ich glaub ich kotz: RWE AG ...... :(((


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Zick-Zock:

ich glaub ich kotz: RWE AG ...... :(((

 
24.06.02 09:55
Jagd auf RWE (EurAmS)

   
RWE: Bereitet der neue Chef die Übernahme durch Royal Dutch Shell vor?
Nach Mannesmann könnte der nächste DAX-Konzern ins Ausland verkauft werden. Gerüchten zufolge streckt Royal Dutch seine Fühler aus

Plötzlich war der Mann da. Monatelang hatte der Aufsichtsrat des RWE-Konzerns nach einem geeigneten Nachfolger für Vorstands-Chef Dietmar Kuhnt gesucht - vergebens. Dann tauchte wie aus dem Nichts der weiße Ritter auf. Und alles ging ganz schnell. "Es war eine Sache von fünf Minuten", verriet ein Sitzungsteilnehmer, nachdem sich das Gremium auf Harry Roels geeinigt hatte.

Der Niederländer Roels (53), der am 1. Februar 2003 sein Amt antritt, sei ein "ausgewiesener Experte", der das Energiegeschäft von der Pieke auf kenne, sagt Friedel Neuber, der Chef des RWE-Aufsichtsrats. Auch die Großaktionäre sind zufrieden. "Ein Top-Manager von internationalem Format", heißt es aus dem Umfeld der Allianz. Der Versicherungskonzern hält 11,4 Prozent an RWE.

Seit 1999 sitzt Roels im Vorstand des britisch-niederländischen Ölgiganten Royal Dutch Shell, zuständig für Konzernstrategie und -planung. Und Auf dem Chefsessel von RWE werde er weiterhin Konzernpolitik für Royal Dutch betreiben, raunen Frankfurter Investmentbanker. Ein Trojanisches Pferd habe sich RWE in den Stall geholt. Roels wahre Absicht: die Übernahme des deutschen Traditionskonzerns durch den britisch-niederländischen Öl-Riesen vorzubereiten.

Der weiße Ritter in Wahrheit ein Abgesandter des Oranje-Ordens? RWE-Konzernsprecher Bill McAndrews ist bekannt, dass die Gerüchteküche brodelt. Kommentieren will er das aus verständlichen Gründen aber nicht: Schließlich hat Roels sein Amt noch nicht einmal angetreten. Banker vermuten unterdessen den scheibchenweisen Ausverkauf des 1898 gegründeten Stromversorgers.

Im deutschen Tankstellengeschäft arbeiten RWE und Royal Dutch über ihre Töchter DEA und Shell schon einige Zeit in einem Joint Venture zusammen. Wie Noch-Chef Kuhnt erklärte, will sich RWE vom so genannten Downstream-Geschäft (Raffinerien und Tankstellen) verabschieden. Fest steht, dass Royal Dutch schon bei der Vertragsunterzeichnung im vergangenen Jahr die 51-Prozent-Mehrheit am Gemeinschaftsunternehmen Shell & DEA Oil GmbH zugesichert bekommen hat. RWE hat durch eine Verkaufsoption das Recht, das Downstream-Geschäft ab dem 1. Juli 2004 steuerfrei an Shell zu veräußern. Dass Roels diese Option ziehen wird, gilt als sicher. Dem neuen Mann kämen die rund zwei Milliarden Euro, die der RWE-Anteil am Joint Venture wert sein dürfte, gerade recht, um einige Schulden abzubauen. Denn nach den Übernahmen der britischen Versorger Thames Water und Innogy, der American Water Works sowie der tschechischen Transgas steht der Konzern mit rund 22 Milliarden Euro in der Kreide.

Das Gasgeschäft macht Holländer besonders an

Mit den Tankstellen und Raffinerien dürfte Royal Dutch sich nicht zufrieden geben, vermuten Branchenkenner. Auch das so genannte Upstream-Geschäft von RWE-DEA, die Erschließung von Öl- und Gasvorkommen und deren Ausbeutung, soll der nach Börsenwert (120 Milliarden Euro) größte europäische Konzern im Visier haben. Aber die Position als Gasanbieter gilt für einen Versorgerkonzern wie RWE als unverzichtbar. Damit ist aber auch der Zugriff auf eigene Gasfelder und ein eigenes funktionierendes Upstream- Geschäft unerlässlich. Ein Herauslösen dieser Aktivitäten und ein separater Verkauf an Royal Dutch dürfte kaum in Frage kommen. Deshalb wäre es logisch, dass Royal Dutch sich nicht nur die RWE-Tochter DEA einverleibt, sondern gleich den ganzen Konzern. Dafür spricht auch, dass RWE gerade für den niederländisch- britischen Konzern mehr zu bieten hat als nur das Öl- und Gasgeschäft.

