Kleiner Kommentar zur Post

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Kleiner Kommentar zur Post DarkKnight

Kleiner Kommentar zur Post

 
#1
Gelbe Langeweile

Überraschungen gab es keine. Die Bookbuilding-Spanne für die Aktie Gelb zwischen 18 und 23 Euro entspricht den Erwartungen, Gleiches gilt für das Volumen von 25% (ohne Greenshoe), das nun platziert werden soll. Noch nicht einmal das schwache Börsenumfeld scheint die Verantwortlichen von Deutscher Post und den Konsortialbanken dazu gebracht zu haben, an den seit langem gerüchteweise bekannten Eckdaten für das größte IPO des Jahres zu rütteln. Wo andere Börsenaspiranten ihr IPO absagen oder Preisspannen nach unten korrigieren, setzt die Post auf Kontinuität und Verlässlichkeit. Allerdings wurden die Möglichkeiten mit der moderaten Preisspanne von 18 bis 23 Euro nicht ausgereizt, so dass in den ersten Handelstagen durchaus Spielraum nach oben vorhanden ist.
In einer Zeit, in der Hiobsbotschaften über notierte Unternehmen oder solche, die es werden wollen, die Anleger fast täglich in Angst und Schrecken versetzen, wirkt die Langeweile des gelben Riesen schon fast beruhigend. Höhenflüge sind bei der Post-Aktie ebenso wenig zu erwarten wie der Sturz in ungeahnte Tiefen. Dafür spricht auch der gestrige Verlauf des Handels per Erscheinen: Mit 22 bis 23 Euro sorgte das Papier auch hier für keine Überraschung. Eine Story, die die Fantasie der Anleger anregt, ist nur in Ansätzen vorhanden. Die Ankündigungen, die zukunftsträchtigen Sparten Logistik und Express auszubauen, versprechen zwar mittel- und langfristige Perspektiven, verhelfen dem Papier aber kurzfristig sicher nicht zu Schwung.

Dagegen wird die Post-Aktie vom Sprung in den Dax beflügelt werden, der spätestens im März 2001 ansteht. Das sollte vor allem die Nachfrage bei den indexorientiert investierenden Fonds antreiben, und davon profitieren letztlich alle Post-Aktionäre. Den Zockern wird aber auch diese Aussicht nur ein Gähnen entlocken.
Bei dem turbulenten Börsenumfeld finden an soliden Anlagen orientierte Aktionäre bei der Deutschen Post einen sicheren Hafen - zumindest vorübergehend. Denn mittelfristig könnte der Logistikriese in unruhigere Gewässer geraten. Noch erwirtschaftet er zwei Drittel seiner Gewinne mit dem Briefgeschäft. Wenn Ende 2002 das Monopol auf Briefe unter 200 Gramm ausläuft, wird die Post sicher Einbußen hinnehmen müssen. Da das Unternehmen konsequent Auskünfte über die Einnahmen aus dem Monopolbereich verweigert, ist Spekulationen über mögliche Gewinneinbrüche nach 2002 Tür und Tor geöffnet. Aus schlechten Nachrichten lässt sich kaum eine erfolgreiche Börsen-Story stricken.
Logistik- und Expresssparte werden die Löcher, die der Wegfall der Exklusivlizenz reißt, erst in ferner Zukunft schließen können. Die entscheidende Frage ist, wann diese Zukunft beginnt. Im ersten Halbjahr 2000 lag die Umsatzrendite bei schmalen 1,0% (Logistik) beziehungsweise noch bescheideneren 0,6% (Express). Bis ein mit dem Geschäftsfeld Brief vergleichbarer Wert (20%) erzielt werden kann, werden wohl einige Jahre ins Land gehen. Deshalb wird von den Anteilseignern zunächst vor allem eines verlangt: Geduld. Nur wer die Durststrecke, die von 2003 an droht, aussitzt, wird Freude an seinem gelben Papier haben.


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