derzeitigen Aufwinds für Union und FDP noch nicht für sehr wahrscheinlich. Den ersten Fehler hat Stoiber schon gemacht, nämlich den von FJS zu wiederholen. Der zweite gigantische Fehler wird sein, daß er immer und überall das Modell Bayern herausstreichen wird. Damit sammelt er zwar Stimmen in Bayern und im Ländle - der Rest wird sich aber mit Grausen wenden. Die Ossis fürchten um den Solizuschlag, die Ruhrpottler und Saarländer um ihre Kohle- und Stahlsubventionen, die Stadtstaaten um ihr Existenzrecht als Ganzes, mindestens aber um den Länderfinanzausgleich ... - von den üblichen gegenseitigen lokalpatriotischen Abneigungen zwischen Nord und Süd mal ganz abgesehen. Dazu kommt fröhliches Stühlesägen in den eigenen Reihen (dort der beliebteste Sport derzeit) und der Mangel an Alternativen, den er gegf. für Bayern anzubieten hätte (statt Seehofer wird Huber als Nachfolger gehandelt - das kann ihm auch in Bayern Stimmen kosten). Sollte Stoiber sein Ziel nicht erreichen, wird für ihn der Scherbenhaufen groß sein: Der große Guru wird entzaubert sein, in der CDU werden viele ihre Häme nicht verbergen können und in Bayern selbst werden einige, die jetzt versuchen aus einem möglichen Wechsel Kapital zu schlagen, hinterher möglicherweise nicht ganz kampflos weichen.
Schröder tut sich da leichter: Er muß nur der deutschen Bank, E.on, RWE und Konsorten plausibel machen, daß die Grünen nur bei gestärkter SPD verschwinden, daß ungehinderte Atomtransporte nur unter einer SPD-Regierung (gegf. auch wieder mit den Grünen) möglich sind und daß sich die frohe Botschaft des ökonomischen Sozialdarwinismus am besten in einer sozialliberalen Koalition unter dem Deckmäntelchen einer modernen Sozialdemokratie verkaufen läßt. Bisher war er mit der Schiene ganz erfolgreich.