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12.05.06 20:27

 7. Jahrgang - Ausgabe #320 (12.05.2006) - DEUTSCHE BIBLIOTHEK ISSN 1439-9369    

1. EDITORIAL / Börsenausblick, Konjunktur, Strategie

Liebe Leserinnen und Leser,

das Thema Zinsangst ist noch nicht vom Tisch. Schuld daran sind mal wieder steigende Rohstoffpreise, die bei den Anlegern die Sorge vor anziehender Inflation schüren. Groß ist die Angst, dass die US-Notenbank im Juni ein weiteres Mal an der Zinsschraube drehen und die Leitzinsen erhöhen wird. Eine Rolle spielte dabei auch der Fed-Kommentar von dieser Woche, der nicht das erhoffte Signal bezüglich eines Endes des Zinsanhebungszyklus brachte. Insofern hat sich an der Situation in dieser Woche nicht viel geändert. Nur, dass die hinlänglich bekannten Störfaktoren mal wieder etwas stärker in den Fokus gerückt sind.

Neue Sorgen ums Öl

Zum Beispiel das Öl, bei dem alte und neue Sorgen einen neuen Preisschub ausgelöst haben . Neben den Unruhen in Nigeria sorgen sich Marktteilnehmern weiterhin auch um die Versorgung wegen des anhaltenden Atomstreits mit dem Iran. Am Donnerstag war der WTI-Preis, getrieben von der angespannten Lage in Nigeria, bis knapp unter 74 Dollar gestiegen. Einen Tag nach der Erschießung eines amerikanischen Mitarbeiters einer Ölfirma in Nigeria

hatten Unbekannte drei Ausländer entführt. Damit reißt die Welle der Gewalt erst einmal nicht ab. Schon in der Vergangenheit haben Aufständische immer wieder versucht, mit Anschlägen und Sabotageakten die Ölförderung in Nigeria zu stören. Weil der afrikanische Staat der zwölftgrößte Erdölproduzent der Welt ist, reagiert der Ölpreis auf diese Nachrichten sehr empfindlich. Zusätzlich belastete in dieser Woche noch die Meldung über eine geschlossene Raffinerie in Texas, deren Reparatur die Kapazitäten in den USA um geschätzte 35.000 Fass pro Tag senken wird. Zum Ende der Woche waren jedoch Entspannungstendenzen sichtbar. Offenbar nahmen Investoren erst einmal die Gewinne mit, die sich in den Vortagen angehäuft hatten.

Auch Gold glänzt wieder stärker

Doch war Öl nicht der einzige Rohstoff im Aufwind. Auch Gold und Silber waren nicht zu bremsen. Beide Metalle waren am Donnerstag nach weiteren spekulativen Käufen, Inflationssorgen und den bekannten geopolitischen Spannungen auf neue 25-Jahreshöchststände gestiegen. Auch Platin verteuerte sich weiter und stellte ebenfalls einen neuen Rekord auf. Bemerkenswert ist, dass das Tempo der Preissteigerungen zuletzt deutlich zugenommen hat. Allein in diesem Jahr hat der Goldpreis um mehr als ein Drittel zugelegt. Seit Anfang 2005 fällt der Anstieg noch deutlicher aus. Seitdem beträgt der Anstieg mehr als 60 Prozent.

Inflation und Zinsen

Die Sorgen des Marktes liegen bei steigenden Rohstoffpreisen auf der Hand: Sollten die höheren Rohstoffpreise sich bald noch stärker als bisher auf die Erzeuger- und Verbraucherpreise auswirken und dadurch die Inflation anheizen, könnten die Notenbanker zu weiteren Zinserhöhungen gezwungen werden. In diese Richtung weisen auch die Zins-Futures, die eine steigende Chance auf einen weiteren Zinsschritt im Juni signalisieren.

