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Kleinanleger schrecken vor Börsenengagement zurück


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Kleinanleger schrecken vor Börsenengagement zurück

 
09.03.04 12:28
Die Bereitschaft der Kleinanleger zu Neuinvestitionen in Aktien springt nur zaghaft an. Nach Bankenangaben legt die Mehrheit den Schwerpunkt weiterhin auf Sicherheit.


Viele Privatanleger investieren lieber in Garantieprodukte und halten sich noch von der Börse fern. Diese abwartende Haltung steht im Gegensatz zu den jüngsten Sentiment-Umfragen, in denen die Privaten die Entwicklung an den Börsen optimistisch einschätzen. Hintergrund sei der stufenweise Börsencrash vor rund dreieinhalb Jahren, sagen Vertreter der Banken.

Damals hatte das Anlegervertrauen beim Platzen der Technologieblase einen kräftigen Knacks erhalten. Vor allem diejenigen Investoren, die von der heiß gelaufenen Stimmung und Schlagzeilen über leicht zu verdienendes Geld kurz vor dem Gipfel an die Märkte gelockt worden waren, verbuchten erhebliche Verluste.


"Seit dem Spätherbst beobachten wir einen größeren Umfang bei Investitionen in Aktien, Aktienfonds und Zertifikate", sagt Hans-Theo Burtscheidt, der bei der Dresdner Bank den Vertrieb für Anlageprodukte leitet. "Unsere Kunden suchen trotzdem nach Möglichkeiten, dabei das Risiko zu reduzieren. Gefragt sind deshalb vor allem Protektionsfonds und Zertifikatsstrukturen, bei denen die Anleger teilweise mit sicheren Renditen rechnen können."



Stagnation auf niedrigem Niveau


Die Bereitschaft zu Aktieninvestitionen stagniere auf niedrigem Niveau, sagt Harald Norbisrath, Leiter Vertriebsmanagement bei der Frankfurter Sparkasse. Martin Locke, Produktmanager bei der Berliner Volksbank, fasst es so zusammen: "Die Anleger scheuen das Risiko."


Die Statistik des Deutschen Aktieninstituts belegt, dass der Anteil der Aktionäre zuletzt sogar leicht rückläufig war. Im zweiten Halbjahr 2003 sank die Anzahl der Besitzer von Aktien und Aktienfonds in Deutschland auf 11,1 Millionen. Im ersten Halbjahr waren es noch knapp 30.000 mehr. Im ersten Halbjahr 2001 gab es noch 13,4 Millionen Aktionäre.


Die Stimmung allerdings ist gut: Laut einer Umfrage der UBS kletterte der Optimismus der Investoren zuletzt auf den höchsten Stand seit 22 Monaten. Der Investor-Confidence-Index von JP Morgan Fleming erreichte im Februar seine Bestmarke, seitdem er im März 2002 erstmals ermittelt wurde. Zugleich nahm die Gruppe der Befragten, die auf Jahressicht eine Neuinvestition in Fonds tätigen wollen, deutlich ab.



Enttäuschender Ifo-Index


"Viele Investoren warten wahrscheinlich noch auf eindeutige Zeichen für eine spürbare Konjunkturverbesserung", versucht es ein Sprecher der Investmentgesellschaft zu erklären. Allerdings fielen die jüngsten Wirtschaftsdaten wie der Ifo-Index für Deutschland eher enttäuschend aus. Dies spricht dagegen, dass sich diese Anleger stärker engagieren werden.


Nur so genannte Heavy Trader, also diejenigen, die stetig Aktien kaufen und verkaufen, setzen schon wieder auf Aktien. Beim Broker Comdirect lag nach Informationen aus Firmenkreisen die Zahl der täglichen Transaktionen im Januar um ein Drittel höher als im vierten Quartal. Auch ein Sprecher der DAB-Bank bestätigte steigende Transaktionen.


Zudem schichten Langfristinvestoren in Aktien um. "Ein Drittel unserer Kunden hat seit März 2002 Aktien oder Aktienfonds gekauft", sagt Mark Sauer von der Deutschen Bank. Für Gianni Hirschmüller von Cognitrend, spezialisiert auf die Analyse des Anlegerverhaltens, ist beides keine Überraschung. Diejenigen Investoren, die seit 2000 starke Buchverluste kassierten, "warten hingegen auf deutlich höhere Kurse", sagt er.



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Profi-Investoren

Auf der Jagd nach Rendite
Die Notenbanker machen sich Sorgen über den Risikohunger professioneller Marktteilnehmer, die auf der Jagd nach attraktiven Renditen sind. Im Gegensatz zu den Kleinanlegern ist deren Risikobereitschaft in den ersten drei Monaten 2004 auf ein hohes Niveau gestiegen, heißt es im am Montag veröffentlichten Quartalsbericht der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ).


"Wir müssen diesen Prozess beobachten und wachsam sein, aber wir sind nicht alarmiert", sagte am Montag Jean-Claude Trichet, Präsident der Europäischen Zentralbank, nach dem Treffen der G-10-Zentralbanker in Basel. Sie befürchten, dass die Niedrigzinspolitik auf Grund billiger Liquidität zu einer spekulativen Preisblase bei Finanzanlagen führen könnte.


Selbst der Zusammenbruch des italienischen Nahrungsmittelkonzerns Parmalat habe den Anlegern ihren Risikoappetit nicht verderben können, stellt die BIZ fest. Sie macht bereits Anzeichen für eine Übertreibung aus. Seit Anfang 2003 seien die Aktienkurse stärker geklettert als die Firmengewinne.


Ein weiteres Indiz für die hohe Risikoneigung sei die Bereitwilligkeit der Investoren, ihr Geld in Emerging-Markets-Anleihen zu stecken - trotz sinkender Risikoaufschläge.

www.ftd.de/pw/de/1078565315943.html?nv=sky
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