Straw warnt vor Atomkrieg um Kaschmir
Der britische Außenminister wiederholte seine Befürchtung, dass Indien und Pakistan im Kaschmir-Konflikt bis zum Äußersten gehen könnten. Joschka Fischer sagte, eine Eskalation würde auch Europa unmittelbar treffen.
Der Militäraufmarsch in der Krisenregion könne leicht in einen nuklearen Konflikt münden, „in einer Art, wie wir es noch nie zuvor gesehen haben“, sagte Jack Straw am Montag bei der Botschafterkonferenz des Auswärtigen Amtes in Berlin. Straw will noch am Montag in die pakistanische Hauptstadt Islamabad und dann nach Neu Delhi reisen, um den Konflikt zu entschärfen.
Großbritanniens oberster Diplomat schlug einen Drei-Punkte-Plan zur Verhinderung einer weiteren Eskalation zwischen den beiden Atommächten vor: Zunächst müssten der grenzüberschreitende Terrorismus unterbunden und dann die militärische Spannung verringert werden. Daraufhin müssten beide Seiten wieder an den Verhandlungstisch gebracht werden.

Der deutsche Außenminister Fischer sagte, auch für den Kaschmir-Konflikt gelte, dass er nur dem Anschein nach sehr weit weg sei. „Aber die Folgen einer Eskalation würden uns unmittelbar betreffen,“ sagte der Grünen-Politiker.
Kämpfe dauern an
Unterdessen lieferten sich pakistanische und indische Truppen weitere schwere Gefechte in der Kaschmir-Region. Wegen der anhaltenden Kämpfe wurden Dörfer an der Grenze im indischen Teil Kaschmirs geräumt. Mindestens 100 000 Menschen mussten ihre Heimat verlassen. In Pakistan kamen nach dortigen Angaben seit Sonntag neun Menschen durch indische Angriffe ums Leben. In Indien soll ein Soldat getötet worden sein.
Bei mehrstündigen Gefechten in den Bezirken Naushara und Punch nordwestlich der Stadt Jammu wurden schwere Waffen eingesetzt, entlang der Grenze seien die Kämpfe weniger heftig ausgefallen.
Am Wochenende hatte Pakistan die ersten größeren Raketentests seit 1999 durchgeführt. Indien hatte im Januar, ebenfalls inmitten von Spannungen wegen des Kaschmir-Problems, Raketen getestet.
Vajpayee kündigt schärferen Kurs an
Mit Hinweis auf die US-Offensive in Afghanistan drohte der indische Ministerpräsident Atal Bihari Vajpayee am Sonntag einen schärferen Kurs im Kaschmir-Konflikt an. Wie die USA werde auch Neu-Delhi terroristischen Angriffen auf Dauer nicht tatenlos zusehen, erklärte der Regierungschef. Man werde den internationalen Mahnungen zur Zurückhaltung nicht folgen.
Der pakistanische Präsident Pervez Musharraf will am Montag in einer Rede an die Nation zur Eskalation des Kaschmir-Konflikts Stellung nehmen.
Indien und Pakistan stehen sich in der zwischen beiden Staaten geteilten Region mit insgesamt einer Million Soldaten gegenüber. Um das umstrittene Gebiet führten beide Staaten bereits zwei Kriege gegeneinander. Beide Staaten führten 1998 erfolgreich Atomwaffentests durch und gelten seitdem offiziell als Atommächte.
Seit einem Angriff auf ein indisches Militärlager am 14. Mai, bei dem 34 Menschen - überwiegend Frauen von Soldaten und Kinder - getötet wurden, sind die Spannungen zwischen beiden Ländern auf dem Siedepunkt. Indien machte von Pakistan aus operierende muslimische Extremisten für den Überfall verantwortlich. Polizeiangaben zufolge kamen seit Beginn dieser neuen Kämpfe auf pakistanischer Seite 42 Menschen ums Leben, 16 auf der indischen.
