Wenige Wochen nach der Liquidierung des Hamas-Gründers Scheich Ahmed Jassin hat Israel auch seinen Nachfolger getötet: Abdel Asis Rantissi kam bei einem gezielten Angriff in Gaza-Stadt ums Leben. Die Hamas schwor umgehend blutige Rache.
Gaza - Rantissi sei nach einer Explosion in seinem Auto in Gaza-Stadt auf dem Operationstisch gestorben, bestätigte das Schiffa-Krankenhaus. Auch zwei seiner Begleiter starben, darunter ein Sohn Rantissis. Israelische Sicherheitskreise bestätigten, die Armee stehe hinter der Tötung des Hamas-Führers, der im Gaza-Streifen an der Spitze der radikal-islamischen Organisation stand.
Die Online-Ausgabe der israelischen Zeitung "Jediot Achronot" meldete, es seien aus der Luft zwei Raketen auf das Fahrzeug Rantissis abgefeuert worden.
Augenzeugen berichteten, es habe sich um eine Autobombe gehandelt. Über dem Ort des Angriffs sei eine israelische Drohne gekreist und habe die Bombe möglicherweise ferngezündet, hieß es.
Wütende Palästinenser liefen nach der Tötung Rantissis auf die Straße und forderten Rache an Israel.
AP
Getötet: Hamas-Führer Rantissi
Hamas hatte bereits nach der Liquidierung Jassins Racheanschläge ohne Tabu angekündigt. Mehrere Anschlagsversuche schlugen jedoch fehl.
Der israelische Oppositionspolitiker Jossi Beilin warf der Regierung vor, den Gaza-Streifen "im Blut zu Ertränken". Die Liquidierungspolitik zerfresse die israelische Demokratie. "Israel muss um unserer selbst Willen mit dieser Politik aufhören, die vor allem uns schadet, ungeachtet der verachtenswürdigen Taten Rantisis", sagte Beilin. Israel wecke auf der palästinensischen Seite einen "Rachedurst, der die Abtrennung des Gaza-Streifens in einen Albtraum verwandeln" werde.
Erst vor knapp vier Wochen hatte Israels Regierungschef Scharon den Hamas-Gründer Scheich Ahmed Jassin mit einem Raketenangriff töten lassen. Israel erklärte damals, auch alle anderen Führer der Hamas könnten zum Ziel von Angriffen werden. Rantissi, der zu den Hardlinern der Organisation gehört und jede Einigung mit Israel ablehnte, stand als Nachfolger Jassins im Gaza-Streifen ganz oben auf der Todesliste.
IN SPIEGEL ONLINE
Nahost-Politik: Genscher sieht neuen Zwist zwischen USA und Europa (17.04.2004)
Die Tötung Rantissis erfolgte Stunden nach einem palästinensischen Selbstmordanschlag auf den Eres-Kontrollpunkt zwischen dem Gaza-Streifen und Israel, bei dem am Samstag ein israelischer Soldat getötet und mehrere Israelis verletzt worden waren. Die radikale Fatah-Splittergruppe Al-Aksa-Brigaden und der bewaffnete Flügel der Hamas-Organisation hatten sich gemeinsam zu der Tat bekannt. Der Attentäter hatte sich der Industriezone bei Eres genähert und dann den Sprengsatz in der Nähe israelischer Wachleute gezündet. Es ist war dritte Selbstmordanschlag am Eres-Übergang in diesem Jahr.
Nach der Wende des US-Präsidenten George W. Bush in der Nahost- Politik hatte Palästinenserpräsident Jassir Arafat zuvor gesagt, niemand sei dazu befugt, "Land oder Rechte der Palästinenser aufzugeben". Bush hatte nach einem Treffen mit dem israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon in Washington mitgeteilt, eine vollständige Räumung des Westjordanlands sowie eine Rückkehr der palästinensischen Flüchtlinge nach Israel seien unrealistisch.
Quelle: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,295830,00.html
Gaza - Rantissi sei nach einer Explosion in seinem Auto in Gaza-Stadt auf dem Operationstisch gestorben, bestätigte das Schiffa-Krankenhaus. Auch zwei seiner Begleiter starben, darunter ein Sohn Rantissis. Israelische Sicherheitskreise bestätigten, die Armee stehe hinter der Tötung des Hamas-Führers, der im Gaza-Streifen an der Spitze der radikal-islamischen Organisation stand.
Die Online-Ausgabe der israelischen Zeitung "Jediot Achronot" meldete, es seien aus der Luft zwei Raketen auf das Fahrzeug Rantissis abgefeuert worden.
Augenzeugen berichteten, es habe sich um eine Autobombe gehandelt. Über dem Ort des Angriffs sei eine israelische Drohne gekreist und habe die Bombe möglicherweise ferngezündet, hieß es.
Wütende Palästinenser liefen nach der Tötung Rantissis auf die Straße und forderten Rache an Israel.
AP
Getötet: Hamas-Führer Rantissi
Hamas hatte bereits nach der Liquidierung Jassins Racheanschläge ohne Tabu angekündigt. Mehrere Anschlagsversuche schlugen jedoch fehl.
Der israelische Oppositionspolitiker Jossi Beilin warf der Regierung vor, den Gaza-Streifen "im Blut zu Ertränken". Die Liquidierungspolitik zerfresse die israelische Demokratie. "Israel muss um unserer selbst Willen mit dieser Politik aufhören, die vor allem uns schadet, ungeachtet der verachtenswürdigen Taten Rantisis", sagte Beilin. Israel wecke auf der palästinensischen Seite einen "Rachedurst, der die Abtrennung des Gaza-Streifens in einen Albtraum verwandeln" werde.
Erst vor knapp vier Wochen hatte Israels Regierungschef Scharon den Hamas-Gründer Scheich Ahmed Jassin mit einem Raketenangriff töten lassen. Israel erklärte damals, auch alle anderen Führer der Hamas könnten zum Ziel von Angriffen werden. Rantissi, der zu den Hardlinern der Organisation gehört und jede Einigung mit Israel ablehnte, stand als Nachfolger Jassins im Gaza-Streifen ganz oben auf der Todesliste.
IN SPIEGEL ONLINE
Nahost-Politik: Genscher sieht neuen Zwist zwischen USA und Europa (17.04.2004)
Die Tötung Rantissis erfolgte Stunden nach einem palästinensischen Selbstmordanschlag auf den Eres-Kontrollpunkt zwischen dem Gaza-Streifen und Israel, bei dem am Samstag ein israelischer Soldat getötet und mehrere Israelis verletzt worden waren. Die radikale Fatah-Splittergruppe Al-Aksa-Brigaden und der bewaffnete Flügel der Hamas-Organisation hatten sich gemeinsam zu der Tat bekannt. Der Attentäter hatte sich der Industriezone bei Eres genähert und dann den Sprengsatz in der Nähe israelischer Wachleute gezündet. Es ist war dritte Selbstmordanschlag am Eres-Übergang in diesem Jahr.
Nach der Wende des US-Präsidenten George W. Bush in der Nahost- Politik hatte Palästinenserpräsident Jassir Arafat zuvor gesagt, niemand sei dazu befugt, "Land oder Rechte der Palästinenser aufzugeben". Bush hatte nach einem Treffen mit dem israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon in Washington mitgeteilt, eine vollständige Räumung des Westjordanlands sowie eine Rückkehr der palästinensischen Flüchtlinge nach Israel seien unrealistisch.
Quelle: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,295830,00.html
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