inflationäre Lohnforderungen


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inflationäre Lohnforderungen

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20.01.07 20:11
HANDELSBLATT, Samstag, 20. Januar 2007, 17:28 Uhr
DaimlerChrysler

Betriebsratschef fordert 6,5 Prozent mehr Lohn


Die Zeit der geringen Lohnerhöhungen ist vorbei: Für die nächste Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie hängt der DaimlerChrysler-Betriebsratschef Erich Klemm die Messlatte hoch und fortert 6,5 Prozent mehr Lohn.


HB SINDELFINGEN. Klemm fordert eine Lohnerhöhung von 6,5 Prozent für die Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie. „6,5 Prozent sind eine ordentliche Größe, für die es sich lohnt, anzutreten“, sagte Klemm in einem dpa- Gespräch in Sindelfingen. „Wir werden aber heftig dafür kämpfen müssen, um dieses Ziel auch zu erreichen. Ich rechne mit einer schwierigen Auseinandersetzung.“

„Die Forderung ist realistisch und mobilisierungsfähig“, betonte der Betriebsratschef. Die Forderung orientiere sich an der Inflationsrate und dem Produktivitätszuwachs der Branche. Klemm sprach sich für straffe Gespräche aus. „Ich sehe nicht, warum man ewig verhandeln muss.“ Als Vertragslaufzeit nannte der stellvertretende DaimlerChrysler-Aufsichtsratschef ein Jahr. Klemm forderte eine tabellenwirksame Lohnerhöhung.

Einmalzahlungen, die die besondere konjunkturelle Situation berücksichtigten, seien zwar eine mögliche Gestaltungsvariante. Für die Tarifrunde 2007 sei das aber kein gutes Instrument. „In diesem Jahr sehe ich dafür keinen Spielraum“, betonte Klemm. Der Betriebsratschef schloss Streiks nicht aus, sollten die Arbeitgeber bei den Verhandlungen nicht schnell ein Verhandlungsangebot vorlegen. „Ich glaube nicht, dass es Sinn macht, wochen- oder monatelang zu verhandeln, ohne einen Prozentsatz vorzulegen. Dann kann es relativ schnell ans Eingemachte gehen.“

Am 31. März dieses Jahres laufen die Tarifverträge für die bundesweit 3,4 Millionen Metallbeschäftigten aus. In der Tarifrunde 2006 hatte die IG Metall Lohnerhöhungen von 3,0 Prozent von Juni an sowie eine Einmalzahlung von 310 Euro für die Monate März bis Mai durchgesetzt.

Porsche- Betriebsratschef Uwe Hück hatte sich in einem dpa- Gespräch für eine Lohnerhöhung von 9,5 Prozent für die Beschäftigten es Sportwagenherstellers ausgesprochen. Die Tarifkommission der IG Metall wird an diesem Donnerstag über ihre Forderungen beraten. Das letzte Wort hat dann der Vorstand der Gewerkschaft in Frankfurt.

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Lohnerhöhungen - Ein Standpunkt

 
20.01.07 20:15

Lohnerhöhungen - Ein Standpunkt

Grundsätzlich können Volkswirte nur Ratschläge geben, denn der Lohnfindungsprozess ist in erster Linie eine Machtfrage zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Ist die Arbeitslosigkeit hoch, wird der Standort kaputtgeredet und gleichzeitig das Anspruchsniveau der Arbeitslosen durch die Politik abgesenkt, sitzen die Arbeitgeber am längeren Hebel, wie in den vergangenen Jahren. Die kräftige Umverteilung von den Löhnen in die Gewinne ist das Ergebnis. Herrscht dagegen Vollbeschäftigung und die Konjunktur läuft gut, dann ist die Machbalance genau umgekehrt. Dann können die Gewerkschaften die Lohnsteigerungen diktieren.

