IKB: Diversifikation unerläßlich


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IKB: Diversifikation unerläßlich

 
30.07.07 08:45

Auch vermeintlich sichere und solide Investments können platzen.

HANDELSBLATT, Montag, 30. Juli 2007, 07:45 Uhr
Bankchef geht

US-Hypothekenkrise erwischt IKB voll 

Die Subprime-Krise in den USA, bei der bonitätsschwache Schuldner reihenweise ausfallen, hat sich nun in drastischer Weise auch auf eine deutsche Bank ausgewirkt: die IKB. Es steht so schlimm um das Mittelstandsinstitut, dass der Chef gehen muss. Nur die Stützung durch den Anteilseigner KfW verhindert Schlimmeres.


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IKB: Diversifikation unerläßlich 3459625Immer mehr Häuserbauer in den USA können ihre Schulden nicht zurückzahlen. Das schlägt sich aufs Finanzsysten durch. Foto: ap

HB BERLIN. Die bisherige Ergebnisprognose für das Geschäftsjahr 2007/2008 von 280 Mill. Euro könne nicht aufrechterhalten werden, teilte die IKB Deutsche Industriebank am frühen Montagmorgen in einer Pflichtveröffentlichung mit: „Das Ergebnis wird aus heutiger Sicht deutlich niedriger ausfallen.“ Grund dafür sei die Krise des Hypothekenmarktes in den USA im Subprime-Bereich. Stefan Ortseifen sei als Mitglied und Sprecher des Vorstands ausgeschieden. Neuer Vorstandschef sei das KfW-Vorstandsmitglied Günther Bräunig, teilte die im MDax notierte Bank mit. Die Aktie fiel vorbörslich um 13 Prozent.

In geringem Maße die IKB selbst, aber besonders das von ihr geführte Finanzvehikel „Rhineland Funding“ sind nach eigenen Angaben in Investments engagiert, zu denen auch US-amerikanische Immobilienkredite aus dem Subprime-Bereich gehören. „Bisher gab es zwar Bewertungsabschläge, aber nur wenige Kreditausfälle und nur einige Rating-Verschlechterungen bei den Portfolioinvestments. Dennoch hat das Engagement der IKB dazu geführt, dass ihre Bonität vor dem letzten Wochenende in Frage gestellt wurde und zu befürchten war, dass sich die Vertrauenskrise weiter verschärfen würde“, erklärte die IKB.

Die Bank KfW, die 38 Prozent an der IKB halte, habe unmittelbar reagiert und die notwendigen Maßnahmen getroffen, um die Bonität der IKB zu sichern, hieß es weiter. Die staatseigene KfW werde mit Wirkung zum 30. Juli 2007 in die Liquiditätslinien gegenüber „Rhineland Funding“ eintreten und die IKB gegen Risiken abschirmen, die aus bestimmten Portfolioinvestments resultierten. „Diese Maßnahmen gewährleisten, dass die IKB ein bonitätsstarkes Bankinstitut, insbesondere für den deutschen Mittelstand, bleibt“, hieß es.

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» Bildergalerie: Wie es zur Subprime-Krise kam. Schritt für Schritt.


Die Subprime-Krise in den USA resultiert aus den gestiegenen Zinsen in den vergangenen Monaten. In Zeiten niedriger Zinsen hatten die Banken bonitätsschwachen Häuserbauern Kredite gewährt. Seitdem die Zinsen gestiegen sind, können viele dieser Schuldner nicht mehr zahlen. Da Kredite als Anleihen oder in anderer Form verbrieft worden sind, leiden nicht nur die Banken, sondern auch risikofreudige Investoren wie Hedge-Fonds. Die Subprime-Krise wird mittlerweile von einigen Experten als Gefahr für das gesamte Finanzsystem gesehen. Mehr als 50 Finanzierer sind mittlerweile Bankrott gegangen oder haben sich selbst verkauft.

Die IKB hatte erst vor zehn Tagen ihre Gewinnprognose nach Bekanntgabe der Zahlen für das erste Quartal bestätigt. Bereits zu diesem Zeitpunkt war die Subprime-Krise voll ausgeprägt.

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