Märkte im Rückwartsgang

Nachdem die internationalen Aktienmärkte zu Beginn der Woche noch ihre Rekordjagd fortgesetzt hatten - der DAX notierte kurzzeitig auf Jahreshoch und der Dow Jones rückte sogar an sein historisches Hoch von 11.750 Punkten aus dem Jahr 2000 heran - zwangen sie die anhaltenden Irritationen über Ölpreise und Zinsen gegen Ende der Woche in die Knie. Am Donnerstag gab der Dow Jones 1,2% nach, der marktbreite S&P 500 verlor 1,3% und der zinssensitivere NASDAQ Composite musste gar einen Abschlag von mehr als 2% verbuchen. Deutlich schwächer notierten daraufhin auch die deutschen Aktien.

Was bestimmt die Richtung?

Bleibt wie immer die Frage, was könnte die Kurse in den kommenden Tagen bewegen? Die Antwort liegt nahe. Da hierzulande weitere Quartalszahlen auf dem Programm stehen, wird das besondere Augenmerk auf diesen liegen. Wenn das, was die Unternehmen präsentieren, besser ist als erwartet, dann könnte dies der Stimmung Schwung verleihen - vorausgesetzt, der Ölpreis und andere Störfaktoren funken nicht wieder dazwischen. Richtungweisend könnten auch die weiteren Konjunkturdaten aus den USA sein. An diesem Freitag wird die Handelsbilanz für den Monat März veröffentlicht. Zudem gibt die Universität Michigan ihren Index zum amerikanischen Verbrauchervertrauen bekannt. Am Arbeitsmarkt hat sich auf Wochensicht kaum etwas getan: Die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung sind minimal gesunken, der Vier-Wochen-Durchschnitt ist leicht gestiegen. Die nur knapp unter der Erwartung ausgefallenen Einzelhandelsumsätze beeinflussten den Markt ebenfalls kaum.

Herzlichst,
Ihre aktienservice.de-Redaktion





2. INDIZES / Entwicklung der weltweit wichtigsten Indizes

Index  12.05.06  % Vorwoche  52weekHigh  % 52week  
DJ IND  11.500,73  +0,54  11.670,19  +11,65  
NASDAQ  2.272,70  -2,20  2.375,54  +15,27  
NIKKEI 225  16.601,78  -1,70  17.563,37  +51,63  
DAX  6.029,62  +0,25  6.162,37  +42,66  
TecDAX  745,79  +1,92  769,41  +47,64  
EUROSTOXX 50  3.807,41  -0,14  3.897,40  +29,20  

Stand: Freitag, 11.00 Uhr



3. Pictet Funds - Water Rendite marsch!

Wasser ist nicht nur Quell des Lebens. Wie die Performance von Wasserfonds eindrucksvoll belegt, können Fonds mit dem Anlageschwerpunkt Wasser eine echte Gewinnquelle für Anleger sein. Behalten die Experten Recht, dann wird das nasse Element einer der bedeutendsten Rohstoffe dieses Jahrhunderts sein. Anleger, die aufgrund dieser Vorhersagen auf sprudelnde Gewinne im Wassersektor hoffen, können mit dem Pictet Fund - Water auf diesen Trend setzen.

Jeder, der schon einmal Bilder von der Erde gesehen hat, könnte davon ausgehen, Wasser wäre auf unserem Planeten im Überfluss vorhanden. So bedeckt das nasse Element mehr als zwei Drittel der Oberfläche. Kein Wunder, dass man im Zusammenhang mit der Erde oft vom blauen Planeten spricht. Allerdings ist der weitaus größte Teil davon Salzwasser, das ohne Aufbereitung für den Menschen nicht nutzbar ist. Lediglich ein Prozent des Süßwassers und damit ein verschwindend geringer Anteil von 0,007 Prozent des weltweiten Wasservorkommens ist unmittelbar zugänglich. Auch wenn man es in unseren Gefilden kaum glauben mag: Wasser ist schon heute ein knappes Gut, wie auch die folgenden Zahlen belegen: Ungefähr eine Milliarde Menschen hat keinen sicheren Zugang zu sauberem Trinkwasser. Und diese Situation dürfte sich in Zukunft noch verschärfen. So gehen die Vereinten Nationen davon aus, dass sich der Süßwasserverbrauch in den kommenden 30 Jahren verdreifachen wird. Schon in der Vergangenheit waren die Steigerungsraten beachtlich: In den letzten 100 Jahren hat sich der Wasserverbrauch versiebenfacht, während die verfügbare Süßwassermenge jedoch seit 1970 um 40 Prozent gesunken ist.

