Konjunkturflaute: Auch DAX-Vorstände verdienen weniger
München (rpo). Die Konjunkturflaute hat auch die Portemonnaies der Vorstände in den großen deutschen DAX-Unternehmen erreicht. Erstmals seit Jahren haben sie einen Einkommensrückgang hinnehmen müssen.
Erstmals seit Jahren seien die Gehälter der Führungskräfte der DAX-Unternehmen leicht gesunken, sagte der Chef der Personalberatung Interconsilium, Hubert Johannsmann, der dpa in München. "Die Vorstandsbezüge reflektierten damit die insgesamt schlechtere Wirtschafts- und Ertragslage." In diesem Jahr sei mit einem weiteren, deutlicheren Rückgang der Einkünfte zu rechnen.
Laut der Studie verdienten die DAX-Vorstände 2001 im Schnitt 1,64 Millionen Euro. Das waren zwei Prozent weniger als im Jahr zuvor. Insgesamt zahlten die 30 DAX-Unternehmen ihren Vorständen im Geschäftsjahr 2001 der Untersuchung zufolge 347 Millionen Euro. Dies sind elf Prozent weniger als im Vorjahr.
In den vergangenen Jahren waren die Einkommen überproportional gestiegen. So lag das rechnerische Durchschnitts-Verdienst vor fünf Jahren noch bei 0,9 Millionen Euro. "Die deutschen Top-Manager haben aufgeholt und damit international den Anschluss gefunden", sagte Johannsmann. Vor allem die erfolgsabhängigen Komponenten hätten in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen. Allerdings müsse hier noch mehr Transparenz geschaffen werden. In einigen Jahren werde sich jeder einzelne Vorstand auf den Hauptversammlungen für die Entwicklung in seinem Zuständigkeitsbereich verantworten müssen.
Die Höhe der Gehälter schwankte auch im vergangenen Jahr stark nach Branche und einzelnen Unternehmen. Mit Abstand am meisten zahlte die Deutsche Bank, bei der die Vorstandsmitglieder im Schnitt gut 7 Millionen Euro verdienten. Bei Schering verdoppelte sich das Durchschnittseinkommen auf 2,7 Millionen Euro. Am wenigsten zu holen gab es bei der Lufthansa, wo die Durchschnittseinkommen um 36 Prozent auf 0,53 Mio Euro sanken. Den stärksten Rückgang verzeichneten die Experten bei Infineon. Bei dem Chip-Hersteller verdienten die Vorstandsmitglieder im Schnitt aber immer noch 1,97 Millionen Euro, zwei Drittel weniger als im Jahr zuvor.
Die erfolgsabhängigen Komponenten, die bei einzelnen Unternehmen bis zu 90 Prozent der Entlohnung ausmachen, wirken sich oft erst mit Verzögerung aus. So werden die Gewinneinbrüche vieler Unternehmen im vergangenen Jahr erst 2002 auf die Bezüge durchschlagen. Johannsmann kann sich daher vorstellen, dass die Einkommen in diesem Jahr noch einmal um bis zu zehn Prozent sinken könnten. Die Kopplung der Bezahlung an den Unternehmenserfolg birgt nach Einschätzung des Experten auch Gefahren. "Die Manager werden verführt, kurzfristigen Marktentwicklungen nachzulaufen, um den persönlichen Profit zu maximieren." Daher mache eine Deckelung der Vorstandstantiemen Sinn.
München (rpo). Die Konjunkturflaute hat auch die Portemonnaies der Vorstände in den großen deutschen DAX-Unternehmen erreicht. Erstmals seit Jahren haben sie einen Einkommensrückgang hinnehmen müssen.
Erstmals seit Jahren seien die Gehälter der Führungskräfte der DAX-Unternehmen leicht gesunken, sagte der Chef der Personalberatung Interconsilium, Hubert Johannsmann, der dpa in München. "Die Vorstandsbezüge reflektierten damit die insgesamt schlechtere Wirtschafts- und Ertragslage." In diesem Jahr sei mit einem weiteren, deutlicheren Rückgang der Einkünfte zu rechnen.
Laut der Studie verdienten die DAX-Vorstände 2001 im Schnitt 1,64 Millionen Euro. Das waren zwei Prozent weniger als im Jahr zuvor. Insgesamt zahlten die 30 DAX-Unternehmen ihren Vorständen im Geschäftsjahr 2001 der Untersuchung zufolge 347 Millionen Euro. Dies sind elf Prozent weniger als im Vorjahr.
In den vergangenen Jahren waren die Einkommen überproportional gestiegen. So lag das rechnerische Durchschnitts-Verdienst vor fünf Jahren noch bei 0,9 Millionen Euro. "Die deutschen Top-Manager haben aufgeholt und damit international den Anschluss gefunden", sagte Johannsmann. Vor allem die erfolgsabhängigen Komponenten hätten in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen. Allerdings müsse hier noch mehr Transparenz geschaffen werden. In einigen Jahren werde sich jeder einzelne Vorstand auf den Hauptversammlungen für die Entwicklung in seinem Zuständigkeitsbereich verantworten müssen.
Die Höhe der Gehälter schwankte auch im vergangenen Jahr stark nach Branche und einzelnen Unternehmen. Mit Abstand am meisten zahlte die Deutsche Bank, bei der die Vorstandsmitglieder im Schnitt gut 7 Millionen Euro verdienten. Bei Schering verdoppelte sich das Durchschnittseinkommen auf 2,7 Millionen Euro. Am wenigsten zu holen gab es bei der Lufthansa, wo die Durchschnittseinkommen um 36 Prozent auf 0,53 Mio Euro sanken. Den stärksten Rückgang verzeichneten die Experten bei Infineon. Bei dem Chip-Hersteller verdienten die Vorstandsmitglieder im Schnitt aber immer noch 1,97 Millionen Euro, zwei Drittel weniger als im Jahr zuvor.
Die erfolgsabhängigen Komponenten, die bei einzelnen Unternehmen bis zu 90 Prozent der Entlohnung ausmachen, wirken sich oft erst mit Verzögerung aus. So werden die Gewinneinbrüche vieler Unternehmen im vergangenen Jahr erst 2002 auf die Bezüge durchschlagen. Johannsmann kann sich daher vorstellen, dass die Einkommen in diesem Jahr noch einmal um bis zu zehn Prozent sinken könnten. Die Kopplung der Bezahlung an den Unternehmenserfolg birgt nach Einschätzung des Experten auch Gefahren. "Die Manager werden verführt, kurzfristigen Marktentwicklungen nachzulaufen, um den persönlichen Profit zu maximieren." Daher mache eine Deckelung der Vorstandstantiemen Sinn.