, will die individuellen Einkommen der Topmanager jetzt offen legen. Das ist nur konsequent. Der Gesetzgeber sollte die Vorlage aufgreifen und in die laufende Renovierung des Regelwerks zur Unternehmenskontrolle (Corporate Governance) aufnehmen. Als Ausrede für die bislang mangelnde Transparenz nutzen die Chefs hierzulande gern den "deutschen Neidkomplex". Selbst wenn es den gäbe, darum geht es nicht. Die Aktionäre als Eigentümer haben ein Anrecht, zu wissen, was ihre leitenden Angestellten einstecken. Und wer die Leistung bringt, braucht sich für ein entsprechendes Salär nicht zu schämen. Doch da wird es bei vielen eng. Legt man nämlich die Kurve der Gehaltsentwicklung der Breuers oder Schrempps über die der Entwicklung von Gewinn und Börsenwert ihrer Unternehmen, müssten ganze Vorstandsetagen rote Köpfe bekommen.