Blaues Gold als vielversprechende Renditequelle

So groß dieses Dilemma auch ist: Für Unternehmen, die ihr Geld mit der Entsalzung von Meerwasser zu Trinkwasser verdienen, gilt, je größer die Knappheit des so genannten blauen Goldes ist, desto größer das Wachstumspotenzial. Und weil auch die Anforderungen an die Wasserqualität in Haushalten steigen, dürften auch bei den Anbietern von Produkten und Technologien für die Desinfektion, Filtration von Wasser künftig die Gewinne sprudeln. Fakt ist: Die Aussichten sind besser denn je - auch für die Unternehmen, die helfen, die Wasserinfrastruktur zu modernisieren. Gerade in diesem Bereich werden in den kommenden Jahren Milliarden investiert werden müssen. Die Gründe dafür liegen auf der Hand. Schätzungen zufolge müssen jährlich ein bis zwei Prozent der Wasserleitungen ausgetauscht werden. Viele Rohre und Leitungsnetze sind mittlerweile marode, haben Lecks, durch die ein Teil des wertvollen Wassers im Boden versickert. Beachtlich: Allein für den europäischen kommunalen Wasser- und Abwassersektor wird das Investitionsvolumen für die nächsten zehn Jahre mit 360 Milliarden Euro veranschlagt.

Spritziges Investment

Anleger, die auf der Modewelle mitschwimmen wollen, können mit dem Pictet Fund - Water auf einen Fonds zurückgreifen, der bereits in den vergangenen Jahren ein durchaus spritziges Investment war. Auf Dreijahressicht hat der Fonds der Genfer Privatbank Pictet, der ausschließlich in Industriewerte investiert, fast 90 Prozent zugelegt und damit seine Benchmark ganz klar geschlagen. Auch auf Jahressicht hat das Management-Team um Hans Peter Portner und Philippe Rohner seine Anleger nicht im Regen stehen lassen. Ganz im Gegenteil. In diesem Zeitraum verbucht der Fonds ein Plus von nahezu 37 Prozent. Derzeit investieren Anleger mit dem Fonds in 75 aussichtsreiche Unternehmen aus dem Wassersektor, die in den Bereichen Versorgung, Großtechnologie oder Verbrauch tätig sind. Darunter befinden sich auch einige weltbekannte Namen wie Veolia Environnement, RWE, Suez, Nestlé, Danone und Pentair. Wobei die Tage von RWE im Portfolio gezählt sein dürften. Das Unternehmen will sich künftig wieder stärker auf das gewinnträchtigere Strom- und Gasgeschäft konzentrieren. Wie im März bekannt geworden war, will der Energiekonzern seine Tochter American Water an die US-Börse zurückbringen, wo der US-Versorger vor seiner Übernahme durch RWE mit einer Börsenkapitalisierung von 4,5 Milliarden Euro notiert war.

Trotz aller Chancen sollten sich Anleger darüber im Klaren sein, dass ein Wasserfonds als Beimischung, jedoch nicht als Basis-Investment geeignet ist. Generell sollte aus diesem Grund jeder, der sich für "Wasser" als Investment interessiert, einen langen Atem haben und nicht gezwungen sein, den Anteil von heute auf morgen wieder zu Geld machen zu müssen. Ein Depotanteil von fünf Prozent dürfte hierbei eine gute Richtgröße sein.

Eckdaten des Fonds  
ISIN  U0104884860  
Auflegungsdatum  20. Januar 2000  

Aufteilung nach Sektoren  
Wasserversorgung  44.9%  
Wassertechnologie  32.1%  
Umweltdienste  13.1%  
Mineralwasser  7.2%  
Flüssige Mittel  2.7%  

Die 10 größten Positionen  
Veolia Environnement  7.7%  
Suez 4  8%  
ITT Industries  4.2%  
RWE ’A’  3.9%  
Nestlé  3.7%  
AWG  3.6%  
Groupe Danone  3.4%  
Severn Trent  3.2%  
Waste Management  3.0%  
Pentair  2.7%  




4. Fidelity: Emerging Markets-Rentenfonds jetzt auch
   für private Anleger

Fidelity International ermöglicht es künftig auch privaten Fondsanlegern, in Anleihen aus Schwellenländern zu investieren. Der Fidelity Funds - Emerging Markets Debt Fund ist das erste Produkt des Fondsmanagement-Unternehmens für den deutschen Markt, das auf diese chancenreiche Vermögensklasse spezialisiert ist.

