ifo-Chef: Krieg der USA gegen arabische Länder mit fatalen Folgen für Weltwirtschaft
Als Reaktion auf die Terroranschläge in den USA hält ifo-Präsident Hans-Werner Sinn einen drastischen Wirtschaftseinbruch unter bestimmten Bedingungen für möglich: "Sollten die USA zum Beispiel Afghanistan angreifen und einen Krieg im Nahen Osten beginnen, hätte das gravierende Folgen für die Energieversorgung", sagte Sinn in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin 'Focus'. "Der Ölpreis würde in die Höhe schnellen, und die Weltwirtschaft könnte in eine Rezession schlittern, von der auch wir betroffen wären."
"Der direkte Schaden ist mit einem Erdbeben zu vergleichen, dessen wirtschaftliche Konsequenzen auch dank des weltweiten Rückversicherungsnetzes beherrschbar sind." Nicht vernachlässigen dürfe man indes den psychologischen Einfluss auf die Einschätzung von Anlagen in den USA. "Amerika gilt plötzlich nicht mehr als sicherer Hafen in der Welt", so der Wirtschaftswissenschaftler zu 'Focus'. Die Kurse an den US-Börsen würden sinken, und das Kapital internationaler Investoren, das lange in enormen Mengen in die USA strömte, werde nach Alternativen suchen. "Auf einmal steht Europa wieder als relativ sicherer Investitionsstandort da", prognostiziert der ifo-Präsident. Auch eine Rückbesinnung auf Asien könne er sich vorstellen.
Zu den direkten Folgen für Europa sagte Sinn, die Amerikaner könnten ihre Bündnispartner zu Sanktionen gegen bestimmte Staaten verpflichten. Solche wirtschaftlichen Sanktionen würden vermutlich die europäischen Unternehmen stärker spüren als US-Konzerne. "So wäre zum Beispiel auch Deutschland mit seinen traditionell guten Beziehungen zu den arabischen Staaten besonders stark von Handelsbeschränkungen betroffen." (as)
[Sat, 15.09.2001] - © 2001 de.internet.com
Als Reaktion auf die Terroranschläge in den USA hält ifo-Präsident Hans-Werner Sinn einen drastischen Wirtschaftseinbruch unter bestimmten Bedingungen für möglich: "Sollten die USA zum Beispiel Afghanistan angreifen und einen Krieg im Nahen Osten beginnen, hätte das gravierende Folgen für die Energieversorgung", sagte Sinn in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin 'Focus'. "Der Ölpreis würde in die Höhe schnellen, und die Weltwirtschaft könnte in eine Rezession schlittern, von der auch wir betroffen wären."
"Der direkte Schaden ist mit einem Erdbeben zu vergleichen, dessen wirtschaftliche Konsequenzen auch dank des weltweiten Rückversicherungsnetzes beherrschbar sind." Nicht vernachlässigen dürfe man indes den psychologischen Einfluss auf die Einschätzung von Anlagen in den USA. "Amerika gilt plötzlich nicht mehr als sicherer Hafen in der Welt", so der Wirtschaftswissenschaftler zu 'Focus'. Die Kurse an den US-Börsen würden sinken, und das Kapital internationaler Investoren, das lange in enormen Mengen in die USA strömte, werde nach Alternativen suchen. "Auf einmal steht Europa wieder als relativ sicherer Investitionsstandort da", prognostiziert der ifo-Präsident. Auch eine Rückbesinnung auf Asien könne er sich vorstellen.
Zu den direkten Folgen für Europa sagte Sinn, die Amerikaner könnten ihre Bündnispartner zu Sanktionen gegen bestimmte Staaten verpflichten. Solche wirtschaftlichen Sanktionen würden vermutlich die europäischen Unternehmen stärker spüren als US-Konzerne. "So wäre zum Beispiel auch Deutschland mit seinen traditionell guten Beziehungen zu den arabischen Staaten besonders stark von Handelsbeschränkungen betroffen." (as)
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