Geschichte, oder genauer an der deutschen Wirtschaftsgeschichte, gefällt ist ja, dass es fast nichts gibt, was nicht schon mal da gewesen wäre. Nicht, dass es den Euro schon mal gegeben hätte, aber das Modell der Freihandelszonen mit umfassender Rechtssicherheit ist ja kein alter Hut. Die Folgen, die sich daraus ergaben ebenfalls nicht. Irgendwie erinnert mich das Treiben da an die, die immer noch unbeirrt an sozialistische/kommunistische Kreationen festhalten. Die Theorie hört sich insgesamt einfach zu gut an, als dass das regelmäßige Totalversagen nicht doch einen Neuversuch mit ggf. kleineren Änderungen rechtfertigen würde.
Und schön auch immer wieder diese inhaltsleeren Begründungen der Befürworter. Wenn es die Einführung des Euro nicht gegeben hätte, dann würde die D-Mark heute wesentlich schlechter dastehen, oder ohne die Wirtschaftsunion würde es der deutschen Unternehmen bedeutend schlechter gehen. Man kann es zwar nicht beweisen, denn die Dinge sind nun mal so wie sie sind und das Altbewährte abgeschafft, aber hört sich doch gut an. Ich kann natürlich auch das Gegenteil nicht beweisen und allenfalls darauf hinweisen, als es diese Dinge nicht gab, sah es jedenfalls nicht schlechter aus.
Doch zurück zur Geschichte. Da stand man nun als Deutschland, jenes Land, das aus damaliger Sicht ganz vorne bei den technologischen Errungenschaften mitmischte und in allen wissenschaftlichen Disziplinen regelmäßig auf den Medaillenplätzen landete. Dies aber auch nur als Anmerkung für jene, die immer noch glauben, der Weg aus der Krise führe über ein mehr an Innovation und einem Spitzenplatz auf dem Gebiet der Bildung. Die Marktmechanismen, die wirken wenn Märkte sich ungehindert und frei entfalten können, lehren da mit harter Rute. Und da die Auswirkungen viel weiter reichen als der Wirtschaftsspielplatz groß ist, muckt die Gesellschaft daraufhin in all ihrem Facettenreichtum auf. Da muss dann selbst der überzeugteste Politiker irgendwann handeln.
Mal gut, dass sich bei der Ausarbeitung der neuesten Rezeptkreationen die Politiker gleich eines Großteils ihres Handlungsspielraums beraubt und sich somit entmündigt haben. So lässt sich wenigstens ein 100 Kilogramm großer Sack voll Dummheit nicht mit weiteren Kilos desselbigen füllen. Und das wiederum weckt die Hoffnung, dass zukünftige Generationen wenigsten zum Teil davor bewahrt werden, nicht auf das mit den Halbwahrheiten der Historikerzunft unterfütterte System ihre Zukunft zu bauen.
Jedenfalls kann ihnen so der Weg der ganz harten Erkenntnis erspart bleiben, denn neben den Schritten der Oberschlauen, die meinen jedes gut laufende System mit der Brechstange ihrer Geistes verbessern zu müssen, gibt es ja die einfache Bewegung in Richtung Vernunft. Auch wenn die Oberschlauen diese natürlich als Rückschritt verteufeln werden.
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