Islamist plante Anschlag auf US-Botschaft in Paris
Brüssel Ein in Brüssel festgenommener Islamist hat Medienberichten zufolge ein Attentat auf die US-Botschaft in Paris geplant. Der Rundfunksender "Radio 1 Europe" meldete am Samstag, der aus Nordafrika stammende Extremist sei einer von sechs Verdächtigen, die am Donnerstag bei einer Razzia in der belgischen Hauptstadt und im niederländischen Rotterdam festgenommen worden seien. Der Mann sei in Pakistan ausgebildet worden und habe neben einem Anschlag auf die Botschaft in Paris auch weitere Terrorakte gegen US-Einrichtungen in Frankreich geplant. In seiner Wohnung seien ein Sturmgewehr und Papiere beschlagnahmt worden. Die Festnahme ereignete sich zwei Tage nach den mit entführten Flugzeugen verübten Terrorangriffen auf das World Trade Center in New York und das US-Verteidigungsministerium in Washington. Der Rundfunksender meldete weiter, der festgenommene Nordafrikaner gehöre zu einem Netzwerk von Extremisten, die mit anderen in Europa operierenden Gruppen in Verbindung stünden. Eine belgische Justizsprecherin hatte am Donnerstag mitgeteilt, es seien zwei Verdächtige in einem Vorort Brüssels festgenommen worden, in dem sich viele Botschaften und Residenzen von Diplomaten befinden. Bei Hausdurchsuchungen seien bei den Verdächtigen Maschinengewehre sicher gestellt worden. Zwei weitere Verdächtige waren am selben Tag festgenommen und wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Als ein Drahtzieher der Anschläge in den USA wird der Islamist Osama Bin Laden vermutet, der offenbar von Afghanistan aus operiert. Drei Studenten der Technischen Universität Hamburg-Harburg gelten als mutmaßliche Attentäter. Generalbundesanwalt Kay Nehm hatte die Ermittlungen am Donnerstag an sich gezogen, nachdem die US-Behörden Hinweise auf den mehrjährigen Aufenthalt mutmaßlicher Attentäter in Deutschland übermittelt hatten. Der Chef der europäischen Polizeibehörde Europol, Jürgen Storbeck, nannte die laufenden Ermittlungen gegen die Verdächtigen aus Hamburg "unsere heißeste Spur". Er gehe allerdings davon aus, dass die mutmaßlichen Attentäter auch zwei andere Staaten der Europäischen Union als Basis genutzt hätten. Eine Fährte führe nach Italien im Zusammenhang mit gestohlenen Pilotenuniformen, sagte er der "Mitteldeutschen Zeitung" (Samstagausgabe).