" (...) Das ist mal sogar eine spannendere Geschichte und es wäre wirklich interessant, was den Lohr dazu bewogen hat, im Mai als CFO Ja zu sagen und im August als CEO Nein. Ich vermute hier keine vorsätzliche Täuschung (das hätte er locker als Ceo auch weiter betreiben können) sondern das es unter der Ägide NS keine Rücknahme von Prognosen geben durfte...Lohr scheint ja in dem Fall eher sogar gewillt zu sein, als Ceo mehr Offenheit und Ehrlichkeit hier reinzubringen. Er nimmt die Prognose im Amt sofort zurück weil sie nicht haltbar ist. Das kann man ihm ja nicht zum Vorwurf machen. Getäuscht hat dich dann aber der Steiner, nicht der Lohr...;)))
Erspar dir die Antwort als CFO hat man auch...ja und nein. Der Ceo muß die Meldung abnicken und da kann der Cfo nicht reinschreiben was er will. Lohr hat sich in dem Fall wohl eher verbogen. Was hätte er tun können? Zurücktreten...? (...)"
Sie vertreten ja eine interessante Rechtsposition. M.a.W. als CFO war ihm zwar bekannt, das die Prognose - neudeutsch - ein nicht zu haltender Fake war, aber er durfte ja nichts sagen (um seine Position nicht zu gefährden?).
Dann sollen doch lieber die Kleinanleger Kursverluste erleiden; weil die sind ja eh selbst daran Schuld. (Und das bestehende Rechtssystem macht für die eine Klage de fakto eh unmöglich?!)
Aber die Geschichte hat ja auch wieder eine Vorgeschichte. So wurde diese Prognose am 13.08.2015 lanciert:
" (...) Insgesamt rechnet K+S bei im Wesentlichen unveränderten Marktbedingungen bis 2020 mit einem Anstieg des Konzern-EBITDA auf rund 1,6 Mrd. Euro. (...)"
Quelle: www.k-plus-s.com/de/news/...ormationen/2015/presse-150813.html
Bereits am 10.08.2015 wurde das Ergebnis einer grenzwertigen Fragebogenaktion veröffentlicht. In dieser hat man einen ausgesuchten Kreis von rd. 140.000 Privat-/Belegschaftsaktionäre angeschrieben. Dieser Kreis hat damals nur rd. 30 % des stimmberechtigten Kapitals gehalten. Von diesen 140.000 Privat-/Belegschaftsaktionären habe sich nur rd. 23.000 für die Ablehnung des Übernahmevorschlags von PotashCorp ausgesprochen. Hierbei wurde aber entgegen der Ratio nicht mit dem stimmberechtigten Kapital gewichtet. M.a.W. ein eklatanter Verstoß gegen die jedwede betriebliche Praxis. Kein Mensch wusste also viel % die sog. Befürworter der Ablehnung auf sich vereinigt haben. Es müssen aber in jedem Fall deutlich unter 30 % des stimmberechtigten Kapitals gewesen sein. Dennoch hatte der gesamte Vorstand die Chuzpe zu behaupten:
"Sehr hohe Beteiligung an Aktionärsbefragung - Privataktionäre unterstützen Ablehnung des Vorschlags von PotashCorp"
Quelle: www.k-plus-s.com/de/news/...ormationen/2015/presse-150810.html
Wenn ich Sie richtig verstanden habe, konnte sich der CFO Dr. Lohr auch gegen diese Verbreitung der Unwahrheit nicht verwahren, sondern musst im Schulterschluss diese mehr als grenzwertige Aktion zu Lasten der Aktionäre mittragen?
Machen Sie es sich da nicht ein bissel einfach, Torsten?
Sie könnten mir jetzt entgegenhalten, dass sei doch schließlich Schnee von gestern. Und ich würde Ihnen antworten müssen: Nein! Zeigt es uns doch deutlich, wie der damalige und heutige Vorstand glaubt die Aktionäre behandeln zu können. Probleme werden immer nur dann zugegeben, wenn sie sich nicht mehr verheimlichen lassen. Es wurde getrickst und getäuscht, das sich die Balken biegen...