83 Prozent Kurspotenzial: Diese Aktie hat der Markt einfach vergessen

Julian Schick Julian Schick
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Julian Schick schreibt seit 2020 über die Themen, die Anleger bewegen – mit einem besonderen Fokus auf Aktienanalysen, Dividendenstrategien und ETFs. Der ausgebildete Journalist absolvierte die Kölner Journalistenschule und sammelte Erfahrungen unter anderem beim Handelsblatt, der Financial Times Deutschland sowie Euronews und WDR5. Für Ariva bringt er fundiertes Marktwissen und einen klaren Blick für das Wesentliche mit.

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Arbeit an einem Webseitendesign mit Programmiercodes (Symbolbild).
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Die ATOSS-Aktie ist seit ihrem Hoch eingebrochen, angeblich wegen KI-Ängsten. Berenberg widerspricht und sieht ausgerechnet in der KI-Welle den nächsten Wachstumsschub.
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Hinweis

Die Aktie von ATOSS Software (ATOSS Software Aktie) hat sich seit ihrem Rekordhoch im Sommer 2025 fast halbiert, doch die Analysten von Berenberg sehen darin keine Warnung, sondern eine Einladung. Trotz eines gesenkten Kursziels von 135 Euro (zuvor 150 Euro) bestätigt die Bank ihre Kaufempfehlung für den Münchner Anbieter von Software zur Personaleinsatzplanung und sieht satte 83 Prozent Luft nach oben. Aktuell notiert das Papier bei rund 73,60 Euro.

Der Kurssturz der vergangenen Monate geht nach Einschätzung der Analysten allein auf eine Neubewertung zurück, nicht auf schlechtere Geschäftszahlen. Ausgelöst wurde er von der Sorge, künstliche Intelligenz könnte Softwareanbieter wie ATOSS überflüssig machen. Das Unternehmen wird deshalb inzwischen nur noch mit dem 13-Fachen des für 2026 erwarteten operativen Gewinns gehandelt, gemessen am langjährigen Durchschnitt ein Abschlag von 56 Prozent. Eine Rückwärtsrechnung der Berenberg-Experten zeigt, wie pessimistisch der Markt geworden ist: Der aktuelle Kurs unterstellt für die Zeit nach 2028 nur noch ein jährliches Umsatzwachstum von 3 Prozent, praktisch eine Stagnation.

Die Analysten halten das für übertrieben. Ihr Argument: ATOSS sitzt tief im Zahlungsverkehr seiner Kunden, weil die Software direkt mit der Lohnabrechnung verzahnt ist und komplexe, sich ständig ändernde Tarifverträge abbildet. Allein 2025 wurden in Deutschland über 5.500 neue Tarifvereinbarungen ausgehandelt, jede davon mit eigenen Regeln für Zuschläge und Arbeitszeiten. Genau diese Komplexität mache das Geschäft für generative KI-Systeme kaum kopierbar. Wie es die Analysten in ihrer Studie formulieren, gehe es ihnen dabei nicht darum, die nächste Quartalszahl vorherzusagen, sondern die grundsätzliche Stärke des Geschäftsmodells sichtbar zu machen.

Statt einer Bedrohung sehen die Experten in der KI-Welle sogar einen Wachstumstreiber: Wer moderne KI-Anwendungen nutzen will, braucht cloudfähige Software, und genau hier ist ATOSS schon lange unterwegs. Konkurrent SAP (SAP Aktie) stellt zudem 2027 den Support für sein altes Personalabrechnungsmodul ein, was zusätzlichen Umstiegsdruck erzeugt. Berenberg rechnet deshalb bis 2030 mit einem jährlichen Umsatz- und Gewinnwachstum von jeweils 14 Prozent. Bei einer Rückkehr zu historischen Bewertungsniveaus wäre sogar ein Kurs von 170 Euro drin.

Werte aus dem Artikel:
Atoss Software Aktie 91,30 € +0,44%

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