Dies bestätigt Analystin Karin Brinkmann von der HVB-Group: "Grundsätzlich bietet RWE für einen Olkonzern wie Royal Dutch Shell eine gute Ergänzung im Kundenzugang im Energiemarkt und darüber hinaus in Zukunftsmärkten wie regenerative Energien und Wasser." Um die Abhängigkeit von den begrenzten Ölvorkommen zu verringern, will sich Shell in Zukunft mehr um regenerative Energieformen bemühen. Auch deshalb würde RWE strategisch ins Portfolio passen. Die 94-Prozent-Tochter Harpen bildet künftig das Kompetenzzentrum für regenerative Energien bei RWE. Die Aktivitäten aller Sparten in dieser Richtung sollen unter dem Dach von Harpen zusammengefasst werden - auch die Biomassekraftwerke, die RWE jetzt schon zum Teil mit Royal Dutch gemeinsam betreibt. Keine Frage, dass Harpen zu den Niederländern passen würde wie die Perle in die Shell-Muschel. Hinzu kommt, dass die Niederländer ein neues Geschäftsfeld aufbauen: In Europa werden erste Kraftwerke gebaut, in denen Strom aus Erdgas gewonnen wird. "Da Royal Dutch Shell einer der größten Produzenten von Erdgas ist, liegt es nahe, nach einem Stromversorger mit großen Kundenstamm Ausschau zu halten", sagt Christiane Nestroy, Analystin der HVB-Group. Deutschland wäre der ideale Zielmarkt, da wegen des beschlossenen Atomausstiegs neue Energiequellen erschlossen werden müssen. Zwar hätte E.ON durch die Übernahme von Ruhrgas ein deutlich größeres Gasgeschäft als RWE. Dennoch passen die Gas-Aktivitäten der Essener gut zu den europaweiten Ambitionen der Niederländer. Immerhin hat Dietmat Kuhnt erst kürzlich den tschechischen Transgas-Konzern gekauft. Erklärtes Unternehmensziel ist der konsequente Ausbau der Marktposition zum europäischen Player im Gas-Geschäft.

Dass RWE wie maßgeschneidert in die Royal-Dutch-Strategie passen würde, darüber sind sich Frankfurts Investmentbanker einig. Entscheidend aber ist: RWE ist derzeit sehr günstig zu bekommen. Die Marktkapitalisierung von RWE ist mit rund 20 Milliarden Euro gerade mal so hoch wie der Vorsteuer-Gewinn, den Royal Dutch im vergangenen Jahr auswies. Die Niederländer haben 60 Milliarden Euro Eigenkapital bei lediglich sechs Milliarden Finanzverbindlichkeiten. Die Übernahme wäre fast aus der Portokasse zu finanzieren.

Widerstand der Politiker lässt schon nach#

Bei Kursen unter 40 Euro gibt es die RWE-Aktie im Sonderangebot. Nach einer Studie des Schweizer Bankhauses Cheuvreux läge der innere Wert des Unternehmens bei 30 Milliarden Euro - damit hätte die Aktie fast 50 Prozent Kurspotenzial. Angesichts der Unterbewertung ist RWE ein Übernahmekandidat.

Philip Bonhoeffer vom Münchner Bankhaus Merck Finck gibt allerdings zu bedenken, dass 30 Prozent der RWE-Anteile in den Händen von Städten und Gemeinden liegen. Eine Übernahme des Konzerns könnte an deren Widerstand scheitern. Lokalpolitiker könnten befürchten, dass "Royal Dutch den Konzern filetieren und sich das Gas-und Öl-Geschäft herausnehmen würde".

Das aber hieße, der Konzern wird zerschlagen, Teile werden weiterverkauft. Mögliche politische Lösung: Royal Dutch verpflichtet sich, die 124000 Arbeitsplätze im Konzern zu erhalten. Und da die Stadtsäckel landauf, landab leer sind, halten viele Börsianer es für wahrscheinlich, dass bei einem guten Preis in den Rathäusern die Korken knallen. Wie am Freitag bekannt wurde, sind Düsseldorf, Gelsenkirchen und Mühlheim (Ruhr) schon jetzt bereit, sich von ihren Aktienpaketen trennen.

Und: Auf den aktuellen Börsenwert kann Royal Dutch noch einiges drauflegen. Denn der ist allein durch die Stromsparte abgedeckt. Die übrigen Geschäftsfelder gibt’s zum Nulltarif. Außerdem gilt Harry Roels als der richtige Mann für den Umgang mit Politikern.

von Tobias Meister und Jens Castner (Euro am Sonntag)

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