Welche Lohnerhöhung ist volkswirtschaftlich sinnvoll? Als gute und über Jahrzehnte bewährte Daumenregel gilt: Inflation plus Produktivitätszuwachs. Eine solche Lohnerhöhung treibt nicht die Inflation, eine solche Lohnerhöhung ist verteilungsneutral – zwischen Gewinn- und Lohneinkommen. Aber natürlich steckt der Teufel im Detail: Welche Inflationsrate soll man ansetzen? Die vergangene, die künftig erwartete, die Kernrate der Verbraucherpreise oder die Verbraucherpreise selbst? Mein Vorschlag: Die von der Europäischen Zentralbank angestrebte jährliche Preissteigerungsrate, also 1,9 Prozent. Und zwar immer, ganz gleich, ob die Inflation in einem Jahr deutlich höher oder deutlich tiefer liegt. Mit 1,9 Prozent liegt man stabilitätspolitisch richtig, erleichtert der Notenbank die Arbeit und nimmt ihr ihre fürchterliche Inflationsangst.

Bei der Produktivität stellen sich noch mehr Fragen: Soll man den Produktivitätszuwachs der Volkswirtschaft wählen, der Branche oder der Firma? Muss man die Produktivität noch um die Entlassungsproduktivität bereinigen, also um den Anstieg, der schlicht durch den Rauswurf von Arbeitnehmern zustande gekommen ist, weil deren Arbeit zu teuer geworden sei? Letztere Argumentation, die die Arbeitgeber gerne anführen, ist scheinheilig. Ein Produktivitätsanstieg geht tendenziell immer mit Entlassungen einher, denn man kann ja mit der gleichen Anzahl Arbeitnehmern mehr produzieren, beziehungsweise mit weniger Menschen den selben Output wie früher. Würde der Produktivitätszuwachs nie zu Entlassungen führen, stünden wir alle noch auf dem Feld und würden uns dort mit Traktoren gegenseitig umfahren. Produktivitätszuwachs ist permanenter Strukturwandel! Logisch!

Also welcher Produktivität sollte die Lohnentwicklung folgen? Natürlich der gesamtwirtschaftlichen. Würde man den Produktivitätszuwachs versuchen zu individualisieren, also auf die einzelne Firma herunterbrechen, dann müsste strikt zu Ende gedacht, der Lehrer und Professor heute noch so viel verdienen wie vor dreihundert Jahren und die Putzfrau soviel wie vor fünfzig Jahren, als der Staubsauger sich durchgesetzt hat. So aber funktioniert Volkswirtschaft nicht. Die produktiven Sektoren der Industrie geben den Takt vor, die anderen Jobs, in denen kaum Produktivitätszuwächse zu verzeichnen sind, ziehen nach. Schließlich gibt es in einer funktionierenden Marktwirtschaft eine Dynamik zwischen Produktivitäts-, Einkommens-, Nachfrage- und Preisentwicklung, die den Wohlstand insgesamt ansteigen lässt. Nähme man eine Produktivitätskennziffer per Branche hätte man dasselbe Problem mit Lehrern, Professoren und Putzfrauen. Hinzu kommt, dass man volkswirtschaftlich unrentablen Branchen das Überleben sichert, weil deren Lohnkosten im Vergleich zu den rentablen Branchen nicht richtig steigen. Viel besser ist es doch, wenn sich hochentwickelte Länder aus solchen Sektoren zurückziehen, um sie den aufholenden Ländern zu überlassen.

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Stöffen:

Vergessen, die Grafik anzuhängen o. T.

 
20.01.07 20:22
inflationäre Lohnforderungen 78275
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J.B.:

Da wird sicher interessant, ich sehe da einige

 
20.01.07 20:34
Streiks kommen!! Und die EZB wird wieder nach oben fahren mit den Zinsen!!


mfg J.B.
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Call oder Put?? Tja, so ist das Leben, manche wissen es und viele nicht!!

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Die deutschen Lohnstückkosten

2
21.01.07 09:57
haben sich im Vergleich zu denen unserer Nachbarn seit Einführung des Euro unterduchschnittlich entwickelt. So wurde der Aufschwung, und die Schaffung von sozialversicherungspflichtiger Arbeitsplätze möglich. Verständlich ist sicherlich die Forderung der Arbeitnehmer vor dem Hintergrund historisch hoher Gewinne der Unternehmen, dennoch täten die Gewerkschaften und Betriebsräte gut daran nicht zu allzu hohe Erwartungen zu schüren.

Gruß

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Reinyboy:

10% Lohnerhöhung

 
21.01.07 10:20
halte ich für nicht überzogen angesichts des Lohndumpings der letzten Jahre und der MwSt.- Erhöhung von 18,75% (bezogen auf die früheren 16%).



