IWF erkennt "Spielraum" für EZB-Zinsen über 4%
WASHINGTON (Dow Jones)--Der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht noch Raum für eine Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) über 4% hinaus, wenn sich das Wachstum fortsetzt und die Inflation verschärft.
"Falls wir eine Fortsetzung des Wachstums über Potenzialrate und einige Anzeichen aufkommender Inflation sehen, wäre dies ein Grund für einen (Zins-)Schritt über 4% hinaus", sagte der für Europa zuständige IWF-Direktor Michael Deppler am Samstag bei einer Pressekonferenz im Umfeld der Frühjahrstagung von IWF und Weltbank in Washington. Die EZB habe, wie vom IWF empfohlen, den geldpolitischen Stimulus zurückgefahren und werde dies nach der Markterwartung im Juni weiter tun. Diese sieht für Anfang Juni eine Erhöhung der EZB-Zinsen auf 4%.
Deppler wies zudem Befürchtungen zurück, der starke Euro könne eine Belastung für die Wirtschaft der Eurozone sein. "Wir sehen den Euro in effektiver Betrachtung als fair bewertet an", sagte er. Dies habe der IWF immer erklärt. "Wir sehen dies als ziemlich richtiges Niveau für eine nachhaltige Entwicklung der Eurozone", hob er hervor. Er teile Befürchtungen einer Schwächung nicht. Die Exporte seien sehr stark, die Leistungsbilanz sei ausgeglichen, und das Wachstum sei so stark wie seit Jahren nicht.
"Wir sehen diese Erholung als ziemlich robust an", erklärte Deppler. Risiken für die Erholung seien vornehmlich in externen Einflüssen zu sehen. Deppler warnte davor, angesichts des günstigen Umfeldes fiskalische Nachlässigkeiten aufkommen zu lassen, und forderte weitere Strukturreformen, um die Produktivität des Euroraums noch zu erhöhen.
Der Präsident der Deutschen Bundesbank, Axel Weber, hatte erst am Freitag in Washington vor einer möglichen Zunahme der Inflation in der Eurozone gewarnt. "In unserer Sicht überwiegen die Aufwärtsrisiken", hatte Weber erklärt, der Mitglied im EZB-Rat ist. "Bei der sehr günstigen wirtschaftlichen Entwicklung könnte der interne Inflationsdruck zunehmen", hatte er gewarnt und eine mittelfristige Inflationsentwicklung um 2% oder "vielleicht leicht darüber" erwartet. Es bestünden Anzeichen, dass sich die Inflationstreiber in Richtung binnenwirtschaftlicher Kräfte verschoben hätten.
Die EZB hatte am Donnerstag ihre Leitzinsen bei 3,75% belassen. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet hatte aber signalisiert, dass es im Juni zu einem weiteren Zinsschritt kommen dürfte. Auch Trichet hatte erklärt, dass bei der Preisentwicklung auf mittlere Sicht weiterhin Aufwärtsrisiken vorlägen.
Der IWF hatte in seinem am Mittwoch veröffentlichten Weltwirtschaftsausblick erklärt, eine weitere Zinserhöhung auf 4% zum Sommer dürfte "garantiert" erscheinen. "Darüber hinaus könnten zusätzliche Politikmaßnahmen weiterhin erforderlich sein, wenn der Wachstumsschwung über dem Trend bleibt und sich Risiken aus Löhnen und Preisen intensivieren", hatte der Fonds gewarnt, ohne die erwartete Zinsentwicklung zu konkretisieren. In dem Bericht prognostizierte der IWF für die Eurozone in diesem und im kommenden Jahr ein Wachstum von jeweils 2,3% und eine Inflation von je 2,0%. In Unterlagen für Depplers Pressekonferenz sah der Fonds hiervon abweichend 1,9%Inflation im Euroraum für 2008.
http://www.finanztreff.de/ftreff/...sektion=wirtschaftpolitik&u=0&k=0

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