Anleger konnten mit Anleihen aus Schwellenländern in der Vergangenheit hohe Renditen erzielen. Der Fidelity Emerging Markets Debt Fund nutzt gezielt die zuletzt stark gestiegenen Gewinnchancen dieser Vermögensklasse. "In diesem Bereich waren seit 1991 beachtliche Gewinne möglich, die oft sogar die Zuwächse am Aktienmarkt übertrafen", sagte John Carlson, Manager des neuen Fonds.

Neben möglichen Renditevorteilen könne der Fonds einen starken Diversifikationsbeitrag in Kundenportfolios leisten. So wiesen Anleihen aus Schwellenländern eine geringe Korrelation zu den breiten Aktien- und Anleihenmärkten auf. Deshalb stabilisiere der Fidelity Emerging Markets Debt Fund die Depots von Anlegern, die ihr Kapital breit streuen möchten, so Carlson.

Sein Team verwaltet bereits mehr als 1,8 Milliarden US-Dollar in Produkten, die auf Anleihen aus Schwellenländern spezialisiert sind. Bisher waren diese Anlagestrategien vor allem institutionellen Investoren vorbehalten. Fidelity baut mit dem Fidelity Emerging Markets Debt Fund seine Produktpalette auch für private Anleger in Deutschland weiter aus.

Carlson verfügt über 22 Jahre Erfahrung in der Investmentbranche und arbeitet seit 1995 für die Fidelity Management & Research Company in Boston, einer Schwestergesellschaft von Fidelity International. Ein zehnköpfiges Expertenteam unterstützt Carlson bei der Suche nach aussichtsreichen Titeln.

Das Portfolio des Fidelity Emerging Markets Debt Fund enthält rund 30 bis 35 Einzelwerte. Darunter sind sowohl Anleihen mit hoher Kreditnehmer-Bonität (Investment-Grade) als auch spekulativere Anleihen (Non-Investment-Grade). Bei diesen kann der mögliche Ertrag höher sein; dafür ist der Zahlungsausfall des Schuldners mit einem höheren Risiko verbunden. Die bevorzugten Anlageregionen sind Lateinamerika, Südostasien, Afrika, Osteuropa inklusive Russland sowie der Mittlere Osten.

Das Ziel des Fondsmanagers ist, die Wertentwicklung des Vergleichsindex, des JP Morgan Emerging Markets Bond Index, zu übertreffen. Dieser wies zuletzt eine Rendite von 6,6 Prozent auf. "Anleihen aus Schwellenländern haben sich zu einer ausgereiften Vermögensklasse weiterentwickelt. Vor zwölf Jahren umfasste der Index nur neun Länder, heute sind es mehr als 33", so Carlson. Gleichzeitig hätten politische Risiken in den Schwellenländern abgenommen. Mittlerweile weisen rund 40 Prozent der im Index enthaltenen Papiere eine hohe Kreditnehmer- Bonität auf.


5. Neuer Energiefonds von Credit Suisse setzt
   auf knappe Rohstoffe

Der "Credit Suisse Equity Fund (Lux) Future Energy” (ISIN EURO Tranche B: LU0245980635), der am 27. Februar 2006 aufgelegt wurde, ist in Deutschland zum Vertrieb zugelassen worden. Damit wird die Produktpalette der Credit Suisse um einen Aktienfonds ergänzt, der es privaten und institutionellen Anlegern ermöglicht, in das Potenzial erneuerbarer Energien und Effizienztechnologien zu investieren.

