Langfristige Trends!


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calexa:

Langfristige Trends!

 
11.11.02 12:45
Wenn man Sie fragen würde, was die Börsen wirklich bewegt, was würden Sie antworten? Branchentrends? Politische Ereignisse? Kriege? Nun, kurzfristig betrachtet würde man Ihnen Recht geben müssen. In der Tat wirken sich die oben genannten Ereignisse auf die Weltbörsen aus - jedoch nur auf Sicht von Monaten. Langfristig allerdings, in Zeiträumen von 20 bis 30 Jahren, beeinflussen andere Trends die Börsenentwicklung.

In diesem Artikel möchte ich Sie auf zwei mögliche zukünftige Trends aufmerksam machen: das Bevölkerungswachstum und die Ressourcennutzung. Diese beiden langfristigen Trends werden überlagert von kurzfristigen Trends, wie z.B. den Entwicklungen im Sektor "Fortbewegung" mit dem Aufkommen der Eisenbahn, des Automobils oder aktuell der Billigfluglinien, oder den Entwicklungen im Sektor "Informationstechnologie" durch die Entdeckung von Telegraphen, Telefonen, Mobiltelefonen und dem Internet.

Kurzfristige Trends können einhergehen mit starken Übertreibungen, deren Ablauf schwer zu prognostizieren ist. Wenn der eigene Anlagehorizont langfristige genug ist, dann sollte diesen kurzfristigen Trends weniger Gewicht beigemessen werden, man sollte sich vielmehr bei seiner Investitionsentscheidung auf die langfristigen Trends konzentrieren.

Ich möchte die oben aufgezeigten Entwicklungstendenzen an einem Beispiel erläutern. Stellen Sie sich das Meer vor. Im Meer herrscht eine bestimmte Grundströmung, vergleichbar mit den langfristigen Tendenzen. Es kann - unabhängig von der Grundströmung - auf der Wasseroberfläche zu Unruhen kommen, z.B. von einem Sturm. Sie erkennen, dass sich an der Grundströmung nichts geändert hat. Der kurzfristige Einfluß des Sturms ist nach wenigen Tagen wieder vorbei. Daß es während des Sturmes sogar zu Wellen kommen kann, die sich entgegen der Grundströmung bewegen, ändert nichts an der generellen Richtung, in welche das Meer fließt. Und genauso verhält es sich mit den lang- und kurzfristigen Trends: Kurzfristig "kräuseln" sich die Börsenkurse aufgrund von kurzfristig wirkenden Ereignissen. Aber die Grundströmung wird dadurch nicht verändert, nur für eine - u.U. nicht sofort erkennbare Zeitspanne - überlagert.


Auswirkungen der demographischen Entwicklung
Die weltweite demographische Entwicklung ist von 2 Grundtendenzen geprägt: zum einen von dem starken Bevölkerungswachstum in den Schwellenländern (denken Sie beispielsweise an Indien oder China: beide Länder weisen eine Bevölkerungszahl von über eine Milliarde Menschen auf), zum anderen von der Alterung der Bevölkerung in den Industrieländern der westlichen Welt. Daneben ist das Wirtschaftswachstum in vielen asiatischen Ländern höher als in den Industrieländern. So rechnen einige Banken für Asien - ohne Japan - mit einem Wachstum in 2003 von über 6%. Das zusammen, das hohe Bevölkerungswachstum und das hohe Wirtschaftswachstum, führt zu einem Anstieg der Konsumkraft. Konsumgüterhersteller, die sich in diesen Ländern frühzeitig positioniert haben, könnten davon profitieren. Zu nennen wäre zum Beispiel das amerikanische Unternehmen Procter & Gamble.

Im Gegensatz dazu kann man in den Industrieländern ein stagnierendes oder sogar zurückgehendes Bevölkerungswachstum vorfinden. In der Folge steigt der Altersdurchschnitt der Bevölkerung - und damit auch der Anteil der Rentner. Nach einer Studie wird der Anteil der über 65-jährigen in den OECD-Ländern im Jahr 2030 über 20% betragen. Es liegt auf der Hand, dass die staatlichen Altersvorsorgesysteme nicht mehr ausreichen werden, um den Lebensstandart der Rentner zu sichern. Folglich wird die private Vorsorge an Bedeutung gewinnen. Davon sollten besonders die Versicherer profitieren, also z.B. die deutsche Allianz, die französische AXA S.A. oder die niederländische ING Groep.

Die beiden demographischen Trends führen wiederum zu einer verstärkten Nachfrage nach medizinischer Vorsorge. Das Altern der Bevölkerung in den Industriestaaten begünstigt die Hersteller von medizinischen Produkten gegen die typischen Zivilisationskrankheiten wie z.B. Allergien und Erkrankungen der Atemwege, Herzerkrankungen oder Verfettung. Mit entsprechenden Medikamenten und Dienstleistungen lassen sich häufig große Profite machen. In den Schwellenländern dagegen führt das Bevölkerungswachstum sowie der steigende Lebensstandart zu einer erhöhten Nachfrage nach Medikamenten der Grundversorgung. Hiervon könnten Hersteller von Generika (Nachahmermedikamente) profitieren, aber auch große Pharmaunternehmen mit einer guten Produktpipeline wie z.B. Pfitzer, Aventis oder Schering.


Auswirkungen der Knappheit natürlicher Ressourcen
Die Knappheit natürlicher Ressourcen, insbesondere Wasser und Energie (speziell fossile Brennstoffe) stellen einen der wichtigsten Trends der kommenden Jahre dar. Nur 40% der Weltbevölkerung verfügen heute über eine gesicherte Wasserversorgung. Mit wachsender Weltbevölkerung und steigendem Lebensstandart steigt die Nachfrage nach Wasser, gleichzeitig wird die Verfügbarkeit aber aufgrund der höheren Umweltbelastung abnehmen. Die Wasserversorgung wird daher künftig zu einer Schlüsselbranche werden. Zu den weltweit größten Unternehmen in diesem Bereich gehört die französische Suez mit über 110 Millionen Kunden.

Aber auch Energie wird knapp. Energie ist für die Weltwirtschaft das, was Wasser für den Körper ist. Sowohl das Bevölkerungs- wie auch das Weltwirtschaftswachstum erfordern einen steigenden Energiebedarf. Deshalb sollte man zum einen die Entwicklung von Unternehmen beobachten, die im Bereich alternative Energiequellen engagiert sind (also Energie aus Wind, Sonne, Wasser oder Biomasse), zum anderen aber auch nicht vergessen, dass auf absehbare Zeit das Öl der wichtigste Energieträger bleiben wird. Hier könnte man sich einmal die amerikanische ExxonMobil ansehen, oder die italienische Eni.
(Quelle: www.investorweb.de)

So long,
Calexa
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gut-buy:

wenigstens einer, der noch long ist. o. T.

 
11.11.02 12:49
Antworten
calexa:

Es kommt wohl auf die Werte an

 
11.11.02 12:58
die man im Depot hat. Dann ist "log gehen" kein Problem.

Ich habe momentan:

Philip Morris
ENI
Enel
Zapf
Bijou
Centrotec
Rational
ING Groep

ein paar Aktienfonds und viele Renten....

So long,
Calexa
Antworten
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