Kaum zu glauben, daß gestern mittag gg. 12.40 Uhr sich schon wieder der Vorhang zum Trauerspiel "Thiel Logistik und kein Ende" gehoben hatte. Völlig unerwartet, die Aktie pendelte bei relativ geringen Umsätzen um ihren Vortagsschluß bei 12,80, kamen die Shorties wieder auf den Plan. Aber vielleicht suchen sie sich gerade diese ruhigen Marktphasen aus, um leichtes Spiel zu haben.
Ich war in letzter Zeit hier im Board mehrmals vehementer Verfechter der Thiel-Aktie, stehe somit im Konsens fast aller Analysten, die den Kurs weit jenseits der 20 Euro-Marke sehen und muß dennoch dem gnadenlosen Sell-out weiterhin zusehen.
Warum haben es die vermutlich amerik. Shortseller gerade auf Thiel abgesehen (hier der Versuch einer Erklärung)?
1. Ursprünglich wurde die Aufmerksamkeit der US-Institutionellen mit der entgegen früheren Äußerungen von Günter Thiel überraschend durchgeführten KE, verpackt zwischen den sehr guten 2001'er Zahlen, auf Thiel gelenkt. Dann kamen die anderen NM-Skandale mit dem vorläufigen Höhepunkt ComROAD. Der NM hatte sein Negativ-Image weg. Es roch nach Link. Thiel wurde in Sippenhaft genommen.
2. Zwei große US-Fonds verabschiedeten sich daraufhin von Thiel und warfen große Pakete auf den Markt (wahrscheinlich nicht ohne zuvor über Derivate short zu gehen, denn Aktienfutures auf Thiel gibt es nicht). Ein Fonds wechselte sogar den Manager aus, was den Verkauf um so leichter machte, da er ja nicht für die "Fehlinvestition Thiel" seines Vorgängers in Verantwortung war. Der Abwärtstrend wurde bestätigt.
3. Jetzt kamen offensichtlich amerik. Short-Seller aus ihren Löchern. Die haben es außerhalb der Staaten sehr viel einfacher short zu gehen, da es hier keine Restriktionen für Leerverkäufe gibt.
Die in den USA seit 1929 (vermutlich im Zuge des damaligen Börsenchrashs) eingeführte Uptick-Rule besagt, daß man in einer Aktie nur dann short gehen kann, wenn der letzte Tick ein Uptick war.
Beispiel:
Eine Order für einen Leerverkauf bei 20 wird nur dann ausgeführt, wenn die unmittelbar vorherige Kursfolge z.B. 19,90 - 20,00 (Uptick) wäre. Bei einer Kursfolge von 20,20 - 20,10 - 20,00 wäre die Order nicht zur Ausführung gekommen.
Diese Regel verhindert, meiner Meinung nach zurecht, daß in einem fallenden Kurs Shorties auf Kosten anderer den Kursverfall noch beschleunigen können.
Damit wir uns richtig verstehen: Ich habe nichts dagegen, daß, wenn man der Meinung ist, daß der Markt in Zukunft fällt, man auch die entsprechenden Mittel zur Verfügung hat, um davon partizipieren zu können.
In einem liberalen Markt müssen aber auch entsprechende Schutzvorkehrungen getroffen werden, um kurzfristigen Spekulanten das Handwerk zu erschweren und um den freien Markt nicht als pervers erscheinen zu lassen.
Fazit:
1. Grundlegende Vorraussetzung für einen Leerverkauf ist allerdings, daß man die Aktie auch beliehen bekommt. Die Institutionellen, die Aktien gegen eine "geringe" Leihgebühr verborgen, um ihre Performance "aufzubessern", sollten dabei bedenken, daß sie sich im Grunde ihr eigenes Grab schaufeln, wenn der Kurs mit Hilfe ihrer eigenen, verborgten Aktien in den Keller gedrückt wird.
2. Die Verantwortlichen des "Bundesaufsichtsamts für Wertpapierhandel" sollten zusammen mit der Deut. Börse über Regeln für den Leerverkauf von Aktien nicht nur nachdenken, sondern sie auch umgehend einführen, damit in einem globalen Finanzmarkt wieder "Waffengleichheit" gegeben ist und das zarte Pflänzchen "Aktienkultur", daß in den letzten zwei Jahren arg ramponiert wurde, in Deutschland wieder erblühen kann.