Grüße Reiny
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Der "große Schluck aus der Pulle" birgt Gefahr

2
21.01.07 11:48

Der "große Schluck aus der Pulle", sprich Lohnerhöhungen im hohen einstelligen Prozentbereich, setzt letztendlich wieder die Lohn – Preis – Spirale mit all ihren bekannten Folgen in Gang und wird die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland sicherlich nicht verbessern.

In den letzten Jahren haben wir uns hier in Deutschland Wettbewerbsvorteile durch eine moderate Lohnpolitik erarbeitet.

Das übliche, fast schon rituelle Tam – Tam vieler Protagonisten vor den Tarifverhandlungen sollte daher nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Arbeitsplätze hier durch überzogene Lohnforderungen keinesfalls sicherer werden. Eher wird wieder das Gegenteil eintreten, sprich weitere Verlagerungen von Jobs ins Ausland.

Auch wenn man der Meinung ist, dass der Verteilungsspielraum scheinbar größer geworden sei, bleibt zu berücksichtigen, dass die nominalen Lohnstückkosten zwar gesunken sind, allerdings blieben sie im internationalen Vergleich mit ausländischen Konkurrenten auf dem Weltmarkt auf einem sehr hohen Niveau. Es ist daher ratsam, dieses Niveau nicht weiter anzuheben.

Wenn die Tarif – Partner mit dem nötigen Augenmaß handeln, sollten die Tarif - Abschlüsse eine durchschnittliche Größenordnung von 3,5% nicht überschreiten.

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Deutscher Arbeitsmarkt hinkt hinterher

 
22.01.07 15:13
HANDELSBLATT, Montag, 22. Januar 2007, 14:41 UhrBundesbank-BerichtDeutscher Arbeitsmarkt hinkt hinterherDie Lage auf dem deutschen Arbeitsmarkt hat sich in den vergangenen Jahren verglichen mit der Situation in anderen Ländern der Euro-Zone verschlechtert. Das geht aus dem gestern vorgelegten Monatsbericht der Bundesbank hervor, in dem die Zentralbanker die Entwicklung des Beschäftigungsgrades und der Arbeitslosenquote des gesamten Euro-Raums von 1995 bis 2005 verglichen haben. doh BERLIN. Zwar habe sich in Deutschland gemessen an beiden Kriterien nur relativ wenig in den betrachteten zehn Jahren verändert – sowohl die Beschäftigung als auch die Arbeitslosigkeit sei moderat gestiegen. „Wegen der deutlichen Verbesserung der Arbeitsmarktlage in einer Reihe von Partnerländern des Euro-Gebiets hat sich die relative Position Deutschlands allerdings erheblich verschlechtert“, fassen die Bundesbank-Ökonomen zusammen.Besonders günstig – mehr Beschäftigte, weniger Arbeitslose – entwickelte sich dem Bericht zufolge die Lage in den zehn Jahren vor allem in Finnland, Irland und Spanien. Dabei bezieht sich die Bundesbank auf international vergleichbare Daten der Internationalen Arbeitsorganisation ILO. Während die deutsche Arbeitslosenquote 1995 noch 2,5 Prozentpunkte unter dem Durchschnitt der Euro-Länder gelegen habe, habe sie den Mittelwert zehn Jahre später um einen Prozentpunkt übertroffen. Gemessen an der Beschäftigungsquote habe Deutschland 1995 noch 6,5 Punkte über dem Durchschnitt des Euro-Raums gelegen, 2005 seien es dagegen nur noch zwei Punkte gewesen seien.Vor allem in den Euro-Ländern, auf deren Arbeitsmarkt die Situation Mitte der 90er-Jahre „besonders ungünstig“ gewesen sei, habe sich die Lage verbessert. Die Bandbreite der länderspezifischen Arbeitslosenquoten sank daher gewaltig: von drei bis 18, 5 Prozent 1995 auf 4,5 bis zehn Prozent 2005. Auch die allgemein steigende Beschäftigungsquote bewegte sich laut Bundesbank im Währungsgebiet aufeinander zu. Die Arbeitsmarktlage in Deutschland dürfte sich nun allerdings verglichen mit den Euro-Ländern verbessern, erwartet die Bundesbank. Ausschlaggebend dafür sei der wirtschaftliche Aufschwung, mit dessen fortschreitender zyklischer Erholung zu rechnen sei. Dabei komme Deutschland zugute, dass die jahrelange Lohnzurückhaltung die Arbeitskosten relativ zum übrigen Euro-Raum deutlich verringert habe.  
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Realitätsverlust

