Antizyklisches Investieren funktioniert vor allem deshalb , weil Kontra-Investoren die Nachrichten aus Presse, Rundfunk und Fernsehen mit ihrer ganz speziellen Sichtweise analysieren und interpretieren.
Die Unterschiede zum Vorgehen der Mehrheit kann man nicht deutlich genug hervorheben. Zur Erinnerung: Die meisten Anleger sind schlicht zu faul oder zu ängstlich, um selbständig zu denken. Die große Masse beobachtet lediglich das Verhalten der anderen Anleger und richtet die eigenen Investitionsentscheidung nach dem Vorgehen der übrigen Marktteilnehmer aus.
Wenn ein bestimmter Sektor boomt, dann steigen diese Anleger ein, und zwar ohne über die Kursbewegung nachzudenken. Die Tatsache, dass eine Branche oder eine Aktie im Kurs klettert, ist für sie Grund genug, um zu investieren. Wie es zu dem Kursanstieg kam und wie lange er dauern könnte, solche wichtigen Fragen interessieren die meisten Anleger nicht.
Leider belegen einschlägige Forschungsergebnisse, dass die große Mehrheit damit genau den falschen Pfad einschlägt. Da "heißgeliebte" Aktien dazu tendieren, im Kurs zu fallen und Verliererpapiere später häufig zu Gewinnern werden, liegt es auf der Hand, dass es besser ist, das Gegenteil dessen zu tun, was gerade "in" ist.
Kurzes Gedächtnis
Wie wir gesehen haben, spielen die Medien ein sehr wichtige Rolle beim Zustandekommen von Mehrheitsmeinungen. Wer abends nach einem Börsentag die einschlägigen TV-Sender einschaltet, der weiß, was gemeint ist. Die Ereignisse des Tages, sei es eine Gewinnwarnung beim Chipriesen Intel (WKN 855681), die neuesten Arbeitsmarktdaten aus den USA oder eine Senkung der Leitzinsen durch die US-Notenbank beherrschen das Geschehen auf dem Bildschirm.
In diesem Zusammenhang ist folgendes Phänomen interessant: Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass Anleger dazu neigen, sich ausschließlich auf aktuelle Nachrichten zu konzentrieren. Frühere Ereignisse werden dagegen vergessen oder verdrängt.
Dies gilt interessanterweise vor allem für Aktien in einem starken Aufwärtstrend. Die intensive Berichterstattung über den anhaltenden Kursanstieg macht gewissermaßen kostenlose Werbung für das entsprechende Papier. Beispiele aus der Vergangenheit gibt es genügend. Denken Sie an Yahoo (WKN 900103), Nokia (WKN 870737) oder Cisco Systems (WKN 878841).
Wenn also die Gesichter von Unternehmenslenkern wie Bill Gates auf den Titelbildern der Gazetten erscheinen, dann werden schon allein dadurch viele Anleger zu Käufen getrieben. Das Paradoxe daran ist, dass die Investoren umso mehr bereit sind, in die betreffende Aktie zu investieren, je höher die Anteilsscheine klettern und je mehr positive Nachrichten zu dem Unternehmen sie aufnehmen.
Im Umkehrschluss bedeutet dies natürlich, dass die Berichterstattung über eine Firma immer dann sehr intensiv sein wird (und damit große Aufmerksamkeit erregt), wenn die betreffende Gesellschaft erhebliche Probleme hat. Kein Wunder also, dass die Mehrheit der Investoren gute Nachrichten als Kaufgelegenheiten auffasst, schlechte dagegen als Warnungen interpretiert. Dies führt dazu, dass die meisten Anleger Aktien genau dann meiden, wenn sie die Papiere eigentlich kaufen sollten.
All diese Umstände machen sich Antizykliker zu Nutze. Im vorangegangenen Teil unserer Serie hatten wir geschildert, welche psychologischen Eigenheiten Kontra-Investoren auszeichnen. Die Frage ist nun: kann das jeder? Klare Antwort: natürlich! Tatsächlich gibt es ein paar Tricks, wie man sich eine antizyklische Denkweise aneignet.
