russland-heute.de/wirtschaft/2013/09/19/...li-krieg_25997.html
Versöhnung im Kali-Krieg?
19. September 2013 Artjom Sagorodnow, Russland HEUTE
Im Juli trennte sich Uralkali von seinem weißrussischen Partner Belaruskali und änderte seine Strategie auf dem Weltmarkt. Trotz markttechnischer Erfolge in den zurückliegenden Monaten scheint eine Wiedervereinigung beider Unternehmen eine realistische Option zu sein.
Auszug:
Nach einer Meldung der Agentur Reuters, die sich auf eine Quelle in einer indischen Staatsbehörde bezieht, haben sich „alle Kali-Produzenten auf einen Rabatt bei den aktuellen Verträgen geeinigt". In einem der größten Segmente des Kali-Marktes, in Brasilien, sind die Preise von 330 auf 270 Euro pro Tonne gefallen und das Land – so vermeldet Reuters – wartet auf einen weiteren Rückgang. „Die chinesischen Importeure üben Druck auf Canpotex aus, da sie hoffen, den Preis noch auf bis zu 235 Euro pro Tonne drücken zu können", behaupten Analysten der Agentur. „Die Importeure in Malaysia und Indonesien beobachten die Entwicklung in China und bauen darauf, in etwa 245 bis 250 Euro pro Tonne zu zahlen – vor dem Auseinanderbrechen von BKK mussten sie noch 295 bis 310 Euro pro Tonne zahlen."
Laut einer Quelle der Zeitung Kommersant führt Uralkali Verhandlungen über den Export nach China für 240 Euro pro Tonne und nach Indien für einen etwas höheren Tarif. Während dieses Preisniveau für Uralkali mit dessen geringen Herstellungskosten als vollkommen vernünftig angesehen werden kann, liegt es jedoch für eine Reihe europäischer Hersteller, aber auch für Belaruskali, die über ein höheres Produktionskostenniveau verfügen, im kritischen Bereich.
Der Kali-Krieg nimmt politische Dimension an
Ende August wurde Baumgertner in Minsk festgenommen. Er war angeblich auf persönliche Einladung des Ministerpräsidenten Weißrusslands, Michail Mjasnikowitschs, zu Verhandlungen ins Land gekommen. Die weißrussischen Ermittlungsbehörden warfen ihm das Überschreiten seiner Kompetenzen als Aufsichtsratsvorsitzender vor. Außerdem erhob Minsk offiziell Strafanzeige gegen Sulejman Kerimow und vier weitere Top-Manager Uralkalis und bat Interpol darum, alle Angeklagten auf die Fahndungsliste zu setzen. Bisher wurde diesem Antrag nicht nachgekommen.
Infolgedessen nahm der regionale Kali-Krieg politische Dimensionen an und begann sich unerwartet zum Nachteil für Uralkali zu entwickeln. Eine Reihe russischer Beamter und Geschäftsleute, darunter der frühere stellvertretende Ministerpräsident und Rosneft-Chef Igor Setschin, aber auch der Sberbank-Chef German Gref, reisten nach Minsk, um den strategischen Partner Russlands symbolisch zu unterstützen.
Der darauffolgende Verkauf von Uralkali-Aktien durch Sulejman Kerimow könnte zu einer Wiedervereinigung mit Belaruskali und zu einer teilweisen Rückkehr zur alten Unternehmensstrategie führen.
Wiedervereinigung gilt als realistische Option
Analysten sehen diese Entwicklung als realistisch an. Sergej Filtschenkow von IFK Metropol bemerkt dazu, dass das russische Unternehmen seine
Strategie erneut neu ausrichten und die Auslastung seiner Produktionskapazitäten herunterfahren müsse, sollten Uralkali und Belaruskali zu ihrer Partnerschaft zurückkehren. Mit ihm stimmt auch Konstantin Juminow von der Raiffeisenbank überein und bemerkt, dass der neue Investor „eher zu einem konstruktiven Dialog mit Weißrussland bereit" sein werde.
Narek Awakjan vom Finanzunternehmen Aforex nimmt allerdings an, dass die ehemaligen Partner wohl kaum wieder zum früheren Umfang und der einstigen Intensität ihrer Zusammenarbeit zurückfinden dürften
Versöhnung im Kali-Krieg?