Traditionelle Energiequellen wie Erdöl und Erdgas werden den stark ansteigenden Energiebedarf zukünftig nicht mehr befriedigen können. Philipp Burger, Portfolio-Manager im globalen Aktien-Team der Credit Suisse, ist vom zukünftigen Potenzial der Branche überzeugt: "Neben der Verknappung herkömmlicher Energieresourcen werden Umweltfragen auf politischer und wirtschaftlicher Ebene sehr intensiv diskutiert. So hat sich beispielsweise die EU zum Ziel gesetzt, den Anteil der erneuerbaren Energiequellen von gegenwärtig 14,5 Prozent auf 22,1 Prozent im Jahr 2010 zu erhöhen. Auch Indien und China hätten erkannt, dass sie ihren enormen Energiehunger nur mit nachhaltigen Lösungen abdecken können", so Burger.

Das Fondsmanagement investiert mindestens zwei Drittel des Fondsvermögens in globale Unternehmen, die in der Exploration, Umwandlung oder der Distribution von Energie tätig sind. Außerdem werden Gesellschaften in das Portfolio gekauft, die diese Unternehmensaktivitäten finanzieren.



6. Swiss Life macht Fonds dicht

Der schweizerische Fondsanbieter Swiss Life Funds nimmt am 16. Juni fünf in Irland aufgelegte Produkte vom Markt. Davon betroffen sind der Swiss Life Funds (IRL) Bond Global (WKN 988 227), der Bond Sterling (WKN 988 232), der Equity Japan (WKN 988 229), der Equity Pacific (WKN 988 228) und der Equity UK (WKN 988 231). Wie das Unternehmen bekannt gibt, werden am Stichtag sämtliche Fondsanteile aus den Kundendepots ausgebucht und der aktuelle Gegenwert ausgezahlt. Die Fonds werden geschlossen, weil die Swiss-Life-Mutter, die Schweizerische Lebensversicherungs- und Rentenanstalt, ihre Anteile an den fünf Fonds per Mitte Juni verkaufen wird. Grund dafür seien bestimmte Rechnungsvorschriften, heißt es von den Schweizern. Als Alternative bietet Swiss Life den Anlegern an, den ausgezahlten Betrag ohne Ausgabeaufschlag in einen Fonds der Luxemburger Tochter Swiss Life Funds (Lux) zu investieren.


7. Stimmungsbarometer steigt

Die Stimmung unter den deutschen Anlegern hat sich im April deutlich aufgehellt. Das geht aus der aktuellen Investor-Confidence-Studie der Fondsgesellschaft JP Morgan Asset Management hervor. So rechnen fast zwei Drittel (65 Prozent) der Befragten in den kommenden sechs Monaten mit steigenden Aktienkursen. Zum Vergleich: Im März lag der Anteil der Optimisten lediglich bei 58 Prozent. Parallel dazu ist im April der Anteil der Pessimisten um 1,6 Prozentpunkte auf 9,6 Prozent gesunken. "Angesichts stabiler Wirtschaftsdaten, wieder erwachter M&A-Aktivitäten und kräftigen Gewinnwachstums entwickelten sich die Aktienmärkte im ersten Quartal weltweit gut", sagt Boudewijn Hoogenraad, Marketing-Leiter bei JP Morgan. An der Spitze des Aufwärtstrends habe sich Kontinentaleuropa befunden, und insbesondere Deutschland habe sich sehr erfreulich entwickelt. "Das scheint die Anleger euphorisch zu stimmen", so Hoogenraad.

Die positive Grundstimmung spiegelt sich auch in der Kaufbereitschaft der deutschen Anleger wider: Wollten im Vormonat nur 44,8 Prozent innerhalb der kommenden zwölf Monate ihr Geld investieren, so plant das jetzt bereits jeder zweite Befragte (53,4 Prozent). Dies sei der höchste Wert, der seit Beginn der Erhebung im März 2002 erzielt wurde, heißt es von JP Morgan. Die beliebteste Anlageklasse ist nach wie vor der Investmentfonds - sein Anteil stieg um 5,8 Prozentpunkte auf 34,9 Prozent. Damit hat die Anlageklasse ihren Vorsprung zum Zweitplatzierten, dem Sparbuch (14,5 Prozent), auf über 20 Prozentpunkte ausgebaut.

