Hurra, das Sommerloch ist da. Besondere Merkmale:
Mordsmäßig große Schnauze, verdammt kurze Beine. Es
bewegt sich äußerst schwerfällig und ist ein unverschämt
gefräßiger Räuber. Sogar Tränen kann es vergießen, um
jemanden zu täuschen. Pardon, gemeint sind nicht die
Herren und Damen Politiker, die haben sich an der Saar
schon in die Sommerpause verabschiedet. Die Rede ist
vielmehr von Kroko, jener urzeitlichen Panzerechse, die
zurzeit ihr Unwesen in den Rheinauen treibt. Die Fantasie
der Schreiberlinge trägt zuweilen seltsame Blüten. Die
Schotten haben Nessy, vor Jahren fegte ein schwarzer
Panther durch die saarländischen Jagdreviere. Zwar gibt es
auch schon ein Kroko in Saarbrücken, aber noch kein
Flusspferd im Bostalsee. Aber vielleicht verirrt sich ja
nächstes Jahr so ein tonnenschweres Hippopotamus
dorthin.
Aber was liegt da faul in der Sonne und wartet hungrig auf
Futter? Ob sie es glauben oder nicht - ein Krokodil.
"Vorsicht, Krokodile!" warnt ein Schild am Losheimer
Stausee. Da kommt doch die Überlegung auf: Ist die
Erwärmung der Erdatmosphäre schon so weit
fortgeschritten, dass sich das Krokodil seinen einstigen
Lebensraum wieder zurück erobert hat? Nein, dieses
Krokodil ist absolut harmlos und hat wirklich keinen Appetit
auf Badegäste. Es ist aus deutschem Eichenholz
geschnitzt.
Aber Kroko wird uns sicher noch eine ganze Weile erhalten
bleiben. Die neue Herbst- und Wintermode ist gerade
eingetroffen. Raten Sie mal, was der Favorit sein wird:
natürlich Kroko.