Die Aktie von Circle ist zuletzt deutlich gefallen, nachdem das Analysehaus Compass Point seine Bewertung für den Stablecoin-Anbieter auf "Sell" herabgestuft hat. Im Zuge der Abstufung senkte Compass Point auch das Kursziel für die Aktie von 79 auf 77 US-Dollar.
Belastet wurde der Titel vor allem durch wachsende Sorgen über rückläufige Margen im Kerngeschäft, obwohl sich der hauseigene Stablecoin USDC im aktuellen Marktzyklus widerstandsfähiger zeigt als erwartet.
Die Aktie schloss zuletzt 9,89 Prozent tiefer bei 85,10 US-Dollar.
Analysten warnen vor sinkenden Margen
Die Compass-Point-Analysten Ed Engel und Michael Donovan erklärten in einer Studie, dass zwar eine robuste Entwicklung von USDC zu beobachten sei, sich das Angebot jedoch zunehmend in margenschwächere Bereiche verlagere.
"USDC zeigt sich in diesem Zyklus widerstandsfähiger, allerdings glauben wir, dass sich das Angebot in niedrigmargige Segmente verschiebt", schrieben die Analysten. Dadurch dürfte die Bruttomarge von Circle im ersten Halbjahr unter Druck geraten.
Nach Einschätzung von Compass Point sei die starke Kursentwicklung der vergangenen Monate vor allem auf die Erwartung zurückzuführen gewesen, dass sich die Profitabilität des Unternehmens weiter verbessern würde. Diese Annahme könnte sich nun jedoch als zu optimistisch herausstellen.
Laut TipRanks zählen beide Compass-Point-Analysten zu den schwächer bewerteten Analysten an der Wall Street. Donovans Erfolgsquote liegt lediglich bei 47 Prozent, bei einer durchschnittlichen Rendite von minus 10,2 Prozent. Engels Erfolgsquote liegt bei nur 34 Prozent, während seine durchschnittliche Rendite minus 8,7 Prozent beträgt.
Hohe Bewertung erscheint zunehmend schwer zu rechtfertigen
Besonders kritisch sehen die Analysten die aktuelle Bewertung des Unternehmens. Trotz des jüngsten Kursrückgangs werde Circle weiterhin mit dem 40-fachen des optimistischen Ebitda für 2027 gehandelt – ein Bewertungsniveau, das laut Compass Point voraussetzt, dass das USDC-Wachstum bereits im zweiten Quartal 2026 wieder deutlich anzieht. Dieses Szenario halten die Analysten für zunehmend fraglich.
"Da das USDC-Angebot weiterhin stagniert und die Margen im ersten Halbjahr 2026 zurückgehen, erwarten wir, dass der Konsens seine Prognosen für 2026 und 2027 nach unten anpassen muss“, heißt es in der Studie. Die eigenen Ebitda-Schätzungen für 2027 lägen bereits rund 20 Prozent unter den aktuellen Markterwartungen.
Für das erste Quartal prognostiziert das Analysehaus einen Rückgang des Ebitda um 19 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Gleichzeitig rechnen die Analysten damit, dass das sogenannte Off-Platform-USDC-Angebot im ersten Halbjahr 2026 um 10 Prozent gegenüber dem vierten Quartal 2025 sinken wird.
"Bis sich die Kryptomärkte deutlich erholen, erwarten wir nur minimales Ebitda-Wachstum für Circle", so die Analysten weiter.
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