Im besten Fall sollte die antizyklische Einstellung natürlich in Fleisch und Blut übergehen, zu einem Teil der Persönlichkeit werden . Klar im Vorteil ist daher, wer von Natur aus dazu neigt, die Dinge eher kritisch zu sehen. Aber auch wem Skepsis und gesundes Misstrauen nicht in die Wiege gelegt wurden, darf hoffen. Mit der antizyklischen Strategie ist es wie mit vielen Dingen im Leben: man kann sich eine ganze Menge aneignen, auch antizyklische Verhaltensmuster lassen sich trainieren
(aus der mittlerweile leider stillgelegten fnet.de von A.Haase)
Die Unterschiede zum Vorgehen der Mehrheit kann man nicht deutlich genug hervorheben. Zur Erinnerung: Die meisten Anleger sind schlicht zu faul oder zu ängstlich, um selbständig zu denken. Die große Masse beobachtet lediglich das Verhalten der anderen Anleger und richtet die eigenen Investitionsentscheidung nach dem Vorgehen der übrigen Marktteilnehmer aus.
Wenn ein bestimmter Sektor boomt, dann steigen diese Anleger ein, und zwar ohne über die Kursbewegung nachzudenken. Die Tatsache, dass eine Branche oder eine Aktie im Kurs klettert, ist für sie Grund genug, um zu investieren. Wie es zu dem Kursanstieg kam und wie lange er dauern könnte, solche wichtigen Fragen interessieren die meisten Anleger nicht.
Leider belegen einschlägige Forschungsergebnisse, dass die große Mehrheit damit genau den falschen Pfad einschlägt. Da "heißgeliebte" Aktien dazu tendieren, im Kurs zu fallen und Verliererpapiere später häufig zu Gewinnern werden, liegt es auf der Hand, dass es besser ist, das Gegenteil dessen zu tun, was gerade "in" ist.
Kurzes Gedächtnis
Wie wir gesehen haben, spielen die Medien ein sehr wichtige Rolle beim Zustandekommen von Mehrheitsmeinungen. Wer abends nach einem Börsentag die einschlägigen TV-Sender einschaltet, der weiß, was gemeint ist. Die Ereignisse des Tages, sei es eine Gewinnwarnung beim Chipriesen Intel (WKN 855681), die neuesten Arbeitsmarktdaten aus den USA oder eine Senkung der Leitzinsen durch die US-Notenbank beherrschen das Geschehen auf dem Bildschirm.
In diesem Zusammenhang ist folgendes Phänomen interessant: Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass Anleger dazu neigen, sich ausschließlich auf aktuelle Nachrichten zu konzentrieren. Frühere Ereignisse werden dagegen vergessen oder verdrängt.
Dies gilt interessanterweise vor allem für Aktien in einem starken Aufwärtstrend. Die intensive Berichterstattung über den anhaltenden Kursanstieg macht gewissermaßen kostenlose Werbung für das entsprechende Papier. Beispiele aus der Vergangenheit gibt es genügend. Denken Sie an Yahoo (WKN 900103), Nokia (WKN 870737) oder Cisco Systems (WKN 878841).
Wenn also die Gesichter von Unternehmenslenkern wie Bill Gates auf den Titelbildern der Gazetten erscheinen, dann werden schon allein dadurch viele Anleger zu Käufen getrieben. Das Paradoxe daran ist, dass die Investoren umso mehr bereit sind, in die betreffende Aktie zu investieren, je höher die Anteilsscheine klettern und je mehr positive Nachrichten zu dem Unternehmen sie aufnehmen.
Im Umkehrschluss bedeutet dies natürlich, dass die Berichterstattung über eine Firma immer dann sehr intensiv sein wird (und damit große Aufmerksamkeit erregt), wenn die betreffende Gesellschaft erhebliche Probleme hat. Kein Wunder also, dass die Mehrheit der Investoren gute Nachrichten als Kaufgelegenheiten auffasst, schlechte dagegen als Warnungen interpretiert. Dies führt dazu, dass die meisten Anleger Aktien genau dann meiden, wenn sie die Papiere eigentlich kaufen sollten.
All diese Umstände machen sich Antizykliker zu Nutze. Im vorangegangenen Teil unserer Serie hatten wir geschildert, welche psychologischen Eigenheiten Kontra-Investoren auszeichnen. Die Frage ist nun: kann das jeder? Klare Antwort: natürlich! Tatsächlich gibt es ein paar Tricks, wie man sich eine antizyklische Denkweise aneignet.
Im besten Fall sollte die antizyklische Einstellung natürlich in Fleisch und Blut übergehen, zu einem Teil der Persönlichkeit werden . Klar im Vorteil ist daher, wer von Natur aus dazu neigt, die Dinge eher kritisch zu sehen. Aber auch wem Skepsis und gesundes Misstrauen nicht in die Wiege gelegt wurden, darf hoffen. Mit der antizyklischen Strategie ist es wie mit vielen Dingen im Leben: man kann sich eine ganze Menge aneignen, auch antizyklische Verhaltensmuster lassen sich trainieren
(aus der mittlerweile leider stillgelegten fnet.de von A.Haase)