Interview-Anleger sollten sich auf die Lauer legen


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das Zentrum d.:

Interview-Anleger sollten sich auf die Lauer legen

 
14.06.01 10:43
Interview
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13. Juni 2001 Beim Kauf von Aktien spielt für Analyst Timothy Vick von Arbor Capital Management der Unternehmenswert eine klare Schlüsselrolle. Daher ist es wichtig, den jeweiligen Aktienkurs im Verhältnis zu den historischen Wachstumsraten eines Unternehmens zu sehen.

Vor allen Dingen sollte sich der Anleger jedoch überlegen, ob - die nötigen finanziellen Mittel natürlich vorausgesetzt - das in Frage stehende Unternehmen auch interessant genug wäre, um komplett übernommen zu werden . Nach seiner Einschätzung können nur so Investitionserfolge erzielt werden, wie sie der legendär erfolgreiche Investor Warren Buffet erreicht hat. Seinen Beobachtungen nach verhält sich der Investmentguru im Moment größtenteils passiv und sammelt entsprechend Kapital, um bei einem Tiefpunkt der Aktienkurse wieder richtig einsteigen zu können.

Für Vick ist jetzt „Pirschzeit“, in der man am besten „im hohen Gras sitzt und darauf wartet, dass einem interessante Unternehmen vor die Flinte laufen“. Zu den von ihm momentan favorisierten Titeln zählen Unternehmen der Halbleiterbranche wie Altera, Atmel, LSI Logic und Intel, ebenso wie die Restaurantkette Applebee's. Den Anlegern legt er außerdem ans Herz, nicht länger auf die Werte zu vertrauen, die in den späten Neunzigern noch hoch gehandelt wurden. In einem Interview mit BussinessWeek Online gibt er eine Einschätzung über die aktuelle Lage an den Aktienmärkten.

Tim, sehen Sie in den jüngsten Bewegungen der Märkte irgendein typisches Verhaltensmuster?

Ich kann seit dem Tiefstand des Nasdaq-Index vor 500 Punkten leider überhaupt kein typisches Muster mehr ausmachen. Im Markt regiert derzeit ganz klar die Verzweiflung. Die meisten Vermögensverwalter leiden noch unter den Folgen der Marktturbulenzen des vergangenen Jahres und versuchen durch hektische Zu- und Verkäufe wieder Boden gut zu machen. Gleichzeitig sehe ich einige viel versprechende Werte, die sich aus der Verkaufswelle vom vorigen Jahr herausgebildet haben - leider werden sie einfach ignoriert. Wenn Sie diesen Markt wirklich schlagen wollen, müssen Sie sich auf Bewertungen und nicht bloß kurzfristige Trends konzentrieren. Es ist äußerst wichtig, Kurse ins Verhältnis zu den historischen Wachstumsraten des jeweiligen Unternehmens zu setzen. Auch sollten Sie nicht erwarten, dass die Wachstumsraten wieder ihr Niveau von 1999 erreichen.

Wie würde Warren Buffett jetzt investieren?

Die erste große Regel lautet, sich selbst immer als Inhaber und nicht bloß als Händler von Wertpapieren zu sehen. Wenn eine Aktie mit 50 Dollar bewertet ist, sollten Sie diesen Kurs zunächst instinktiv mit der Anzahl der sich im Umlauf befindlichen Aktien - zum Beispeil zehn Millionen - multiplizieren und sich dann fragen, ob das ganze Unternehmen wirklich 500 Millionen Dollar wert ist.

Ihre nächste Frage sollte sich aus der ersten ergeben: Wenn mir 500 Millionen Dollar für ein Engagement in diesem Unternehmen zur Verfügung stünden und ich alleiniger Eigentümer sein könnte, würde ich das Unternehmen dann auch tatsächlich kaufen? Wenn Sie diese von Warren Buffett angewandte Methode beherzigen, haben Kursschwankungen, gleitende Durchschnitte und Chartmuster als Orientierungsgrößen ein für alle Mal ausgedient. Wenn Sie Ihre Analyse generell nach dieser Methode ausrichten, ist die Fehlerquote sehr gering. Wollten Sie nicht gleich das komplette Unternehmen besitzen, dann kaufen Sie wenigstens 100 Aktien davon.

Welche Branche verspricht die besten Anlagechancen, oder sollte man lieber eine individuelle Aktienauswahl treffen?

Ich denke, dass Sie mit einer individuellen Aktienauswahl derzeit besser fahren als wenn Sie versuchen, sich auf eine ganz bestimmte Branche zu konzentrieren. Bildlich gesprochen ist die momentane Marktsituation einfach perfekt, um im hohen Gras sitzend darauf zu warten, dass einem interessante „Largecaps“ vor die Flinte laufen. Ein Anleger sollte aufgeschlossen sein und nicht nur die 20 bis 30 Titel berücksichtigen, die er bereits seit den späten Neunzigern im Blickwinkel hat. Scheuen Sie sich nicht vor den momentan vielleicht etwas weniger attraktiven Titeln aus den Bereichen Chemie, Baustoffe, Restaurants, Immobilienfonds oder sogar Textil. Im Allgemeinen gilt: Was heute eher nicht so sexy erscheint, wird morgen aller Wahrscheinlichkeit nach den Markt performancetechnisch überrunden.

Wann sollte man sich Ihrer Meinung nach von einem Wert trennen?

Meine allgemeine Regel lautet, dass beim Verkauf dieselben Kriterien gelten sollten wie beim Kauf einer Aktie. Wenn Sie beispielsweise einen Titel mit einem Anlageziel von 20 Jahren erworben haben, ihn nun bereits seit zwei Jahren halten und Sie mit dem Unternehmen bisher keine Enttäuschungen erlebt haben, dann trennen Sie sich nicht davon. Denken Sie einfach daran, dass fast jede Aktie, die Sie heute verkaufen, eines Tages zu einem weitaus höheren Preis als ihrem Verkaufspreis gehandelt wird.

 
Das Gespräch führte Jack Dierdorff
Antworten
das Zentrum d.:

. o.T.

 
14.06.01 18:15
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