Spiegel
Der britische Außenminister wiederholte seine Befürchtung, dass Indien und Pakistan im Kaschmir-Konflikt bis zum Äußersten gehen könnten. Joschka Fischer sagte, eine Eskalation würde auch Europa unmittelbar treffen.
Der Militäraufmarsch in der Krisenregion könne leicht in einen nuklearen Konflikt münden, „in einer Art, wie wir es noch nie zuvor gesehen haben“, sagte Jack Straw am Montag bei der Botschafterkonferenz des Auswärtigen Amtes in Berlin. Straw will noch am Montag in die pakistanische Hauptstadt Islamabad und dann nach Neu Delhi reisen, um den Konflikt zu entschärfen.
Großbritanniens oberster Diplomat schlug einen Drei-Punkte-Plan zur Verhinderung einer weiteren Eskalation zwischen den beiden Atommächten vor: Zunächst müssten der grenzüberschreitende Terrorismus unterbunden und dann die militärische Spannung verringert werden. Daraufhin müssten beide Seiten wieder an den Verhandlungstisch gebracht werden.

Der deutsche Außenminister Fischer sagte, auch für den Kaschmir-Konflikt gelte, dass er nur dem Anschein nach sehr weit weg sei. „Aber die Folgen einer Eskalation würden uns unmittelbar betreffen,“ sagte der Grünen-Politiker.
Kämpfe dauern an
Unterdessen lieferten sich pakistanische und indische Truppen weitere schwere Gefechte in der Kaschmir-Region. Wegen der anhaltenden Kämpfe wurden Dörfer an der Grenze im indischen Teil Kaschmirs geräumt. Mindestens 100 000 Menschen mussten ihre Heimat verlassen. In Pakistan kamen nach dortigen Angaben seit Sonntag neun Menschen durch indische Angriffe ums Leben. In Indien soll ein Soldat getötet worden sein.
Bei mehrstündigen Gefechten in den Bezirken Naushara und Punch nordwestlich der Stadt Jammu wurden schwere Waffen eingesetzt, entlang der Grenze seien die Kämpfe weniger heftig ausgefallen.
Am Wochenende hatte Pakistan die ersten größeren Raketentests seit 1999 durchgeführt. Indien hatte im Januar, ebenfalls inmitten von Spannungen wegen des Kaschmir-Problems, Raketen getestet.
Vajpayee kündigt schärferen Kurs an
Mit Hinweis auf die US-Offensive in Afghanistan drohte der indische Ministerpräsident Atal Bihari Vajpayee am Sonntag einen schärferen Kurs im Kaschmir-Konflikt an. Wie die USA werde auch Neu-Delhi terroristischen Angriffen auf Dauer nicht tatenlos zusehen, erklärte der Regierungschef. Man werde den internationalen Mahnungen zur Zurückhaltung nicht folgen.
Der pakistanische Präsident Pervez Musharraf will am Montag in einer Rede an die Nation zur Eskalation des Kaschmir-Konflikts Stellung nehmen.
Indien und Pakistan stehen sich in der zwischen beiden Staaten geteilten Region mit insgesamt einer Million Soldaten gegenüber. Um das umstrittene Gebiet führten beide Staaten bereits zwei Kriege gegeneinander. Beide Staaten führten 1998 erfolgreich Atomwaffentests durch und gelten seitdem offiziell als Atommächte.
Seit einem Angriff auf ein indisches Militärlager am 14. Mai, bei dem 34 Menschen - überwiegend Frauen von Soldaten und Kinder - getötet wurden, sind die Spannungen zwischen beiden Ländern auf dem Siedepunkt. Indien machte von Pakistan aus operierende muslimische Extremisten für den Überfall verantwortlich. Polizeiangaben zufolge kamen seit Beginn dieser neuen Kämpfe auf pakistanischer Seite 42 Menschen ums Leben, 16 auf der indischen.
Spiegel