Krämer (INVESCO): IT-Investitionsboom lebt nicht wieder auf
Frankfurt (vwd) - Der Investitionsboom im IT-Sektor, der maßgeblich den wirtschaftlichen Aufschwung in den USA in den 90-er Jahren bedingt hat, wird nach Einschätzung von INVESCO-Chefvolkswirt Jörg Krämer nicht wieder aufleben. Bei
vielen Produkten, wie etwa bei Handys und PCs, sei ein Sättigungsgrad erreicht worden, und zugleich sei es für Unternehmen schwieriger geworden, für Investitionen
und Innovationen Kapital zu beschaffen, sagte Krämer auf einer Investmentkonferenz in Frankfurt.
Seiner Einschätzung zufolge wird sich der Innovationszyklus bei High-Tech-Produkten nicht mit der bisherigen Geschwindigkeit verkürzen, was den Druck von den
Unternehmen nehme, fortlaufend neue Investitionen zu tätigen, sagte Krämer weiter. Die beschleunigte Kapitalintensivierung und die gestiegene Gesamtfaktorproduktivität hätten die Wertschöpfung der US-Privatwirtschaft in der zweiten Hälfte der 90-er
Jahre gegenüber der ersten Hälfte um einen Prozentpunkt erhöht. Von dieser Steigerung würden zukünftig nur 0,25 Prozentpunkte übrig bleiben.
Die unmittelbare Folge werde ein Rückgang bei den Unternehmensgewinnen sein, was auch das Kurspotenzial an den Aktienmärkten dämpfe, sagte Krämer weiter. Angesichts der erwarteten niedrigen Teuerungsraten sollten Anleger auf der
Rentenseite statt auf Staatsanleihen eher auf die höher rentierenden Unternehmensanleihen setzen. Zudem dürfe nicht mehr davon ausgegangen werden, dass Aktien regelmäßig übertreffen werden. Deshalb dürfte eine taktische Asset
Allokation zunehmend notwendig werden, um ein schnelles "Switchen" zwischen Aktien und Renten zu gewährleisten.
Seiner Einschätzung zufolge dürften auf der Aktienseite eher Substanzwerte als Wachstumsaktien outperformen. "Insgesamt sollten die Erwartungen bei Investoren aber realistischer werden", betonte Krämer. +++ Ali Masarwah
vwd/7.12.2001/maa/sam
Frankfurt (vwd) - Der Investitionsboom im IT-Sektor, der maßgeblich den wirtschaftlichen Aufschwung in den USA in den 90-er Jahren bedingt hat, wird nach Einschätzung von INVESCO-Chefvolkswirt Jörg Krämer nicht wieder aufleben. Bei
vielen Produkten, wie etwa bei Handys und PCs, sei ein Sättigungsgrad erreicht worden, und zugleich sei es für Unternehmen schwieriger geworden, für Investitionen
und Innovationen Kapital zu beschaffen, sagte Krämer auf einer Investmentkonferenz in Frankfurt.
Seiner Einschätzung zufolge wird sich der Innovationszyklus bei High-Tech-Produkten nicht mit der bisherigen Geschwindigkeit verkürzen, was den Druck von den
Unternehmen nehme, fortlaufend neue Investitionen zu tätigen, sagte Krämer weiter. Die beschleunigte Kapitalintensivierung und die gestiegene Gesamtfaktorproduktivität hätten die Wertschöpfung der US-Privatwirtschaft in der zweiten Hälfte der 90-er
Jahre gegenüber der ersten Hälfte um einen Prozentpunkt erhöht. Von dieser Steigerung würden zukünftig nur 0,25 Prozentpunkte übrig bleiben.
Die unmittelbare Folge werde ein Rückgang bei den Unternehmensgewinnen sein, was auch das Kurspotenzial an den Aktienmärkten dämpfe, sagte Krämer weiter. Angesichts der erwarteten niedrigen Teuerungsraten sollten Anleger auf der
Rentenseite statt auf Staatsanleihen eher auf die höher rentierenden Unternehmensanleihen setzen. Zudem dürfe nicht mehr davon ausgegangen werden, dass Aktien regelmäßig übertreffen werden. Deshalb dürfte eine taktische Asset
Allokation zunehmend notwendig werden, um ein schnelles "Switchen" zwischen Aktien und Renten zu gewährleisten.
Seiner Einschätzung zufolge dürften auf der Aktienseite eher Substanzwerte als Wachstumsaktien outperformen. "Insgesamt sollten die Erwartungen bei Investoren aber realistischer werden", betonte Krämer. +++ Ali Masarwah
vwd/7.12.2001/maa/sam