 
26.01.07 06:37
MÜNCHEN (dpa-AFX) - Der Betriebsratsvorsitzende des Sportwagen-Herstellers Porsche  , Uwe Hück, hat die geplante Lohnforderung der IG Metall Baden-Württemberg begrüßt und gleichzeitig vor massiven Arbeitsplatz-Verlusten in der deutschen Autoindustrie gewarnt. 'Die Forderung von sieben Prozent mehr Lohn geht voll in Ordnung', sagte Hück zu 'Euro am Sonntag' (E-Tag: 28. Januar 2007). Sie liege damit unter der Produktivitätssteigerung in der baden-württembergischen Metall- und Elektroindustrie, die 2006 acht Prozent betragen habe. Den Porsche-Mitarbeitern stellte Hück erneut eine Sonderzahlung in Aussicht.Bei Porsche habe die Produktivitätssteigerung eher bei neun Prozent gelegen, so Hück: 'An dem dadurch erarbeiteten Erfolg müssen die Kolleginnen und Kollegen fair beteiligt werden.'“ Er werde daher im Anschluss an die Tarifrunde mit den entsprechenden Gesprächen zur Einmalzahlung bei Porsche beginnen. Der Betriebsratschef warnte die Arbeitgeber, die Erwartungen bereits im Vorfeld der Tarifrunde herunterzuschrauben, und drohte mit Streik./sk  
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Heißes Tarifjahr 2007 erwartet

