Aus der FTD vom 26.3.2002
Leitartikel: Lebenszeichen am Neuen Markt
Börsengänge sind wieder möglich. In den USA legten Travelers und Alcon, in London der Rohstofflieferant Xstrata beeindruckende Börsenstarts hin. Auch in Frankreich, Taiwan und sogar in China stehen demnächst große Emissionen an.
Selbst am Neuen Markt, der früher ein "Initial Public Offering" (IPO) nach dem anderen ausspuckte, weicht die Agonie der vergangenen Monate allmählich der Erkenntnis, dass Unternehmen das Finanzierungsvehikel Börse nicht länger scheuen müssen. Windanlagenbetreiber Repower hätte fünfmal so viele Aktien verkaufen können wie nötig und feiert heute sein Debüt am Wachstumssegment.
Die Gründe für die Wiederbelebung des IPO-Geschäfts sind vielfältig: Die institutionellen Anleger wie Investmentfonds oder Versicherungen sitzen auf horrenden Summen. Sie müssen das Geld anlegen, weil hohe Barquoten nicht erlaubt sind.
Parallel dazu verbessern sich die konjunkturellen Aussichten. Zudem haben die Börsen seit dem Tiefpunkt am 21. September 2001 zwischen 25 und 50 Prozent zugelegt, ohne dass bereits von einer neuen Spekulationsblase gesprochen werden kann.
In diesem Umfeld haben auch günstig bewertete, gut geführte und ertragstarke Börsenneulinge wieder eine Chance. Der lange Crash seit Frühjahr 2000 war heilsam, er hat die Renditeerwartungen normalisiert. Die Dotcom-Euphorie ist passé.
Nur die Kleinanleger zögern noch. Sie haben kaum Repower-Aktien gezeichnet. Doch wenn der Kurs stabil bleibt und weitere IPOs folgen, werden auch sie wieder Vertrauen in die Börse fassen.
© 2002 Financial Times Deutschland
Leitartikel: Lebenszeichen am Neuen Markt
Börsengänge sind wieder möglich. In den USA legten Travelers und Alcon, in London der Rohstofflieferant Xstrata beeindruckende Börsenstarts hin. Auch in Frankreich, Taiwan und sogar in China stehen demnächst große Emissionen an.
Selbst am Neuen Markt, der früher ein "Initial Public Offering" (IPO) nach dem anderen ausspuckte, weicht die Agonie der vergangenen Monate allmählich der Erkenntnis, dass Unternehmen das Finanzierungsvehikel Börse nicht länger scheuen müssen. Windanlagenbetreiber Repower hätte fünfmal so viele Aktien verkaufen können wie nötig und feiert heute sein Debüt am Wachstumssegment.
Die Gründe für die Wiederbelebung des IPO-Geschäfts sind vielfältig: Die institutionellen Anleger wie Investmentfonds oder Versicherungen sitzen auf horrenden Summen. Sie müssen das Geld anlegen, weil hohe Barquoten nicht erlaubt sind.
Parallel dazu verbessern sich die konjunkturellen Aussichten. Zudem haben die Börsen seit dem Tiefpunkt am 21. September 2001 zwischen 25 und 50 Prozent zugelegt, ohne dass bereits von einer neuen Spekulationsblase gesprochen werden kann.
In diesem Umfeld haben auch günstig bewertete, gut geführte und ertragstarke Börsenneulinge wieder eine Chance. Der lange Crash seit Frühjahr 2000 war heilsam, er hat die Renditeerwartungen normalisiert. Die Dotcom-Euphorie ist passé.
Nur die Kleinanleger zögern noch. Sie haben kaum Repower-Aktien gezeichnet. Doch wenn der Kurs stabil bleibt und weitere IPOs folgen, werden auch sie wieder Vertrauen in die Börse fassen.
© 2002 Financial Times Deutschland