Telekom
Neue Spekulation um Ron Sommer
7. Juli 2002 Neuer Akt im Sommer-Theater bei der Telekom, und vielleicht der letzte: Unter Berufung auf Regierungskreise berichtet das Nachrichtenmagazin „Focus“, Bundeskanzler Gerhard Schröder wolle den Telekom-Chef Ron Sommer noch vor der Bundestagswahl ablösen lassen.
Schröder suche intensiv nach jemandem „mit dem Format des DaimlerChrysler-Vorstandschefs Jürgen Schrempp“. Am liebsten wäre es Schröder, wenn Duzfreund Schrempp das selber mache, allerdings gelte ein Wechsel als unwahrscheinlich, da Schrempp seinen Vertrag bei DaimlerChrysler gerade verlängert habe.
Laut „Focus“ hat Schröder das Sommer-Problem am Donnerstag mit Finanzminister Hans Eichel beraten, der seinen Bretagne-Urlaub kurz unterbrochen habe. Dieser hatte Sommer zuletzt noch öffentlich den Rücken gestärkt und „keinen Grund für eine Ablösung“ ausgemacht.
„Jedes Mal wiederkehrendes Gerücht“
Ein Regierungssprecher kommentierte den Bericht mit den Worten: „Es ist nicht Sache des Bundeskanzlers, sondern des Aufsichtsrates, über Personalfragen zu entscheiden.“ Zwar ist der Bund der größte Anteilseigner an dem ehemaligen Staatsunternehmen, hat aber mit 43 Prozent der Anteile keine Mehrheit mehr. Telekom-Sprecher Jürgen Kindervater sagte, sein Unternehmen habe keinerlei Hinweise aus der Regierung, dass so etwas geplant sei. „Das ist immer vor Wahlen ein jedes Mal wiederkehrendes Gerücht, das wir auch als solches einstufen.“
Unterdessen forderte Unions-Fraktionschef Friedrich Merz (CDU) den Bundeskanzler auf, eindeutig Position zu beziehen. Merz sagte am Samstag, Schröder müsse den Spekulationen über die Zukunft der Telekom ein Ende setzen. Der Kanzler sollte es lassen, kurz vor der Wahl „einen Überraschungscoup landen zu wollen", sagte er. „Dieses Unternehmen mit seinen Kunden, Mitarbeitern und Aktionären steht für Wahlkampfzwecke nicht zur Verfügung.“
Angesichts des Kursverfalls der T-Aktie - sie war von einem Höchststand von knapp 105 Euro im März 2000 in dieser Woche auf ein historisches Tief von 8,14 Euro gefallen - hat es wiederholt Spekulationen über eine mögliche Entlassung Sommers gegeben. Am Freitag konnte die Aktie um 12,5 Prozent zulegen schloss bei 10,80 Euro.
Text: @la
Bildmaterial: dpa
Neue Spekulation um Ron Sommer
7. Juli 2002 Neuer Akt im Sommer-Theater bei der Telekom, und vielleicht der letzte: Unter Berufung auf Regierungskreise berichtet das Nachrichtenmagazin „Focus“, Bundeskanzler Gerhard Schröder wolle den Telekom-Chef Ron Sommer noch vor der Bundestagswahl ablösen lassen.
Schröder suche intensiv nach jemandem „mit dem Format des DaimlerChrysler-Vorstandschefs Jürgen Schrempp“. Am liebsten wäre es Schröder, wenn Duzfreund Schrempp das selber mache, allerdings gelte ein Wechsel als unwahrscheinlich, da Schrempp seinen Vertrag bei DaimlerChrysler gerade verlängert habe.
Laut „Focus“ hat Schröder das Sommer-Problem am Donnerstag mit Finanzminister Hans Eichel beraten, der seinen Bretagne-Urlaub kurz unterbrochen habe. Dieser hatte Sommer zuletzt noch öffentlich den Rücken gestärkt und „keinen Grund für eine Ablösung“ ausgemacht.
„Jedes Mal wiederkehrendes Gerücht“
Ein Regierungssprecher kommentierte den Bericht mit den Worten: „Es ist nicht Sache des Bundeskanzlers, sondern des Aufsichtsrates, über Personalfragen zu entscheiden.“ Zwar ist der Bund der größte Anteilseigner an dem ehemaligen Staatsunternehmen, hat aber mit 43 Prozent der Anteile keine Mehrheit mehr. Telekom-Sprecher Jürgen Kindervater sagte, sein Unternehmen habe keinerlei Hinweise aus der Regierung, dass so etwas geplant sei. „Das ist immer vor Wahlen ein jedes Mal wiederkehrendes Gerücht, das wir auch als solches einstufen.“
Unterdessen forderte Unions-Fraktionschef Friedrich Merz (CDU) den Bundeskanzler auf, eindeutig Position zu beziehen. Merz sagte am Samstag, Schröder müsse den Spekulationen über die Zukunft der Telekom ein Ende setzen. Der Kanzler sollte es lassen, kurz vor der Wahl „einen Überraschungscoup landen zu wollen", sagte er. „Dieses Unternehmen mit seinen Kunden, Mitarbeitern und Aktionären steht für Wahlkampfzwecke nicht zur Verfügung.“
Angesichts des Kursverfalls der T-Aktie - sie war von einem Höchststand von knapp 105 Euro im März 2000 in dieser Woche auf ein historisches Tief von 8,14 Euro gefallen - hat es wiederholt Spekulationen über eine mögliche Entlassung Sommers gegeben. Am Freitag konnte die Aktie um 12,5 Prozent zulegen schloss bei 10,80 Euro.
Text: @la
Bildmaterial: dpa