 
28.01.07 12:38
HANDELSBLATT, Sonntag, 28. Januar 2007, 11:03 UhrNeue LohnrundenHeißes Tarifjahr 2007 erwartetDeutschland steht vor einem Super-Tarifjahr. 2007 wird für mehr als neun Millionen Arbeitnehmer über Löhne und Gehälter verhandelt.In der Metall- und Elektroindustrie zeichnet sich eine Forderung zwischen 6 und 7 Prozent für die 3,4 Millionen Beschäftigten ab. Archivfoto: dpa.HB FRANKFURT/M. In der chemischen Industrie haben die Gespräche schon begonnen, das Baugewerbe geht in gut zwei Wochen an den Start, und die Metaller laufen sich auch schon warm. Danach sind unter anderem die Druckindustrie, der Groß- und Einzelhandel und das Ernährungsgewerbe an der Reihe. Angesichts der guten Konjunktur sind die Erwartungen bei den Beschäftigten so hoch wie lange nicht. Nach den mageren Einkommenserhöhungen der Vorjahre wollen die Arbeitnehmer nun endlich ein großes Stück vom Kuchen abbekommen. „2007 muss zum Jahr der Lohnerhöhungen für alle werden“, sagt ver.di-Chef Frank Bsirske. Damit zeichnen sich konfliktreiche Auseinandersetzungen ab.Die ersten Forderungen der Gewerkschaften liegen auf dem Tisch. Die IG BCE will für die rund 550 000 Beschäftigten der chemischen Industrie eine „reale Einkommensverbesserung“ durchsetzen, was auf einen Zuwachs von 6 bis 6,5 Prozent hinausläuft. Das Baugewerbe, das nach fast zehn Jahren Talfahrt dank des Auftragsbooms 2006 wieder etwas festeren Boden unter den Füßen hat, verlangt 5,5 Prozent mehr Geld für die rund 700 000 Beschäftigten. „Die Arbeitnehmer haben Anspruch auf ihren gerechten Anteil am Aufschwung in der Bauwirtschaft“, sagt der IG-BAU-Vorsitzende Klaus Wiesehügel. In der Metall- und Elektroindustrie, wo viele Unternehmen kaum noch mit dem Abarbeiten der Aufträge hinterherkommen, zeichnet sich eine Forderung zwischen 6 und 7 Prozent für die 3,4 Millionen Beschäftigten ab.„Die höheren Forderungen reflektieren die exzellente wirtschaftliche Situation“, sagt der Tarifexperte des gewerkschaftsnahen WSI-Instituts, Reinhard Bispinck. 2006 ist die deutsche Wirtschaft mit 2,5 Prozent so stark gewachsen wie seit dem Boomjahr 2000 nicht mehr. Bei den Unternehmen sind die Gewinne kräftig gestiegen - und dies nicht nur bei den Dax-Unternehmen, sondern auch im Mittelstand. Gleichzeitig haben die Beschäftigten laut WSI-Tarifarchiv auch 2006 Reallohnverluste von fast einem Prozent hinnehmen müssen. Die Bruttoverdienste pro Arbeitnehmer seien nur um 0,8 Prozent gestiegen, gleichzeitig lag die Jahresteuerung bei 1,7 Prozent. „Die Verteilungsbilanz der vergangenen Jahre für die Beschäftigten war dramatisch schlecht, deshalb gibt es einen gewissen Nachholbedarf“, stellt Bispinck fest.Gleichzeitig sind die Aussichten für 2007 besser als zunächst erwartet: Die Bundesregierung rechnet inzwischen mit einem Wirtschaftswachstum von 1,7 Prozent und einem Rückgang der Arbeitslosenzahl um fast eine halbe Million. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) geht sogar von einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von rund zwei Prozent aus. Die Bremswirkung der Mehrwertsteuererhöhung von 16 auf 19 Prozent auf die Wirtschaft fällt damit geringer aus als befürchtet, gleichzeitig haben die Verbraucher wegen der höheren Steuer, steigenden Sozialbeiträgen und des Wegfalls von Vergünstigungen weniger Geld im Portemonnaie. Deshalb fordern nicht nur zahlreiche Ökonomen, sondern auch Politiker ordentliche Lohnerhöhungen, um die immer noch schwache Binnennachfrage zu stabilisieren.<!--nodist-->Lesen Sie weiter auf Seite 2: Arbeitgeber warnen dagegen davor, den Kurs der Lohnmäßigung zu verlassen. <!--/nodist-->Die Arbeitgeber warnen dagegen davor, den Kurs der Lohnmäßigung zu verlassen. „Unsere preisliche Wettbewerbsfähigkeit auf den Weltmärkten ist gestiegen, aber wenn wir die wieder aufs Spiel setzen, geht das Elend von vorne los“, warnt der Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Martin Kannegiesser. Die Kosten für die Unternehmen dürften nicht zu stark steigen. Den Metall- Arbeitgebern schwebt ein zweigeteilter Abschluss vor - mit einer möglichst niedrigen Prozentzahl und einem einmaligen Konjunkturbonus.Dies stößt bei der IG Metall allerdings auf wenig Gegenliebe. „Wenn die Arbeitgeber von Bonus sprechen, wollen sie das Tor für einen Malus öffnen“, befürchtet etwa der Frankfurter Bezirksleiter Armin Schild und meint damit, dass die Arbeitgeber in schlechteren Zeiten Lohnabschläge verlangen könnten. Ziel der Gewerkschaft sei es, eine dauerhafte Tariferhöhung durchzusetzen. Einmalzahlungen dürften am Ende nur „die Petersilie obendrauf“ sein.Bevor die Metaller Mitte März in den Bezirken die Verhandlungen beginnen, könnte die chemische Industrie in gewohnt geräuschloser Weise schon einen Abschluss geschafft haben und damit eine erste Orientierungsmarke setzen. Dabei steht eines jetzt schon fest: die Entgelterhöhung wird sicher um einiges über der letzten von 2,7 Prozent liegen. „Eine bessere wirtschaftliche Konjunktur, allemal in der Chemiebranche, muss sich natürlich auch im Tarifabschluss zeigen“, machte IG BCE-Chef Hubertus Schmoldt klar. Die Bauwirtschaft hat bis Ende März Zeit, zu einem Verhandlungsergebnis zu kommen. Gibt es bis dahin keine Einigung, wird ein Schlichter eingeschaltet. Scheitert auch die Schlichtung, sind Streiks möglich. In der Metall- und Elektroindustrie endet die Friedenspflicht am 28. April, danach kann die Gewerkschaft zu Warnstreiks aufrufen.<!-- ISI_LISTEN_STOP -->
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