"Zunächst sollen Kohlekraftwerke aus der Reserve mehr Strom produzieren und so den Gasverbrauch bei der Stromerzeugung verringern. Die Industrie soll mit einem Gassparauktionsmodell finanzielle Anreize dafür bekommen, den Gasverbrauch zu drosseln.
Der Paragraf 24 des Energiesicherungsgesetzes, genannt "EnSiG", der es den Gasversorgern erlauben würde, ihre deutlich gestiegenen Energiepreise innerhalb von einer Woche an alle Kunden weiterzugeben, soll zunächst noch nicht ausgelöst werden, sagte Habeck. Dies werde aber geschehen, falls es nötig sein sollte und mit der Ausrufung der Alarmstufe sei dafür eine Voraussetzung geschaffen worden.
Sollte der Paragraf 24 des "EnSIG"-Gesetzes ausgelöst werden, könnten die Gaspreise für Verbraucher und Unternehmen noch viel stärker steigen, als sie es ohnehin schon tun. Möglicherweise kommt es schon demnächst dazu: Am 11. Juli wird die Gaspipeline Nordstream 1 wegen einer Wartung vom Netz genommen. Dies könnte die Gasversorgung weiter verschlechtern. Sollte die Pipeline anschließend nicht mehr ans Netz gehen, könnte dies auf eine Auslösung des Paragrafen 24 hinauslaufen, deutete Habeck auf der Pressekonferenz an.
Die stark steigenden Gaspreise für Wirtschaft und Verbraucher dürften die Inflation noch stärker anheizen. Im Mai lag die Inflationsrate bereits bei 7,9 Prozent und damit auf dem höchsten Stand seit dem Winter 1973/1974. Die jetzt zu erwartenden weiteren Energiepreisanstiege könnten dazu führen, dass die Inflationsrate bald im prozentual zweistelligen Bereich liegt."
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