19. September 2013 Artjom Sagorodnow, Russland HEUTE
Im Juli trennte sich Uralkali von seinem weißrussischen Partner Belaruskali und änderte seine Strategie auf dem Weltmarkt. Trotz markttechnischer Erfolge in den zurückliegenden Monaten scheint eine Wiedervereinigung beider Unternehmen eine realistische Option zu sein.
Auszug:
Nach einer Meldung der Agentur Reuters, die sich auf eine Quelle in einer indischen Staatsbehörde bezieht, haben sich „alle Kali-Produzenten auf einen Rabatt bei den aktuellen Verträgen geeinigt". In einem der größten Segmente des Kali-Marktes, in Brasilien, sind die Preise von 330 auf 270 Euro pro Tonne gefallen und das Land – so vermeldet Reuters – wartet auf einen weiteren Rückgang. „Die chinesischen Importeure üben Druck auf Canpotex aus, da sie hoffen, den Preis noch auf bis zu 235 Euro pro Tonne drücken zu können", behaupten Analysten der Agentur. „Die Importeure in Malaysia und Indonesien beobachten die Entwicklung in China und bauen darauf, in etwa 245 bis 250 Euro pro Tonne zu zahlen – vor dem Auseinanderbrechen von BKK mussten sie noch 295 bis 310 Euro pro Tonne zahlen."
Laut einer Quelle der Zeitung Kommersant führt Uralkali Verhandlungen über den Export nach China für 240 Euro pro Tonne und nach Indien für einen etwas höheren Tarif. Während dieses Preisniveau für Uralkali mit dessen geringen Herstellungskosten als vollkommen vernünftig angesehen werden kann, liegt es jedoch für eine Reihe europäischer Hersteller, aber auch für Belaruskali, die über ein höheres Produktionskostenniveau verfügen, im kritischen Bereich.
Der Kali-Krieg nimmt politische Dimension an
Ende August wurde Baumgertner in Minsk festgenommen. Er war angeblich auf persönliche Einladung des Ministerpräsidenten Weißrusslands, Michail Mjasnikowitschs, zu Verhandlungen ins Land gekommen. Die weißrussischen Ermittlungsbehörden warfen ihm das Überschreiten seiner Kompetenzen als Aufsichtsratsvorsitzender vor. Außerdem erhob Minsk offiziell Strafanzeige gegen Sulejman Kerimow und vier weitere Top-Manager Uralkalis und bat Interpol darum, alle Angeklagten auf die Fahndungsliste zu setzen. Bisher wurde diesem Antrag nicht nachgekommen.
Infolgedessen nahm der regionale Kali-Krieg politische Dimensionen an und begann sich unerwartet zum Nachteil für Uralkali zu entwickeln. Eine Reihe russischer Beamter und Geschäftsleute, darunter der frühere stellvertretende Ministerpräsident und Rosneft-Chef Igor Setschin, aber auch der Sberbank-Chef German Gref, reisten nach Minsk, um den strategischen Partner Russlands symbolisch zu unterstützen.
Der darauffolgende Verkauf von Uralkali-Aktien durch Sulejman Kerimow könnte zu einer Wiedervereinigung mit Belaruskali und zu einer teilweisen Rückkehr zur alten Unternehmensstrategie führen.
Wiedervereinigung gilt als realistische Option
Analysten sehen diese Entwicklung als realistisch an. Sergej Filtschenkow von IFK Metropol bemerkt dazu, dass das russische Unternehmen seine
Strategie erneut neu ausrichten und die Auslastung seiner Produktionskapazitäten herunterfahren müsse, sollten Uralkali und Belaruskali zu ihrer Partnerschaft zurückkehren. Mit ihm stimmt auch Konstantin Juminow von der Raiffeisenbank überein und bemerkt, dass der neue Investor „eher zu einem konstruktiven Dialog mit Weißrussland bereit" sein werde.
Narek Awakjan vom Finanzunternehmen Aforex nimmt allerdings an, dass die ehemaligen Partner wohl kaum wieder zum früheren Umfang und der einstigen Intensität ihrer Zusammenarbeit zurückfinden dürften
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