Kirch Media steht vor Fusion


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Kirch Media steht vor Fusion

 
05.09.01 23:24

Kirch Media steht vor Fusion mit Pro Sieben Sat 1


Von Bertrand Benoit, Frankfurt und Lutz Meier, Berlin

Die Münchner Kirch-Gruppe will ihren Konzern neu ordnen. Die zentrale Sparte Kirch-Media soll mit der TV-Tochter Pro Sieben Sat 1 Media fusionieren.

Laut Kreisen, die mit dem Geschäft vertraut sind, haben sich die Kirch-Gruppe und Pro Sieben Sat 1 bereits auf den Zusammenschluss verständigt. Nur die Aufsichtsräte müssen noch zustimmen. Beide Unternehmen lehnten eine Stellungnahme ab. Durch die Neuordnung will Kirch bereits nächstes Jahr mit seinem Kerngeschäft an der Börse sein und derart finanzielle Forderungen seiner ausländischen Anteilseigner vermeiden. Pro-Sieben Sat 1 ist bereits an der Börse.

Kirch hatte ursprünglich einen Börsengang der Kirch Media bis Ende dieses Jahres geplant, das Vorhaben aber wegen des derzeit schwachen Aktienmarkts verschoben. Der Börsengang war den Fremdinvestoren der Kirch-Gruppe jedoch zuvor vertraglich zugesichert worden. Andernfalls können sie möglicherweise ihre Einlagen zurückverlangen. Die Mittel dafür kann Kirch aber kaum aufbringen. Mit Blick auf dieses Dilemma hatte Kirch-Manager Jan Mojto der FTD schon Ende Juli vieldeutig gesagt: "Wir sind da flexibler als Sie denken."


Hoher Kapitalbedarf


Für jeweils dreistellige Millionenbeträge hatte Kirch in den vergangenen Jahren Investoren in die Kirch Media aufgenommen, um seinen Kapitalbedarf zu stillen. Dazu zählen die Investmenthäuser Capital Research und Lehman Brothers, Firmen von Rupert Murdoch und Silvio Berlusconi sowie der saudische Finanzier Al Walid. Diese halten gut 15 Prozent an Kirch Media. Hinzu kommen Anteile von Kirch-Sohn Thomas und der Rewe-Gruppe.

Die Kirch Media bündelt das profitable Kerngeschäft des gesamten Konzerns. Dazu zählen neben Filmrechten der Sportrechtehandel, die Pro-Sieben-Sat-1-Beteiligung sowie die Produktion. Der Umsatz im Jahr 2000 lag bei 6,5 Mrd. DM, das operative Ergebnis bei 536 Mio. DM.

Wenn die Fusion vollzogen wird, muss sich die börsennotierte TV-Tochter einmal mehr der Konzernraison beugen. Schon die Fusion von Pro Sieben mit Sat 1 hatte dem Unternehmen wenige Vorteile gebracht, sondern war vor allem im Interesse der Kirch-Gruppe gewesen.

quelle ftd.
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