Die Aktionäre des brasilianischen Ölkonzerns Petrobras (PETR4.SA) haben am Donnerstag die neuen Mitglieder des Verwaltungsrats des staatlichen Ölkonzerns bestätigt - ein wichtiger Schritt für die Regierung von Präsident Luiz Inacio Lula da Silva.
Bisher bestand der Verwaltungsrat von Petrobras hauptsächlich aus Mitgliedern, die von der Regierung des rechtsgerichteten ehemaligen Präsidenten Jair Bolsonaro ausgewählt worden waren.
Die Wahl der neuen Mitglieder ebnet der Regierung Lula den Weg für weitere Änderungen in der Strategie des Unternehmens, wie z. B. eine Änderung der Kraftstoffpreispolitik, die von Lulas Regierung vorangetrieben wurde.
Unter dem Vorstandsvorsitzenden Jean Paul Prates wird sich Petrobras auch auf erneuerbare Energien konzentrieren und seine Raffineriekapazität ausbauen. Prates hat jedoch signalisiert, dass er sich auch auf die Ölförderung und -exploration konzentrieren will.
Dies steht in krassem Gegensatz zur Strategie des früheren Managements, das Vermögenswerte verkaufte, um sich auf die Ölförderung an der Südostküste Brasiliens zu konzentrieren, und gleichzeitig hohe Dividenden ausschüttete.
Der frühere Vorstand von Petrobras und ein interner Ausschuss hatten zuvor entschieden, dass drei der neu gewählten Mitglieder, darunter der neue Vorsitzende Pietro Mendes, für das Amt nicht geeignet seien. Die Aktionäre sprachen sich jedoch für ihre Ernennung aus.
Der Vorstand und der Ausschuss hatten argumentiert, dass die Wahl von Mendes einen potenziellen Interessenkonflikt darstellen würde, da er auch als Sekretär für Öl und Gas im brasilianischen Ministerium für Bergbau und Energie tätig ist. Die beiden anderen Mitglieder, die als ungeeignet erachtet wurden, sind ebenfalls Beamte des Ministeriums.
Die Aktionäre genehmigten auch die vollständige Auszahlung von 35,8 Mrd. Reais (7,19 Mrd. USD) in Form von Dividenden, die Anfang des Jahres angekündigt worden waren und in drei Raten ausgezahlt werden sollen.
www.reuters.com/business/energy/...las-strategies-2023-04-27/