langsam wirds zeit, sich gedanken zu machen:


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JOHN MILLNER:

langsam wirds zeit, sich gedanken zu machen:

 
22.11.02 12:00
Die Reaktionen auf die verheerenden Kurseinbrüche an den Weltmärkten ließen nicht lange auf sich warten.Direkte Folgen waren:


Massenentlassungen: Es kam zu massenhaften Kündigungen mit der Folge, dass die Arbeitslosenzahlen drastisch anstiegen; Oktober 1929 (1,6 Mio. Arbeitslose), Februar 1930 (3 Mio. Arbeitslose), Dezember 1930 (4 Mio. Arbeitslose); Die höchsten Arbeitslosenzahlen wurden im Februar 1932 erreicht (6,13 Mio. Arbeitslose).


Kurzarbeit: Aufgrund der schlechten Konjunktur wurde in vielen Betrieben weniger gearbeitet, mit dem Resultat, dass die Löhne entsprechend gekürzt wurden.


Konkurse bedeutender Industrieunternehmen: Viele deutsche Unternehmen waren vom Export abhängig, und deshalb traf die Weltwirtschaftskrise und der dadurch erfolgte Zusammenbruch des internationalen Warenaustausches diese Unternehmen mit voller Wucht; denn die fehlenden Exporteinnahmen führten zur Zahlungsunfähigkeit und damit zum Konkurs der Unternehmen. Auch bedeutende Unternehmen wie Siemens oder Mannesmann, wurden durch die Krise getroffen.


Zwangsversteigerungen: Die schwierige wirtschaftliche Situation zwang viele Menschen zur Aufnahme von hohen Krediten bei den Banken; da sie diese Kredite in der Folge häufig nicht zurückbezahlen konnten, wurde am Ende ihr Eigentum (z. B. das eigene Haus) gepfändet und zur Versteigerung freigegeben.Die soziale Krise zieht die politische Destabilisierung nach. In Deutschland bekommt die bis dahin unbedeutende NSDAP in der Reichstagswahl von September 1930 18% und von Juli 1932 37% der Stimmen, was die Flucht ausländischen Kapitals auslöst.



Die politische Situation während der Weltwirtschaftskrise(Weimarer Republik und ihr Untergang)



Bei Ausbruch der Weltwirtschaftskrise reagierte in Deutschland eine große Koalition aller staatstragenden Parteien. Reichskanzler war der Sozialdemokrat Hermann Müller. SPD, Zentrum und BVP (Vorgänger der heute christlichen Volksparteien) sowie die liberalen Parteien DDP und DVP führten die erfolgreiche Verständigungspolitik Stresemanns (starb am 03.10.1929) zusammen, die es gegen die wütenden Angriffe der Nationalsozialisten zu verteidigen galt. In der Innenpolitik gingen die Interessen weit auseinander. Im März 1930 brach die große Koalition im Streit um die Arbeitslosenversicherung auseinander. Der neue Reichskanzler Heinrich Brüning (regierte 1930-1932), ein Führer des Zentrums, besaß keine parlamentarische Mehrheit und war vom Vertrauen des Reichspräsidenten abhängig. In den Jahren 1930-1933 wurde die Verfassung durch Präsidialkabinette mit eingeschränkten Rechten des Parlaments unterhöhlt und das ohnehin labile demokratische System schrittweise zerstört. In Deutschland fallen Wirtschaft- und Staatskrise zeitlich zusammen. In sie verstrickt waren nicht nur Militärs, Wirtschaftsführer und konservative Politiker, die Einfluss auf den Reichspräsidenten, den greisen General Feldmarschall Paul von Hindenburg (regierte 1925-1935) besaßen, sondern Verantwortung für den Niedergang der Demokratie trugen auch demokratische Parteiführer, die den autoritären Kurs tolerierten, weil sie die Gefahren für die Republik unterschätzten. Wie in den Nachbarstaaten griff die Regierung Brüning (Bild) zu rigorosen Sparmaßnahmen, um den drohenden Zusammenbruch der Staatsfinanzen abzuwenden. Die Folgen waren eine Steigerung der Arbeitslosigkeit und ein ständiger Rückgang des Konsums.Die wirtschaftliche Notlage radikalisierte die Wählerschaft. Bei den Reichstagswahlen am 14 September 1930 schafften die Nationalsozialisten den politischen Durchbruch (NSDAP 18 Prozent, ein Aufstieg von 12 auf 107 Mandate). Zugewinnen verzeichneten auch die Kommunisten (13 Prozent).Aufgrund des Versailler Vertrages und der Weltwirtschaftskrise kam es zum Aufschwung der Nationalsozialisten. Hinzu kam, dass in Deutschland ein Mangel von demokratischem Bewusstsein herrschte.Nach dem Vorbild der italienischen Faschisten verfolgten die Nationalsozialisten die Taktik, durch radikale Parolen und selbstinszenierte Unruhen ein Klima der Angst und Unsicherheit zu schaffen, in dem der Ruf nach dem starken Mann übermächtig wurde. Die neue Regierung entwickelte trotzdem eine beachtliche Stabilität und brachte im Herbst 1930 und im Winter 1930/31 eine Reihe einschneidender Notverordnungen durch: Erhöhung der Beiträge zur Arbeitslosenversicherung auf 6 1/2%, Gehalts- und Pensionskürzungen der Beamten, Herabsetzung der Überweisungen an Länder und Gemeinden, auch an die Arbeitslosenversicherung, Fortdauer der Ledigensteuer, Zuschläge zur Einkommensteuer und weitere Maßnahmen zugunsten der Landwirtschaft. Nach der Wiederwahl von Hindenburg zum Reichspräsidenten am 10 April 1932 verlangte Hindenburg von Brüning eine Erweiterung der Regierung nach rechts. Das Kabinett Brüning trat jedoch am 3. Mai zurück. Neuer Reichskanzler wurde Franz von Papen. Die NSDAP wollte jedoch Hitler, welcher schon früher in der Weimarer Republik durch seinen gescheiterten Putsch aufgefallen war, als Reichskanzler sehen, was Hindenburg jedoch ablehnte. Mit 512 gegen 42 Stimmen sprach der Reichstag dem Kabinett Papen das Misstrauen aus. Der Reichstag wurde aufgelöst und für den 6. November 1932 Neuwahlen angesetzt. Begründung in der Auflösungsorder: "Weil die Gefahr besteht, dass der Reichstag die Aufhebung meiner Notverordnung vom 4. September des Jahres verlangt." Die Neuwahlen brachten der NSDAP eine schwere Niederlage. Sie verlor 2 Millionen Stimmen; die Zahl ihrer Reichstagsmandate ging auf 196 zurück. Die Kommunisten steigerten sich von 89 auf 100 Sitze. Die SPD verlor 12 Sitze. Die negative Sperrmehrheit von Nationalsozialisten und Kommunisten blieb jedoch bestehen (50,7 %). Aufgrund von Differenzen im Reichstag trat Papen, zugunsten des Reichwehrministers Schleicher zurück. Alle Bemühungen Schleichers, eine breite Basis zu finden, scheiterten. Alle Aufforderungen zur Mitarbeit blieben vergeblich. Hindenburg verweigerte Schleicher die Notstandsvollmachten und die Ermächtigung zur Reichstagsauflösung. Am 28.1.1933 trat Schleicher zurück. Nach den Neuwahlen ernannte Hindenburg ein "Kabinett der nationalen Konzentration" unter Hitler und Papen. Damit war das Schicksal der Weimarer Republik besiegelt und der systematischen Machtergreifung Hitlers der Weg geebnet.