Insofern gilt mein Kampf weniger den Shorties ansich, sondern eher den unfreiwilligen Helfern der Shorties, die aufgrund fehlender rechtlicher Rahmenbedingungen das Unwesen dieser Spezies ermöglichen.
Tradinggrüsse
Ich war in letzter Zeit hier im Board mehrmals vehementer Verfechter der Thiel-Aktie, stehe somit im Konsens fast aller Analysten, die den Kurs weit jenseits der 20 Euro-Marke sehen und muß dennoch dem gnadenlosen Sell-out weiterhin zusehen.
Warum haben es die vermutlich amerik. Shortseller gerade auf Thiel abgesehen (hier der Versuch einer Erklärung)?
1. Ursprünglich wurde die Aufmerksamkeit der US-Institutionellen mit der entgegen früheren Äußerungen von Günter Thiel überraschend durchgeführten KE, verpackt zwischen den sehr guten 2001'er Zahlen, auf Thiel gelenkt. Dann kamen die anderen NM-Skandale mit dem vorläufigen Höhepunkt ComROAD. Der NM hatte sein Negativ-Image weg. Es roch nach Link. Thiel wurde in Sippenhaft genommen.
2. Zwei große US-Fonds verabschiedeten sich daraufhin von Thiel und warfen große Pakete auf den Markt (wahrscheinlich nicht ohne zuvor über Derivate short zu gehen, denn Aktienfutures auf Thiel gibt es nicht). Ein Fonds wechselte sogar den Manager aus, was den Verkauf um so leichter machte, da er ja nicht für die "Fehlinvestition Thiel" seines Vorgängers in Verantwortung war. Der Abwärtstrend wurde bestätigt.
3. Jetzt kamen offensichtlich amerik. Short-Seller aus ihren Löchern. Die haben es außerhalb der Staaten sehr viel einfacher short zu gehen, da es hier keine Restriktionen für Leerverkäufe gibt.
Die in den USA seit 1929 (vermutlich im Zuge des damaligen Börsenchrashs) eingeführte Uptick-Rule besagt, daß man in einer Aktie nur dann short gehen kann, wenn der letzte Tick ein Uptick war.
Beispiel:
Eine Order für einen Leerverkauf bei 20 wird nur dann ausgeführt, wenn die unmittelbar vorherige Kursfolge z.B. 19,90 - 20,00 (Uptick) wäre. Bei einer Kursfolge von 20,20 - 20,10 - 20,00 wäre die Order nicht zur Ausführung gekommen.
Diese Regel verhindert, meiner Meinung nach zurecht, daß in einem fallenden Kurs Shorties auf Kosten anderer den Kursverfall noch beschleunigen können.
Damit wir uns richtig verstehen: Ich habe nichts dagegen, daß, wenn man der Meinung ist, daß der Markt in Zukunft fällt, man auch die entsprechenden Mittel zur Verfügung hat, um davon partizipieren zu können.
In einem liberalen Markt müssen aber auch entsprechende Schutzvorkehrungen getroffen werden, um kurzfristigen Spekulanten das Handwerk zu erschweren und um den freien Markt nicht als pervers erscheinen zu lassen.
Fazit:
1. Grundlegende Vorraussetzung für einen Leerverkauf ist allerdings, daß man die Aktie auch beliehen bekommt. Die Institutionellen, die Aktien gegen eine "geringe" Leihgebühr verborgen, um ihre Performance "aufzubessern", sollten dabei bedenken, daß sie sich im Grunde ihr eigenes Grab schaufeln, wenn der Kurs mit Hilfe ihrer eigenen, verborgten Aktien in den Keller gedrückt wird.
2. Die Verantwortlichen des "Bundesaufsichtsamts für Wertpapierhandel" sollten zusammen mit der Deut. Börse über Regeln für den Leerverkauf von Aktien nicht nur nachdenken, sondern sie auch umgehend einführen, damit in einem globalen Finanzmarkt wieder "Waffengleichheit" gegeben ist und das zarte Pflänzchen "Aktienkultur", daß in den letzten zwei Jahren arg ramponiert wurde, in Deutschland wieder erblühen kann.
Insofern gilt mein Kampf weniger den Shorties ansich, sondern eher den unfreiwilligen Helfern der Shorties, die aufgrund fehlender rechtlicher Rahmenbedingungen das Unwesen dieser Spezies ermöglichen.
Tradinggrüsse
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