Auch im europäischen Ausland hat sich die Stimmung der Anleger gegenüber dem Vormonat verbessert. So rechnen in Großbritannien 39,5 Prozent der Befragten mit steigenden Aktienkursen, im Vormonat waren es nur 30,9 Prozent. Gleichzeitig ist der Anteil der Pessimisten im April um 3 Prozentpunkte auf 16,2 Prozent gesunken. Zwar haben die britischen Aktien schon in den vergangenen Monaten ordentlich zugelegt, doch nun zeigen auch Faktoren wie anziehende Immobilienpreise und Bonuszahlungen auf hohem Niveau ihre Wirkung, heißt es von JP Morgan.

Hintergrund: Die Investor-Confidence-Studie von JP Morgan Asset Management wird seit März 2002 monatlich erhoben. Seit März 2004 bezieht JP Morgan auch Anleger aus Großbritannien mit ein. Hinzu kommen vierteljährlich die Schweiz, Schweden und Belgien. Pro Umfrage werden pro Land je 2. 000 Frauen und Männer ab 14 Jahren befragt. Ihre Auswahl entspricht einem repräsentativen Querschnitt der jeweiligen Bevölkerung.



8. Mexikanische Aktien im Aufwind

Marktausblick von Jules Mort, Fondsmanager des Threadneedle Latin America Fund

Die politische Lage in Mexiko und die dort anstehenden Wahlen sind ein Thema, das Anleger momentan beschäftigt. In Lateinamerika sind seit Beginn des Jahres in der politischen Meinungsbildung ein deutlicher Umschwung und eine Tendenz hin zur Linken festzustellen. Dies galt zunächst auch für Mexiko, in den letzten Wochen kam es jedoch im Zusammenhang mit dem Mitte-Rechts- Präsidentschaftskandidaten Felipe Calderon zu einer Trendwende: Calderon führt inzwischen bei Meinungsumfragen - sogar mit einem großem Vorsprung.

Sollten sich die Umfrageergebnisse in der Wahl bestätigen, stehen die Aussichten für den Aktienmarkt aufgrund einer zu erwartenden marktfreundlicheren Politik Calderons gut. Selbst bei einem Wahlsieg der äußersten Linken sollten die funktionierenden verfassungsmäßigen Kontrollorgane Mexikos, die Stärke der politischen Institutionen und die Mitgliedschaft Mexikos in der NAFTA, politische Ausschreitungen, wie wir sie in den kleineren Ländern und Randstaaten Lateinamerikas gesehen haben, verhindern.

Unabhängig von den politischen Veränderungen zieht das Wirtschaftswachstum in Mexiko weiter an. Aufgrund der weltweit hohen Ölpreise und der niedrigen Inflation konnte die Zentralbank Mexikos die Leitzinsen senken. Zudem ist Mexiko ein bedeutender Ölexporteur und die Wirtschaft entwickelt sich in einem Wahljahr stets überdurchschnittlich gut. Niedrigere Leitzinsen, eine lockerere Fiskalpolitik und höhere Bankenkredite haben sowohl den Konsum als auch den Immobilienmarkt beflügelt. Ferner bildet sich in Mexiko allmählich eine neue Mittelschicht heraus.

Der Aufschwung der Wirtschaft hat für fast alle mexikanischen Unternehmen positive Folgen. Das größte Medienunternehmen Mexikos, Televisa, profitiert wegen der steigenden Werbeeinnahmen während des Wahlkampfes und der anstehenden Fußballweltmeisterschaft von einer hohen Preismacht. Die Umsätze von Bierbrauereien steigen an, und der führende Mobilfunkanbieter America Movil freut sich über einen 20-prozentigen Kundenzuwachs. Insbesondere die Baubranche profitiert von dem politischen Zyklus, da die Bereitstellung von Wohnraum in den Wahlprogrammen beider Präsidentschaftskandidaten eine entscheidende Rolle spielt. Bauunternehmen können daher mit einem zweistelligen Volumenwachstum rechnen.

Bei aller Unsicherheit, von der auch Aktien aus Lateinamerika unmittelbar vor den anstehenden Wahlen betroffen sind, sehen wir Mexiko deshalb weiterhin als sehr aussichtsreich und werden unsere Übergewichtung in diesem Land beibehalten.

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