Zusammenfassung(Beziehung auf die Gegenwart)


Die Weltwirtschaftskrise ist der folgenschwerste wirtschaftliche Einbruch des Jahrhunderts. Eine zyklische Depression traf mit dem vollzogenen Übergang zur Industriegesellschaft, mit dem Bevölkerungswachstum und mit der Zerstörung des Welthandels zusammen und wurde zur Katastrophe. In Deutschland hat die Weltwirtschaftskrise das Aufkommen des Nationalsozialismus erheblich begünstigt, wenn nicht ermöglicht.Mir scheint gerade im Hinblick auf die heutige Situation in Deutschland eine ähnliche Entwicklung. Die Arbeitslosigkeit steigt, immer mehr Menschen leben von Sozialhilfe. Damit geht, wie damals, eine stark zunehmende Politikverdrossenheit einher, das Vertrauen in die Staatsform Demokratie nimmt ab. Es zeichnen sich auch weltweit wirtschaftlich Krisen ab. Die Gefahr, dass es aufgrund wirtschaftlicher sowie politischer Unzufriedenheit der Bevölkerung wieder zu einer starken Front der radikalen Parteien kommt, ist klar zu erkennen.Des weiteren ist zu sagen, dass auch heute noch die Gefahr einer Weltwirtschaftskrise besteht. So kam es zum Beispiel in Japan in den letzten Jahren zu deutlichen Kursverlusten, die die Weltwirtschaft beeinflussen. Auch der russische Markt ist sehr instabil und weißt immer wieder drastische Kursverluste auf.Betrachtet man den Verlauf der deutschen Börensenindizies in den vergangenen Monaten, so ist festzustellen, dass der Neue Mark ca. 50% verloren hat. Dies ist auch auf die Ölkrise bzw. den schwachen Euro zurückzuführen. Bei derzeitigen Kurseinbrüchen bei einigen Unternehmen von bis zu 50%, schreibt auch die Berliner Zeitung von einer „Hochexplosiven Lage und erinnert mit einem Bild noch einmal an die Weltwirtschaftskrise (Artikel vom 13.10.2000 liegt bei).Wie schon damals beeinflussen die Kurseinbrüche besonders stark die Kleinanleger, die mitunter ihre gesamten Ersparnisse in Aktien verloren haben.

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JOHN MILLNER:

na ... keine eine meinung dazu ??? o. T.

 
22.11.02 12:13
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