26.11.2002
Jaguar setzt Niki Lauda vor die Tür
"Ingenieursebene müsse auf eine höhere Ebene gestellt werden", so die Begründung. Der dreifache Weltmeister ist von der Entscheidung überrascht
Die Ford Motor Company hat Jaguar-Teamchef Niki Lauda den Laufpass gegeben. Der Österreicher hatte erst im August 2001 als Nachfolger von Bobby Rahal bei den Grünen das Ruder übernommen. Doch auch der dreifache ehemalige Formel-1-Weltmeister konnte in den Augen des Mutterkonzerns, der erst kürzlich versicherte, das Engagement in der Formel 1 weiterhin aufrecht zu erhalten, scheinbar nicht ausreichend gute Arbeit verrichten.
Lauda war am Montag von Testfahrten nach London abkommandiert worden und meinte in einer ersten Reaktion in einem Ö3-Interview: "Ich bin von dieser Entscheidung schon überrascht, das ist über Nacht entschieden worden. In England arbeiten die Mühlen eben anders. Da wird so lange am Sessel gesägt, bis es durchgesetzt ist. Ich soll nichts falsch gemacht haben, aber man will ein anderes Niveau mit technischer Führung." An der Spitze dieses Team soll der Engländer Tony Parnell stehen.
Enttäuschend für das österreichische Sport-Idol ist jedenfalls, dass er nicht die Früchte seiner Arbeit ernten kann. Denn die Vorbereitungen auf die nächste Saison laufen seit langem auf Hochtouren. "Das nächstjährige Auto ist mehr oder weniger fertig. Wie gut das Auto ist, kann ich jetzt nicht mehr beweisen", stellte der 53-Jährige fest. Der neue Wagen wird am 8. Jänner auf dem Circuit Paul Ricard in Südfrankreich präsentiert werden.
Umstrukturierung bei Jaguar
Parry-Jones war im Mai damit beauftragt worden, innerhalb von drei Monaten das Formel-1-Projekt genau zu untersuchen und einen Plan auszuarbeiten, wie man das Team nach vorne bringen kann. Erst am vergangenen Freitag kündigte man an, dass 30 bis 60 Mitarbeiter angesichts der schwierigen Lage bei Jaguar Racing ihren Hut nehmen müssen - der millionen-schwere Lauda gehört nun dazu.
Erst vor rund zwei Jahren hatte Jaguar mit der Kündigung von Bobby Rahal eine drastische Personalumstrukturierung vorgenommen. Mit sofortiger Wirkung hatte die Führungsriege, damals bestehend aus Neil Ressler und Bobby Rahal, Anfang Dezember 2000 eine ganze Reihe von Angestellten der Technik-Abteilung des Jaguar-Werks in Milton Keynes entlassen. Auf der Liste standen Gary Anderson, Technischer Direktor, die Renningenieure Andy le Fleming, Rob Gearing und Gerry Hughes, Elektrikspezialist Andy Rice und Designer Dave Rendall. Jetzt sind weder Neil Ressler noch Bobby Rahal an Bord.
Neben Lauda verstärkte sich das Team vor 16 Monaten mit einem neuen Technischen Direktor (Steve Nichols, ehemals McLaren), einem Chefdesigner (John Russell, ehemals Williams) und einem Aerodynamikspezialisten (Mark Handford, ehemals Lola). Nun steht offenbar die nächste Personalumstrukturierung auf dem Programm. Für die Saison 2003 verpflichtete das Team mit Mark Webber und Antonio Pizzonia zwei neue Fahrer, die heute mit den Testfahrten in Spanien beginnen. (f1total.com/APA/ps)
mfg
Walter99
Jaguar setzt Niki Lauda vor die Tür
"Ingenieursebene müsse auf eine höhere Ebene gestellt werden", so die Begründung. Der dreifache Weltmeister ist von der Entscheidung überrascht
Die Ford Motor Company hat Jaguar-Teamchef Niki Lauda den Laufpass gegeben. Der Österreicher hatte erst im August 2001 als Nachfolger von Bobby Rahal bei den Grünen das Ruder übernommen. Doch auch der dreifache ehemalige Formel-1-Weltmeister konnte in den Augen des Mutterkonzerns, der erst kürzlich versicherte, das Engagement in der Formel 1 weiterhin aufrecht zu erhalten, scheinbar nicht ausreichend gute Arbeit verrichten.
Lauda war am Montag von Testfahrten nach London abkommandiert worden und meinte in einer ersten Reaktion in einem Ö3-Interview: "Ich bin von dieser Entscheidung schon überrascht, das ist über Nacht entschieden worden. In England arbeiten die Mühlen eben anders. Da wird so lange am Sessel gesägt, bis es durchgesetzt ist. Ich soll nichts falsch gemacht haben, aber man will ein anderes Niveau mit technischer Führung." An der Spitze dieses Team soll der Engländer Tony Parnell stehen.
Enttäuschend für das österreichische Sport-Idol ist jedenfalls, dass er nicht die Früchte seiner Arbeit ernten kann. Denn die Vorbereitungen auf die nächste Saison laufen seit langem auf Hochtouren. "Das nächstjährige Auto ist mehr oder weniger fertig. Wie gut das Auto ist, kann ich jetzt nicht mehr beweisen", stellte der 53-Jährige fest. Der neue Wagen wird am 8. Jänner auf dem Circuit Paul Ricard in Südfrankreich präsentiert werden.
Umstrukturierung bei Jaguar
Parry-Jones war im Mai damit beauftragt worden, innerhalb von drei Monaten das Formel-1-Projekt genau zu untersuchen und einen Plan auszuarbeiten, wie man das Team nach vorne bringen kann. Erst am vergangenen Freitag kündigte man an, dass 30 bis 60 Mitarbeiter angesichts der schwierigen Lage bei Jaguar Racing ihren Hut nehmen müssen - der millionen-schwere Lauda gehört nun dazu.
Erst vor rund zwei Jahren hatte Jaguar mit der Kündigung von Bobby Rahal eine drastische Personalumstrukturierung vorgenommen. Mit sofortiger Wirkung hatte die Führungsriege, damals bestehend aus Neil Ressler und Bobby Rahal, Anfang Dezember 2000 eine ganze Reihe von Angestellten der Technik-Abteilung des Jaguar-Werks in Milton Keynes entlassen. Auf der Liste standen Gary Anderson, Technischer Direktor, die Renningenieure Andy le Fleming, Rob Gearing und Gerry Hughes, Elektrikspezialist Andy Rice und Designer Dave Rendall. Jetzt sind weder Neil Ressler noch Bobby Rahal an Bord.
Neben Lauda verstärkte sich das Team vor 16 Monaten mit einem neuen Technischen Direktor (Steve Nichols, ehemals McLaren), einem Chefdesigner (John Russell, ehemals Williams) und einem Aerodynamikspezialisten (Mark Handford, ehemals Lola). Nun steht offenbar die nächste Personalumstrukturierung auf dem Programm. Für die Saison 2003 verpflichtete das Team mit Mark Webber und Antonio Pizzonia zwei neue Fahrer, die heute mit den Testfahrten in Spanien beginnen. (f1total.com/APA/ps)
mfg
Walter99